Schaufler startet erfolgreiches Comeback

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 Der Ravensburger Jannik Schaufler ist mit seinem Comeback in der Triathlonszene zufrieden.
Der Ravensburger Jannik Schaufler ist mit seinem Comeback in der Triathlonszene zufrieden. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Jannik Schaufler vom DAV Ravensburg hat sich Ende Mai einer Operation am linken Knie unterziehen müssen. Nach einer guten, aber auch kräftezehrenden Vorbereitung den Winter über hatten Schaufler und sein Team im letzten von drei Trainingslagern wohl etwas zu viel gewollt. Livigno, Südafrika und Mallorca standen auf Schauflers Plan – dort wollte er sich den letzten Feinschliff für die geplanten Rennen im Eliteweltcup erarbeiten.

Doch nach wochenlangen Knieschmerzen gab es die ernüchternde Diagnose: horizontaler Meniskusriss. „Das war natürlich extrem bitter. Die Saison war bereits durchgeplant, losgehen sollte es in China“, sagt Schaufler. So wurde es eine neue Erfahrung für den 21-Jährigen, der zuvor nie mit größeren Verletzungen zu kämpfen hatte. Im Klinikum in Dudweiler nahe seines Wohnorts Saarbrücken wurde Schaufler operiert. „Die ersten zwei Wochen war ich auf fremde Hilfe angewiesen und Gehen nur auf Gehstöcken möglich“, blickt Schaufler zurück. „Bereits zehn Tage nach der OP saß ich aber wieder auf dem Fahrrad.“ Der gebürtige Weingartener hat seinen Willen, es bis zur Weltspitze zu schaffen, nicht verloren. Während seine Trainingskollegen Wettkampf um Wettkampf bestritten, kämpfte sich Schaufler bis zu 20 Stunden die Woche im Kraftraum unter Aufsicht der Therapeuten zu alter Form zurück.

Neues Team um sich herum

„Sicher war das für mich eine ungewohnte Situation. Dennoch habe ich versucht, stets positiv zu bleiben und die Zeit sinnvoll zu nutzen“, meint Schaufler. Er arbeitete an seinen motorischen Fähigkeiten und investierte mehr Zeit in sein Studium. Seinen Bachelor will der Weingartener noch vor seinem 22. Geburtstag vollenden. „Ich bin glücklich, Freunde, Familie und Sponsoren an meiner Seite zu wissen, die auch in schlechten Zeiten für mich da sind“, sagt Schaufler.

Nach sechs Wochen intensiver Reha galt es, wieder in den Trainingsalltag eines Triathleten zurückzufinden. Schaufler entschied sich dabei für neue Wege und stellte das Team um sich herum neu auf. „Ich spürte, dass ich neue Reize brauchte“, sagt Schaufler. Nach Jahren in Kader- und Stützpunktstrukturen fand er nun in Philipp Seipp (Heidelberg) einen Trainer, der das Training anhand der individuellen Fähigkeiten und Schwächen wissenschaftlich fundiert ausrichtet. Die ersten Erfolge gab es bereits. „Zunächst war nicht sicher, ob ich dieses Jahr überhaupt noch Wettkämpfe machen kann“, meint Schaufler.

Doch nach nur zwei Monaten Vorbereitung standen Anfang September die ersten Wettkämpfe an. Mit seinem Team Montlucon startete Schaufler in der ersten französischen Liga in Quiberon (Atlantik). Schaufler steigerte seine Leistungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Unter den ersten Zehn stieg er aus dem Wasser, auf dem Rad holte sich die Gruppe um Schaufler einen Vorsprung von 40 Sekunden heraus. Es war ein spektakuläres Radrennen. Den 20 Kilometer langen, flachen Radkurs absolvierten die Triathleten unter 25 Minuten. „Beim Laufen fehlen mir noch ein paar Trainingskilometer“, meint Schaufler. Er beendete das Rennen in einem international hochkarätigen Feld auf Platz 16.

Weiter ging es eine Woche später beim deutschen Bundesligafinale in Binz (Rügen). Obwohl Rennen mit einer solch hohen Renndynamik für Schaufler noch sehr fordernd sind, wurde Schaufler auch in diesem Rennen 16., womit er aber nicht ganz zufrieden war. „Natürlich war das nicht das erhoffte Resultat. Allerdings bin ich einfach glücklich, wieder dabei zu sein.“ Schaufler hat sich dennoch gut – und überraschend schnell – im Wettkampfgeschehen zurückgemeldet. Als nächstes steht Mitte Oktober die Europameisterschaft der U23 im israelischen Eilat an, wo Schaufler ein Ergebnis in den Top Zehn anstrebt. Anschließend geht es über einen Asiencup in Jordanien zum letzten Weltcup nach Japan. Hierbei geht es für den Triathleten des DAV Ravensburg um wichtige Weltranglistenpunkte auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020.

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