Schlag gegen die Kriminalität: Polizei nimmt 19 Personen fest

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 An der Aktion unter dem Leitthema „Kriminalität durch und an Zuwanderer(n)“ waren mehr als 300 Einsatzkräfte beteiligt.
An der Aktion unter dem Leitthema „Kriminalität durch und an Zuwanderer(n)“ waren mehr als 300 Einsatzkräfte beteiligt. (Foto: Oliver Berg/dpa)
Schwäbische Zeitung

Unter Federführung des Polizeipräsidiums Konstanz hat kürzlich ein Sicherheitstag in der Region stattgefunden. An der Aktion im Präsidiumsbereich beteiligten sich laut Pressemitteilung der Polizei mehr als 300 Einsatzkräfte, 19 Personen wurden vorläufig festgenommen. Es konnten zudem 1400 Euro mutmaßliches Dealergeld, 900 Gramm Marihuana, 480 Gramm Amphetamin, 30 Gramm Kokain, 36 Gramm Heroin, vier verbotene Hieb- und Stichwaffen, sowie mehrere Handys, Laptops und Dokumente sichergestellt werden.

Unter dem Leitthema „Kriminalität durch und an Zuwanderer(n)“ erfolgten in den Landkreisen Konstanz, Ravensburg, Bodenseekreis und Sigmaringen bei 17 Einzelmaßnahmen Personen- und Fahrzeugkontrollen sowie Präventionsmaßnahmen, teilt die Polizei mit. Es beteiligten sich das Landeskriminalamt Baden-Württemberg, die Hauptzollämter Singen und Ulm, die bayerische Grenzpolizeiinspektion Lindau, die Bundespolizeiinspektion Konstanz, die Eidgenössische Zollverwaltung sowie das Landratsamt Konstanz.

Ziel der groß angelegten Aktion sei insbesondere die Bekämpfung der Rauschgift-, Eigentums- und Straßenkriminalität, aber auch Maßnahmen gegen Aggressionsdelikte und Sicherheitsstörungen im öffentlichen Raum und im Personennahverkehr gewesen, die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders beeinträchtigen.

Ravensburg als Schwerpunkt

Ein Schwerpunkt bildeten dabei die Städte Sigmaringen, Ravensburg, Singen und Konstanz, wo gemischte Einsatzteams von Zoll, Bundespolizei und Kräfte des Polizeipräsidiums im Rahmen der Sicherheitskooperation gemeinsame Maßnahmen an Bahnhöfen, öffentlichen Anlagen und an bekannten Szenetreffpunkten durchführten. Ein weiterer Fokus lag auf der Bekämpfung der illegalen Migration und Schleusung und auf Deliktsfelder, bei denen Zuwanderer häufig Opfer von Straftaten werden. Zur Aufdeckung illegaler Beschäftigungsverhältnisse wurden mit Lebensmittelkontrolleuren des Landratsamts Gaststätten, Beherbergungs- und Gewerbebetriebe kontrolliert.

Insgesamt wurden mehr als 1100 Personen und rund 230 Fahrzeuge überprüft, darunter 14 Reisebusse. Außerdem wurden 16 Kontrollmaßnahmen in „Rotlichtbetrieben“ und in fünf Gaststätten durchgeführt und rund 1600 Dokumente auf ihre Echtheit überprüft. Dabei konnten 36 Straftaten, davon 15 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, neun ausländerrechtliche Verstöße, vier Verstöße gegen das Waffengesetz, sowie acht weitere Straftaten, darunter Fahren unter Alkoholeinwirkung, Sozialleistungsbetrug und Erschleichen von Leistungen festgestellt werden.

19 Personen wurden vorläufig festgenommen, bei zehn von ihnen lagen vollstreckbare Vorführungsbefehle vor. Gegen einen Tatverdächtigen, bei dem eine größere Menge Betäubungsmittel aufgefunden wurde, wird die Haftfrage geprüft.

Außerdem stellten an der Kontrollaktion beteiligte Zollbeamte auf der A96 bei der Überprüfung eines aus dem Kosovo stammenden Reisebusses fest, dass das Fahrzeug mit einer Steuerschuld von rund 14 000 Euro belastet war. Der Bus wurde deshalb zur Sicherung dieser Steuerschuld sichergestellt und der Busunternehmer musste für die mitreisenden Fahrgäste ein Ersatzfahrzeug organisieren.

Rotlichtbetriebe kontrolliert

Die Identifizierung von Opfern des illegalen Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung und die Aufdeckung entsprechender Straftaten war die Hauptzielrichtung bei der Kontrolle von Rotlichtbetrieben. Mit Unterstützung von Urkundensachverständigen des Landeskriminalamtes wurden bei den Kontrollmaßnahmen daher zielgerichtet verdächtige (Identitäts-)Dokumente überprüft. Abgerundet wurde der Sicherheitstag durch begleitende Präventionsmaßnahmen, bei denen Spezialisten insbesondere zum Thema „falscher Polizeibeamter“ informierten.

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