„Sabine“ verschont Baden-Württemberg: Vorerst keine großen Schäden in der Region

Lesedauer: 60 Min
Interview mit Wetterexperte: War es das schon, Herr Roth?
Heftige Winde erfassen in diesen Stunden Oberschwaben, den Bodensee und die Ostalb. Roland Roth von der Wetterwarte Süd erklärt, was noch auf die Menschen zukommt - und wie heftig es die Region getroffen hat.
Online-CvD / stellv. Leiter Digitalredaktion
Volontärin

Wegen des Sturmtiefs "Sabine" hat der Deutsche Wetterdienst am Montag Unwetter-Warnungen für die Region herausgegeben. Schwäbische.de hat an dieser Stelle den Tag über mit die wichtigsten Informationen zur aktuellen Lage gesammelt. Am Montagabend gab es erste Bilanzen zu den Sturmschäden - auch aus den einzelnen Städten und Landkreisen der Region.

+++ Das waren die Auswirkungen des Sturms in der Nacht von Montag auf Dienstag +++ 

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE: 

  • Experte erwartet neue Sturmspitzen in der Nacht
  • Bahn-Fernverkehr läuft seit dem Nachmittag langsam wieder an
  • Flugverkehr mit Hunderten Ausfällen
  • Lebensgefahr in Waldgebieten - auch nach Ende des Sturms

DIE AKTUELLE LAGE IM NEWSBLOG:

17.45 Uhr: Die Bilanz aus Städten und Landkreisen der Region im Überblick

Das Sturmtief hat auch in der Region weniger Schäden verursacht als erwartet. Zwar gab es Hunderte Einsätze der Feuerwehren - meist wegen umgestürzter Bäume - große Schäden oder Tote gab es zwischen Alb und Oberschwaben, Allgäu und Bodensee aber nicht.

  • Bodenseekreis: Vorsichtshalber wurde auf dem Bodensee am Montag der Fähr- und Katamaranverkehr eingestellt. Abgesehen von wenigen Einsätzen wegen umgestürzter Bäume und blockierten Straßen kam die Bodenseeregion aber recht glimpflich durch den Sturm. Es gab eher indirekte Schäden - etwa wegen ausgefallener Zugverbindung von und nach Friedrichshafen oder weil viele Schüler den Schulen fernblieben. Die Lage vor Ort im Überblick gibt es hier und hier.
  • Ulm/Alb-Donau-Kreis: Auch wenn das Orkantief „Sabine“ andere Regionen Deutschlands viel schlimmer traf, so waren die Auswirkungen auch in der Region Ulm und dem Alb-Donau-Kreis ebenfalls deutlich zu spüren. Neben dem bis in den späten Vormittag eingestellten Schienennahverkehr am Ulmer Hauptbahnhof, den Pendler nach eigenen Angaben aufgrund guter Vorabinformation gelassen hinnahmen, richtete der Wind auch weitere Schäden an. Mit am Schlimmsten traf es ausgerechnet die Ulmer Polizei. Am Dienstgebäude der Kriminalpolizei in der Lindenstraße wurden knapp 300 Quadratmeter der Dachisolierung weggerissen und landeten vier Stockwerke tiefer unter anderem auf geparkten Autos. Haupteinsatzgebiet der Rettungskräfte war der südliche Alb-Donau-Kreis. Im Bereich Munderkingen/Ehingen sowie bei Schnürpflingen waren zahlreiche Haushalte über Stunden ohne Strom. Verletzte wurde nach bisherigem Kenntnisstand der Polizei niemand - bis auf einen 18-jährigen Radfahrer, der in der Nacht auf dem Ulmer Münsterplatz stürzte und sich dabei schwer verletzte. Ob der junge Mann infolge seiner alkoholischen Beeinflussung stürzte oder durch den starken Wind vom Rad flog, lässt sich jedoch nicht sagen. Die Lage vor Ort im Überblick gibt es hier
  • Kreis Ravensburg: Die Feuerwehren im Landkreis Ravensburg sind zu mehr als 200 Einsätzen gerufen worden. Die Einsatzkräfte wurden vor allem wegen umgestürzter Bäume gerufen. Einen kuriosen Einsatz hatte die Wangener Wehr. Dort wurde ein stationärer Blitzer von einem umgestürzten Baum begraben und dadurch komplett zerstört. Die Rangliste der gemessenen Windgeschwindigkeiten führte im Kreis Ravensburg Amtzell mit 113 Stundenkilometern an, gefolgt von Ebersbach-Musbach und Leutkirch-Herlazhofen (110) sowie Bad Waldsee (107). Die Lage vor Ort im Überblick gibt es hier
  • Kreis Tuttlingen: Im Kreis Tuttlingen ist die Lage im Vergleich zu anderen Kreisen relativ entspannt geblieben. In Spaichingen erwischte ein Baum eine Stromleitung, zu Stromausfällen kam es aber nicht. In Deilingen-Delkhofen deckte eine Windböe in der Hauptstraße einen Teil eines Wohnhausdachs ab. Im ganzen Kreis wurde niemand verletzt. Die Lage vor Ort im Überblick gibt es hier.
  • Kreis Sigmaringen: Im Kreis Sigmaringen hat der Orkan durchaus Spuren hinterlassen. Allein die Feuerwehr Bad Saulgau meldet 46 Feuerwehreinsätze. Der Ort war heftiger betroffen, es gab hier gut zehn Mal mehr Einsätze als in Sigmaringen. Von 19 gesperrten Straßen konnten in der Region 15 wieder geöffnet werden. Die Lage vor Ort im Überblick gibt es hier.
  • Kreis Biberach: 1400 Notrufe sind von Mitternacht bis 16 Uhr in der Leitstelle Biberach eingegangen. Das Sturmtief „Sabine“ haben auch die Menschen im Landkreis Biberach zu spüren bekommen, sei es durch blockierte Straßen, umgestürzte Bäume oder abgedeckte Häuser. Doch die Schäden fallen vermutlich geringer aus, als zunächst angenommen. „Für eine solche Wetterlage würde ich das Einsatzaufkommen als normal bezeichnen“, sagt DRK-Geschäftsführer Michael Mutschler. An der Spitze waren bis zu 700 Feuerwehrleute im Einsatz. Mehrere Straßen sind gesperrt, ein Teil davon vermutlich auch am Dienstag noch. Die Lage vor Ort im Überblick gibt es hier
  • Aalen/Ostalbkreis: Auf der Ostalb ist es verhältnismäßig ruhig geblieben. Die Orkan- und Sturmböen, die auf dem Härtsfeld mit rund 130 Stundenkilometern am Montagmorgen ihren Höhepunkt fanden, entwurzelten Bäume, warfen Gerüste um und beschädigten einige Dächer. Verletzt wurde laut aktuellem Kenntnisstand niemand. Meteorologe Andy Neumaier warnt allerdings vor weiteren Sturmböen in der Nacht zum Dienstag. Zudem könne es am Morgen Schneematsch und Glätte auf den Straßen geben. Die Lage vor Ort im Überblick gibt es hier.

17 Uhr - Sabine zieht vorerst ohne große Schäden vorbei

Ab Dienstag, 11. Februar, soll der Schulbetrieb größtenteils wieder normal weiterlaufen, meldet das Kultusministerium.

Zumindest, sofern auf dem Schulweg keine besonderen Umstände vorliegen. In Ausnahmefällen könne dann die Schule informiert und das Kind Zuhause behalten werden.

Insgesamt hat "Sabine" in Baden-Württemberg aber weniger Schäden angerichtet, als zunächst befürchtet. Zwar wurden Stromleitungen abgerissen, zahlreiche Bäume entwurzelt, Straßen gesperrt und einige Dächer abgedeckt. Allerdings erlitten nur einige Menschen Verletzungen, mindestens ein Autofahrer wurde jedoch schwer verletzt.

Die wirtschaftlichen Folgen von „Sabine“ dürften dagegen erheblich sein. Denn wo das Tief über das Land zog, fuhr kaum noch ein Zug. Zehntausende Pendler steckten fest, kamen nicht zur Arbeit oder blieben gleich im Homeoffice zu Hause. Dutzende Starts und Landungen am Flughafen in Stuttgart wurden gestrichen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bleibt es auch am Dienstag noch gebietsweise stürmisch; im Schwarzwald kann es demnach anfangs noch zu Orkanböen kommen.

Vor allem dort hatten die Böen schon am Montag bis in die Mittagsstunden teilweise orkanartige Kraft erreicht. Auf dem Feldberg erreichte der Wind Geschwindigkeiten von bis zu 177 Stundenkilometern. Erst gegen Mittag hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Unwetterwarnungen schrittweise auf.

„Sabine“ ist laut DWD ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie „Kyrill“ (2007) oder „Lothar“ (1999) werde „Sabine“ nicht.

Wetter-Experte bewertet Lage neu: "Noch nicht vorbei!"

Roland Roth, Meteorologe der Wetterwarte Süd, bewertet im Gespräch mit Schwäbische.de-Redakteur Thilo Bergmann die aktuelle Sturmlage neu. 

In der Früh hatte es demnach in der Region Sturmböen mit Spitzenwerten von bis zu 150 km/h gegeben. "Im Maximum war das Windstärke 12, also volle Orkanstärke", so Roth.

"Sabine" sei in der Intensität kein gewöhnlicher Wintersturm, wie er jedes Jahr vorkomme. Dass die Windstärke an einem Ort schwächer wahrgenommen werde als an anderen, läge an den entsprechenden topografischen Gegebenheiten, erklärt Roth.

So sei es etwa im Schussental schwächer als in exponierteren Höhenlagen wie beispielsweise im Allgäu.

Und der Wetter-Experte gibt zu bedenken: "Es ist noch nicht vorbei! Ich erwarte weitere Spitzen gegen 15 oder 16 Uhr und dann nachts gegen 22 oder 23 Uhr."

Eine Einschätzung, die auch die Ravensburger Feuerwehr teilt. Hier rechnet man damit, dass sich die Zahl der Einsätze im Verlauf des Montags weiter erhöht.

Bis 13 Uhr waren die Feuerwehren im Kreis Ravensburg mit 760 Kräften zu 177 Einsatzstellen ausgerückt.

Auch wenn der stärkste Sturm um die Mittagszeit etwas abzunehmen schien, ist laut Feuerwehr weiterhin mit starken Sturmböen bis in die kommende Nacht zu rechnen.

Am Dienstag lasse der Wind dann auch nur sehr langsam nach, meint Roland Roth. Bis zum Nachmittag müsse mit starken, teils stürmischen Böen gerechnet werden."

Genau das sei das Besondere an "Sabine", meint Roth. Es handle sich nicht um einen sogenannten "Schnellläufer", der heftig, aber kurz über die Region fege, sondern könne sich 36 bis 48 Stunden lang halten.

Aktuelle Unwetter-Gefahren

16.30 Uhr - Züge am Bodensee nehmen Strecken langsam wieder auf - Unfälle auf A7

Die Bahnstrecke Friedrichshafen – Ravensburg – Aulendorf war seit Betriebsbeginn am Montagmorgen wegen des angekündigten Sturms vorsorglich gesperrt.

Erst gegen 16 Uhr rollten erste Züge wieder los, wie der Leiter der Unternehmenskommunikation der Bodensee-Oberschwaben-Bahn, Sebastian Dix, mitteilte. Zunächst seien nur Züge auf der langen Distanz von Friedrichshafen bis Aulendorf und in die Gegenrichtung unterwegs. Kürzere Verbindungen auf der Strecke könnten noch nicht bedient werden, da der Verkehr erst wieder in den gewohnten Takt kommen müsse.

Auf der A7 bei Ellwangen kam es aufgrund des Sturms zu zwei Unfällen mit teilweise hohem Sachschaden - unter anderem machte sich ein Auto mit Rückenwind selbständig.

In Wangen war Sabine zu schnell unterwegs - dort fiel ihr der Blitzer zum Opfer.

Sturmtief Sabine - Hessen
Sabine wütet am Montag durch ganz Deutschland. Auch die Region rund um Ulm und den Alb-Donau-Kreis wird nicht verschont. Wo die Auswirkungen besonders zu spüren waren.

15.30 Uhr - Lindau kommt glimplich davon - Züge in Ulm fahren wieder

Das Landratsamt Lindau meldet 70 Einsätze wegen Sturmschäden seit heute Nacht. In erster Linie rückte die Feuerwehr aus, um lose Dachziegel zu sichern oder umgestürzte Bäume von den Straßen zu räumen. Bis auf zwei Sperrungen verlief der Verkehr ruhig, heißt es aus dem Amt.

Ab morgen könne der Schulbetrieb wie gewohnt fortgesetzt werden. Nur falls sich die Wetterlage wieder ändern sollte und der Weg in die Schule zu gefährlich ist, können Schüler mit Angabe eines Grundes an ihrer Schule entschuldigt werden.

Am Ulmer Hauptbahnhof fahren die Züge wieder. Trotzdem kommt es auf einigen Strecken noch zu starken Verzögerungen, meldet die Bahn. Demnach verkehren wieder einige Züge auf den Strecken Mannheim - Stuttgart - Ulm, auch im Nahverkehr sollen nach und nach weitere Strecken wieder befahren werden.

In Sigmaringen hatte der Sturm ein paar Ziegel der Johanneskirche gelöst, die Feuerwehr musste ausrücken, wie unser Video zeigt. Insgesamt musste die Feuerwehr dort 46 Mal ausrücken.

14.45 Uhr - Rund 130 Notrufe auf der Ostalb

Wie die Polizei in einer Pressemitteilung am Montagmorgen mitteilt, habe das Orkantief Sabine ab etwa 1 Uhr den Bereich des Polizeipräsidiums Aalen erreicht.

Ab 2 Uhr wurden bis zum Morgen hauptsächlich umgestürzte Bäume, Bauzäune, Werbeschilder und sonstige umhergeflogene Gegenstände gemeldet. Zwischen 1 Uhr und 8 Uhr gingen rund 130 Notrufe beim Führungs- und Lagezentrum ein.

Mehrere Autos wurden durch umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste beschädigt. Teilweise wurden auch Dächer in Mitleidenschaft gezogen. Mitunter entstanden Behinderungen durch querliegende Bäume auf Straßen.

14.20 Uhr - Bahnverkehr läuft langsam wieder an - Feuerwehr Ravensburg rechnet mit erneutem Sturm

Die Deutsche Bahn lässt ihren Fernverkehr auf den baden-württembergischen Hauptstrecken nur langsam wieder anrollen. "Wir stellen immer wieder neue Störungen fest", sagte ein Bahnsprecher.

Deshalb seien die Verbindungen noch nicht stabil. "Wir empfehlen jedem, der heute nicht fahren muss, die Fahrt zu verschieben." Die S-Bahn in Stuttgart lief am Mittag langsam wieder an, erreichte aber noch nicht ihren normalen Takt.

Kreisbrandmeister Oliver Surbeck von der Feuerwehr Ravensburg rechnet damit, dass sich der Sturm im Lauf des Nachmittags weiter entspannt. Allerdings werde noch mal mit einem Auffrischen des Windes gerechnet: von Montag, 21 Uhr, bis 3 Uhr am Dienstagmorgen.

In dieser Zeit könne der Sturm wieder Geschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometern erreichen. Allerdings sei dann voraussichtlich eher der östliche Landkreis Ravensburg und das Allgäu betroffen, so Surbeck.

13.50 Uhr - Wenige Einsätze in Friedrichshafen

Orkan Sabine fegt zwar über die Stadt Friedrichshafen hinweg, bisher halten sich die Einsätze der Feuerwehr und der städtischen Baubetriebe aber in Grenzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Bis zur Mittagszeit rückte die Feuerwehr nur zu wenigen Einsätzen aus. Bei den Einsätzen handelte es sich vor allem um herabgerissene Äste oder umgestürzte Bäume im Straßenraum oder auf Fußwegen.

In Schnetzenhausen wurde ein etwa ein Quadratmeter großer Bereich eines Scheunendachs vom Orkan abgedeckt, die Eigentümer konnte das Dach aber ohne Hilfe der Feuerwehr sichern. Einen räumlichen Schwerpunkt der Einsätze gab es nicht, betroffen waren unter anderem Raderach, Ettenkirch und das Stadtgebiet.

13.15 Uhr - Gäubodenbahn sol bald wieder fahren

Der Zugbetrieb auf der Gäubodenbahn könnte in Kürze wieder aufgenommen werden, vermeldet die Deutsche Bahn auf Twitter. Es könne aber dennoch weiter zu Verspätungen und auch Teilausfällen kommen.

13.00 Uhr - Zeitraffer von Regenbogen über Ulm

Nicht nur Regen und Wind bringt das Sturmtief "Sabine" in die Region. Auch die Sonne zeigt sich manchmal am Himmel. Die Folgen davon zeigt dieses Zeitraffer-Video, das uns Leser Andreas Kaupp aus Ulm zukommen lassen hat. 

12.30 Uhr - In Wäldern besteht Lebensgefahr

Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk (CDU) warnt angesichts des Sturm- und Orkantiefs "Sabine" vor Risiken im Wald.

"Wer jetzt die Wälder betritt, begibt sich in Lebensgefahr", sagte Hauk am Montag. Landesweit sei es derzeit extrem riskant, weil Bäume umstürzen und Äste oder Baumkronen abbrechen könnten.

Das Ausmaß der Schäden landesweit lässt sich nach Angaben des Ministers erst Zug um Zug ermitteln. Zunächst müsse sich die Lage entspannen, dann könnten die Forstleute die Wälder wieder betreten.

Zahlreiche Waldgebiete würden in den kommenden Tagen und Wochen gesperrt, um aufräumen zu können.

12.00 Uhr - Baustellen in der Region gesperrt

Beim Bad Saulgauer Bauunternehmen Reisch, das unter anderem auch in Ravensburg, Friedrichshafen und Lindau aktiv ist, sind sämtliche 30 Baustellen dicht.

"Das ist einfach zu gefährlich", erläutert Prokurist Franz-Josef Luip, zuständig für den Geschäftsbereich Rohbau.

Schließlich könne es immer mal passieren, dass irgend etwas weggeweht werde und im schlimmsten Fall einem Mitarbeiter an den Kopf fliegt.

Oder der Wind könnte einen meterhoch beladenen Transporter umwerfen. Daher sei am Sonntagnachmittag in Anbetracht der heftigen Prognosen entschieden worden, auf allen Baustellen eine Sturmpause einzulegen – die 220 betroffenen Mitarbeiter bauen heute Überstunden ab.

Unter anderem ist die Firma Reisch gerade in Ravensburg mit dem dritten Bauabschnitt des Baugebiets „Am Hofgut“ in der Weststadt zugange, baut Mehrfamilienhäuser in Friedrichshafen-Allmannsweiler und das neue Eichwaldbad in Lindau.

Luip geht davon aus, dass am Dienstag auf den Baustellen wieder regulär gearbeitet wird. Entschieden wird aber aktuell je nach Wetterprognose: „Die beobachten wir den Tag über und instruieren unsere Baustellenleiter dann entsprechend.“

11.40 Uhr - Bahn-Fernverkehr in Bayern und BaWü bleibt ausgesetzt

Zumindest in Norddeutschland hat die Bahn den Fernverkehr auf einigen Strecken wieder gestartet. In Bayern und Baden-Württemberg ist bis auf Weiteres aufgrund der Witterungsbedingungen noch kein Fernverkehr möglich. 

11.30 Uhr - Höchste Sturmwarnstufe in Vorarlberg

In Vorarlberg galt am Montagmorgen die höchste Sturmwarnstufe. In exponierten Lagen wurden Böen bis zu 130 Stundenkilometer befürchtet.

Der nationale Wetterdienst ZAMG warnte vor Beeinträchtigungen des Alltags und Schäden in größerem Ausmaß. In den Skigebieten der Region wie Sonnenkopf und Golm standen die meisten Lifte still, auch in Damüls waren viele Anlagen nicht in Betrieb.

Außerdem waren zahlreiche Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert. Insgesamt scheinen die Schäden nach dem Vormittag und dem Durchziehen der größten Sturmfront aber nicht so groß zu sein, wie zunächst befürchtet – eine genaue Analyse steht derzeit noch aus.

11.20 Uhr - Zahlreiche Stromausfälle in der Region

Sturm Sabine hat im Landkreis Ravensburg für zahlreiche Stromausfälle gesorgt. Im Bereich Oberschwaben-Bodensee-Heuberg hat es in der Nacht von Sonntag auf Montag und am Montag 40 größere Stromausfälle gegeben. Grund dafür waren vor allem umgestürzte Bäume auf Mittelspannungsleitungen.

Der Schwerpunkt liegt laut Netze-BW-Sprecher Ulrich Stark im östlichen Landkreis Ravensburg. Im westlichen Landkreis Ravensburg, im Schussental sowie im Bodenseekreis blieb es dagegen ruhig. Ein paar wenige Einzelhäuser waren im Bereich Horgenzell ohne Strom.

Am meisten betroffen war der Bereich Aichstetten entlang der Autobahn 96 in Richtung Wangen. Stromausfälle gab es auch in Altusried und Merazhofen, Leutkirch war laut Stark lediglich am Rande betroffen.

Die zweite größere Störung gab es auf der Leitung von Aulendorf über Reute-Gaisbeuren bis hin nach Bergatreute, Wolfegg, Vogt und Amtzell. Die meisten Haushalte sind mittlerweile wieder ans Netz angeschlossen.

Eine Feuerwehrleiter führt auf das Kirchendach
Weil sich Ziegel am Dach der Kirche gelöst hatten, musste die Feuerwehr ausrücken.

11.10 Uhr - Feuerwehren stark gefordert

Der Sturm hat am Morgen die Feuerwehren im Landkreis Ravensburg stark gefordert. Bis 10.40 Uhr am Morgen hat die Leitstelle bereits 143 Einsätze gezählt, wie Kreisbrandmeister Oliver Surbeck sagte.

Zum Vergleich: Im Kreis Sigmaringen wurden bis dahin 50, im Bodenseekreis 35 Einsätze gezählt.

Gerufen wurden die Einsatzkräfte im Kreis Ravensburg vor allem wegen umgestürzter Bäume, die Straßen blockierten. In Altshausen sei ein Baum auf Bahngleise gestürzt. Auf der A96 habe sich ein Unfall ereignet. Darüber hinaus habe es aber keine Verletzten gegeben.

Die maximale Windgeschwindigkeit wurde im Kreis Ravensburg in Amtzell-Grenis gegen 9.30 Uhr gemessen: Der Wind pfiff dort mit 113 Stundenkilometern über die Landschaft.

Surbeck wird in der Leitstelle von einem meteorologischen Fachberatungsdienst mit Informationen über die Wetterlage versorgt. Demnach ist eher keine Verschlimmerung der Sturmlage mehr zu erwarten – zumindest im westlichen Landkreis.

Im östlichen Landkreis hatten um 10.40 Uhr noch die Feuerwehren in Wangen, Leutkirch und Isny sogenannten Vollalarm ausgelöst. Das heißt, dass alle Feuerwehrleute zum Feuerwehrmagazin kommen müssen, um von dort in den Einsatz geschickt zu werden.

In der Leitstelle koordinierten am Montagmorgen 17 Mitarbeiter die eingehenden Alarme, wo sonst 8 Mitarbeiter sitzen würden.

11.00 Uhr - Schwerer Unfall auf A96 - kilometerlanger Stau

Drei Lastwagen sind in einen Verkehrsunfall verwickelt, der sich am Montag gegen 9 Uhr auf der Autobahn 96 auf Höhe Neuravensburg, in Fahrtrichtung Memmingen, ereignet hat.

Nach ersten Informationen der Polizei hatte sich die Abdeckplane eines unbeladenen Kieslasters gelöst. Dessen Fahrer fuhr darauf auf den Seitenstreifen, um die Plane zu befestigen.

Dies habe ein anderer Fahrer eines Sattelzugs gesehen, sei an dem stehenden Lkw vorbei- und ebenfalls rechts rangefahren, um seinem Kollegen zu helfen.

Die schöne Seite von Orkan „Sabine“: Zeitraffer zeigt Regenbogen über Ulm
Zahlreiche Einsätze sind die Folge des Sturmtiefs am Montagmorgen in Ulm und der Region. Doch es gibt auch eine schöne Seite des Orkans, wie dieses Zeitraffer-Video eines Lesers zeigt.

Es folgte ein dritter Lastwagen, der aus unbekannter Ursache zu weit rechts gefahren sei und den ersten, stehenden Lkw gestreift habe. Dabei sei der Lastwagen an die Seite gedrückt worden und habe einen der Fahrer zwischen Fahrzeug und Leitplanke eingeklemmt.

Durch das Streifen kam der fahrende Lkw in der Folge weiter nach rechts ab und fuhr frontal auf den zweiten stehenden Sattelzug auf. Hierbei verletzte sich der Fahrer ebenfalls schwer.

Beide Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Autobahn ist bis zur Bergung mindestens eines Sattelzugs in Fahrtrichtung Memmingen gesperrt, der Verkehr aus Richtung Lindau wird vorab abgeleitet, wie die Polizei mitteilt.

Wegen des Sturms war die Autobahn 96 zwischen etwa 10 und 11 Uhr auch bei der Anschlussstelle Wangen-Nord gesperrt, und zwar in südlicher Fahrtrichtung. Der Grund hier waren umgestürzte Bäume, wie die Polizei meldet.

10.45 Uhr - Kein Zugverkehr in Baden-Württemberg

Aufgrund des Sturms fahren derzeit bis auf Weiteres keine Züge in Baden-Württemberg.

Regionalzüge sowie die S-Bahn Stuttgart fahren frühestens wieder am Mittag und dann auch nur sukzessive, heißt es seitens der Bahn. Mit Ausfällen und Behinderungen ist den ganzen Tag zu rechnen.

"Bevor Züge wieder fahren, werden auf jeder Strecke Erkundungsfahrten durchgeführt", erklärt die DB in einer Pressemitteilung.

Über die Dauer der Beeinträchtigungen kann die Bahn derzeit noch keine Aussage treffen.

Für Kunden, die sich über die aktuelle Verkehrslage und Auswirkungen des Sturmtiefs auf den Bahnverkehr informieren möchten, wurde eine kostenfreie Hotline eingerichtet. Die Nummer lautet 08000 99 66 33. Zudem gibt es aktuelle Informationen auf der Webseite der Bahn.

10.25 Uhr - Ulmer Polizei zieht erstes Fazit: "Nicht so schlimm wie erwartet"

Stand 9 Uhr am Montagmorgen hat es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ulm um die 90 Einsätze wegen des Sturms gegeben.

Die Region Ulm sowie der Alb-Donau-Kreis seien nach Einschätzung einer Sprecherin weniger schlimm betroffen gewesen als beispielsweise der Landkreis Biberach.

Verletzt wurde nach bisherigem Kenntnisstand der Polizei im Bereich Ulm/Alb-Donau-Kreis niemand. "Es sind zwar viele Einsätze, aber die Auswirkungen halten sich in Grenzen", so eine Sprecherin gegen 10 Uhr im Gespräch mit Schwäbische.de.

Am Ulmer Bahnhof wurden alle Zugverbindungen eingestellt, die Lage sei aber ruhig, erklärt SZ-Reporter Ludger Möllers.

10.10 Uhr - Heftige Böen und Starkregen in Ravensburg

Jetzt hat der Sturm auch Ravensburg erreicht. Gerade gab es rund 15 Minuten lang heftige Sturmböen, begleitet von Starkregen. Kollegen von Schwäbische.de sind hier in unserer Redaktion im Gespräch mit Roland Roth von der Wetterwarte Süd. Er wird für uns die aktuelle Lage auf Basis neuester Wetterdaten noch einmal einschätzen.

So erleben Reisende das Sturmtief am Bahnhof Ravensburg
Bahnverkehr eingestellt – sind Sie betroffen? So erleben Reisende in Ravensburg das Sturmtief "Sabine" am Montagmorgen.

Bislang halten sich die Folgen von Sturm Sabine in Baden-Württemberg zwar noch in Grenzen. Experten erinnern jedoch daran, dass der Höhepunkt des Sturms gerade im Südwesten noch ausstehen könnte. Wir halten Sie aber über die Entwicklung an dieser Stelle auf dem Laufenden.

09.45 Uhr - Totaler Stromausfall in Wolfegg

SZ-Chefredakteur Hendrik Groth berichtet gerade von einem "Blackout" in Wolfegg. Sobald wir nähere Informationen zu dem totalen Stromausfall haben, vermelden wir es umgehend an dieser Stelle.

In Weingarten hat der Sturmeinen Baum entwurzelt und umstürzen lassen.
In Weingarten hat der Sturm einen Baum entwurzelt und umstürzen lassen. (Foto: Feuerwehr Weingarten)

09.20 – Schiffsverkehr am Bodensee eingestellt

Wegen Sturm Sabine wurde am Montagmorgen zunächst der Betrieb des Katamarans zwischen Friedrichshafen und Konstanz durch die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) eingestellt.

Die Fähre Konstanz-Meersburg verkehrte zwar noch am frühen Morgen, wurde aber gegen 9 Uhr wegen der zunehmenden Windstärke ebenfalls gestoppt. Auch die Fähre Friedrichshafen-Romanshorn fährt nach Angaben der BSB bis auf Weiteres nicht. 

Drei Lastwagen auf A96 in schweren Unfall verwickelt
Offenbar hatte sich die Abdeckplane eines unbeladenen Kieslasters gelöst. Dann kam es zu einer Kettenreaktion mit schweren Folgen. ORT: Neuravensburg

Aufgrund der hohen Windstärke und den damit verbundenen Wellen sei eine sichere Einfahrt in die Häfen derzeit nicht möglich, teilten die Stadtwerke Konstanz mit. „Der Fährbetrieb wird wieder aufgenommen, sobald sich die Situation bessert, was jedoch mehrere Stunden dauern kann“, hieß es weiter.

Für den gesamten Bodensee-Schiffsverkehr gilt am Dienstag akute Sturmwarnung. Die entsprechenden Warnleuchten sind am gesamten deutschen, schweizerischen und österreichischen Bodenseeufer aktiv.

Laut Polizei sind bei einem Unfall auf der A96 drei Lastwagen beteiligt, mindestens ein Fahrer ist verletzt.
Laut Polizei sind bei einem Unfall auf der A96 drei Lastwagen beteiligt, mindestens ein Fahrer ist verletzt. (Foto: Thomas Pöppel)

09.00 Uhr - Keine Flugausfälle in Memmingen, Friedrichshafen erwartet Einschränkungen

Am Allgäu-Airport in Memmingen verläuft aktuell (Stand 08.40 Uhr) noch alles nach Plan, erklärt Pressesprecherin Marina Siladji auch Nachfrage von Schwäbische.de. Flugausfälle gibt es bislang keine.

Ob das so bleibt, müsse allerdings auch in Memmingen vom weiteren Verlauf des Sturms abhängig gemacht werden. Die Fluglinien würden dann situativ entscheiden, ob Verbindungen gestrichen werden würden oder nicht.

Etwas anders die Lage am Bodensee-Airport in Friedrichshafen. Dort sei der Flug von Düsseldorf nach Frankfurt am Morgen noch planmäßig abgehoben, der Flug nach Hamburg mit Verspätung. Die Verbindung nach Frankfurt um 10.25 Uhr musste gestrichen werden, erklärt Pressesprecher Andreas Humer-Hager. 

"Wir rechnen allerdings damit, dass im weiteren Verlauf des Tages noch Ausfälle hinzukommen können", so Humer-Hager weiter. Dies läge allerdings nicht zwangsläufig an der Sturmsituation am Bodensee, sondern an der Lage an den Abflug- oder auch Zielorten. So hatten sich bereits Flüge von British Airways am Sonntag aufgrund der stürmischen Situation in Großbritannien verzögert.

(Foto: Ludger Möllers / SZ)

08.45 Uhr - Flughäfen Stuttgart und München stark betroffen

Der Flughafen in Stuttgart hat bereits vorgesorgt und am Sonntag Flüge gestrichen. Nach Angaben eines Sprechers wurden bis zum Montagmorgen insgesamt 40 Starts und 36 Landungen abgesagt.

Mit Einschränkungen rechnet der Flughafen aber bis in den Nachmittag hinein. Wenn die Maschinen nicht in Stuttgart ankämen, fehlten sie für die geplanten Weiterflüge, erklärte die Sprecherin.

Die Airline Eurowings strich fast alle Flüge für die Dauer des Sturmtiefs — auch davon war Stuttgart stark betroffen. Fluggäste sollten nicht mehr zu den betroffenen Flughäfen anreisen, warnte das Unternehmen. Sie könnten ihre Buchungen kostenfrei umbuchen.

Am Flughafen München wurden vorsorglich 420 der mehr als 1000 geplanten Flüge abgesagt. Auch am Flughafen Nürnberg wurden mehrere Flüge abgesagt.

Vor allem die Lufthansa, der größte Kunde des Flughafens München, hatte alle Kontinentalflüge bis 13.00 Uhr und alle Interkontinentalflüge bis 14.00 Uhr an Deutschlands zweitgrößtem Airport ausgesetzt.

08.30 Uhr - Bislang nur Leichtverletzte durch Sturm-Unfälle

Im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West mit Sitz in Kempten hat es aufgrund des Sturms bislang eine verletzte Person gegeben. In Aletshausen (Landkreis Günzburg) krachte ein Baum auf einen Pkw. Der Fahrer darin wurde leicht verletzt.

Bei Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) war ein Baum auf das Dach eines Autos gekracht. Dabei wurde ein Mensch verletzt, wie die Polizei mitteilte. Es bestehe aber keine Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher.

08.20 Uhr - Bahnverkehr bleibt massiv beeinträchtigt

Der bundesweite Fernverkehr sowie der Regionalverkehr bei der Bahn bleiben weiterhin ausgesetzt oder stark eingeschränkt. Die Bahn führt derzeit Streckenkontrollen durch. 

Für Kunden, die sich über die aktuelle Verkehrslage und Auswirkungen des Sturmtiefs auf den Bahnverkehr informieren möchten, wurde eine kostenfreie Hotline eingerichtet. Die Nummer lautet 08000 99 66 33.

Orkan „Sabine“: Fähren und Katamaran eingestellt
Katamaran zwischen Friedrichshafen und Konstanz fährt nicht, auch Fährbetrieb ist nun eingeschränkt.

08.10 Uhr - Sperrung der B32 bei Amtzell bestätigt sich nicht

Die mögliche Sperrung der B32 zwischen Wangen und Ravensburg in der Nähe von Amtzell hat sich nicht bestätigt. Derzeit lägen keine Hinweise auf eine Sperrung der Strecke vor, erklärte Markus Sauter von der Polizei Ravensburg auf Nachfrage von Schwäbische.de.

Dennoch käme es im gesamten Landkreis derzeit auf kleineren Straßen und Landstraßen zu Behinderungen durch umgestürzte Bäume. "Und der Höhepunkt des Sturms ist ja noch nicht erreicht", gibt Sauter zu bedenken.

07.55 Uhr - Weiteres Sturmfeld am Abend erwartet

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie Kachelmann-Wetter warnen vor einem weiteren Sturmfeld, welches in den Abendstunden über Süddeutschland hinwegziehen wird. 

Im Südwesten müsse mit Sturmböen zwischen 80 und 110 km/h gerechnet werden. Auch der DWD meldet "in der Nacht zum Dienstag nach kurzer Pause erneut Sturm- oder schwere Sturmböen".

Ein wagemutiger Windsurfer ist am Montagmorgen auf dem Bodensee unterwegs - der Schiffsverkehr wurde zu dieser Zeit bereits eing
Ein wagemutiger Windsurfer ist am Montagmorgen auf dem Bodensee vor Fischbach unterwegs - der Schiffsverkehr wurde zu dieser Zeit bereits eingestellt. (Foto: Marcus Fey)

07.40 Uhr - Schwere Sturmböen, aber bislang ohne schwere Folgen

Schwere Böen, bislang nur leichte Folgen: Wegen des Orkantiefs Sabine ist die baden-württembergische Polizei nach Angaben des Lagezentrums im Innenministerium zwar Hunderte Male ausgerückt, größere Schäden wurden zunächst aber nicht bekannt.

"Wir haben bis gegen 4.00 Uhr morgens insgesamt 420 Einsätze gezählt", sagte ein Sprecher im Lagezentrum am Montagmorgen. "Aber noch ist alles glimpflich verlaufen."

Mehrere Bundesstraßen seien gesperrt worden, Dutzende Bäume stürzten um. Schwerer verletzt wurde demnach bislang niemand. 

Bei Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) war ein Baum auf das Dach eines Autos gekracht. Dabei wurde ein Mensch verletzt, wie die Polizei mitteilte. Es bestehe aber keine Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher.

Der bundesweite Bahnverkehr bleibt unterdessen aller Voraussicht nach bis 10 Uhr massiv eingeschränkt.

Sturmwarnung am Bodensee

Blinken die Warnleuchten rund um den Bodensee 90 Mal pro Minute, bedeutet das "Sturmwarnung". Blinken sie 40 Mal, bedeutet das "Starkwindwarnung".

07.30 Uhr - Mögliche Sperrung auf B32 zwischen Wangen und Ravensburg

Wie uns ein Arbeitskollege soeben telefonisch berichtet scheint es auf der B32 zwischen Wangen und Ravensburg kurz nach Amtzell Behinderungen zu geben. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

07.20 Uhr - Zahlreiche Meldungen über Stromausfälle

Dem Stromnetzbetreiber NetzeBW liegen aktuell über 100 Meldungen in ganz Baden-Württemberg zu Störungen vor. Der Großteil der Störungen gehe auf den Sturm zurück, erklärt eine Sprecherin.

07.05 Uhr -  Landstraße 280 zwischen Mettenberg und Laupertshausen gesperrt

Nach Angaben von Biberachs Feuerwehrkommandant Florian Retsch ist auch die Landstraße 280 zwischen Mettenberg und Laupertshausen derzeit gesperrt. Nahezu alle Feuerwehren im Kreis seien derzeit im Einsatz, so der Kommandant. Der Führungsstab des Landkreises Biberachs sei zusammengetreten.

06.55 Uhr - B312 zwischen Biberach-Jordanbad und Ringschnait gesperrt

Erste Bäume sind am Montagmorgen bereits im Biberacher Stadtgebiet umgestürzt. „Wir haben verschiedene Einsatzstellen“, sagt der stellvertretender Feuerwehr-Kommandant Florian Hofmann auf Nachfrage von Schwäbische.de.

Bäume seien auf Autos, Straßen oder Laternen gestürzt. Derzeit ist die viel befahrene und im Berufsverkehr wichtige Straße, die B312 zwischen Biberach-Jordanbad und Ringschnait, komplett gesperrt.

Seit dem späten Sonntagabend ist die Integrierte Leitstelle im Landkreis Biberach personell verstärkt. Drei Disponenten nehmen Notrufe entgegen. Sollte es die Lage erfordern, könnten weitere Disponenten nachalarmiert werden, so Michael Mutschler, DRK-Geschäftsleitung Rettungsdienst, auf Nachfrage von Schwäbische.de.

Damit die Leitstelle im Fall eines Stromausfalls weiter arbeiten kann, wurde eine mobile Notstromversorgung aufgebaut.

In Alarmbereitschaft sind auch die Feuerwehren im Landkreis Biberach. „Wir rechnen mit einer Vielschichtigkeit an Einsätzen“, sagte Biberachs Feuerwehrkommandant Florian Retsch.

06.45 Uhr - Vor allem Bahn-Pendler betroffen

Vor allem Bahnfahrer müssen sich am Montagmorgen auf starke Einschränkungen einstellen. Die privaten Betreiber Go-Ahead und Abellio fahren ihre ersten Züge frühestens ab 8.00 Uhr an und entscheiden dann je nach Wetterlage.

„Abellio empfiehlt seinen Fahrgästen (sofern möglich) am morgigen Montag auf Reisen zu verzichten“, teilte das Stuttgarter Unternehmen mit.

Go Ahead kündigte an, Strecken würden von DB Netz erst nach Erkundungsfahrten und eventuellen Reparaturarbeiten wieder freigegeben. „Es ist leider schon jetzt absehbar, dass die Störungen den ganzen Tag über andauern werden“, teilte der Betreiber mit.

Wegen des Wetters und der flächendeckenden Auswirkungen sei es nicht möglich, einen Ersatzverkehr mit Bussen zu realisieren.

Der Fernverkehr der Bahn bleibt bis mindestens 10.00 Uhr eingestellt. 

06:40 Uhr - Sperre auf B313 Sigmaringen Richtung Stockach

Die B313 Sigmaringen Richtung Stockach ist wegen umgestürzter Bäume zwischen Mühlweiler und Hoppetenzell bis auf Weiteres gesperrt, eine örtliche Umleitung ist eingerichtet.

06.30 Uhr - Bahn beginnt Erkundungsfahrten

Wie die Deutsche Bahn am frühen Morgen mitteilt, werden in Kürze erste Erkundungsfahrten entlang der Strecken. gestartet, um etwaige Schäden und blockierte Gleise zu beseitigen. "Soweit möglich wird der Verkehr im Anschluss an etwaige Reparaturarbeiten dann auf den derzeit gesperrten Strecken sukzessive aufgenommen", heißt es. Für den Fernverkehr sei mit einer Betriebsaufnahme nach jetzigen Stand nicht vor 10 Uhr zu rechnen.

06.00 Uhr - Schulfrei in Bayern, Eltern entscheiden in BaWü selbst

In den bayerischen Landkreisen Neu-Ulm und Lindau fällt am Montag flächendeckend der Unterricht aus, in Baden-Württemberg wird an einigen Schulen kein Unterricht stattfinden. 

Das Kultusministerium von Baden-Württemberg stellt es Eltern frei, ob sie ihre Kinder heute in die Schule schicken oder nicht. Dazu heißt es:

"Eltern bzw. Erziehungsberechtigte können entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. Falls der Weg zur Schule aufgrund extremer Wetterlagen vor Ort nicht zumutbar ist, können Eltern ihr Kind vom Unterricht befreien lassen. Die Schule ist in diesem Fall zu informieren."

Das Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises empfahl Schülern, am Montag zuhause zu bleiben. 

Informationen zum Unterricht am Montag finden Eltern in der Regel auch auf den Webseiten der jeweiligen Schulen.

05:45 Uhr - Bahnverkehr in Oberschwaben eingestellt

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und zunehmender Windstärken hat sich die Deutsche Bahn dazu entschieden, den Fernverkehr bundesweit bis mindestens Montag 10 Uhr einzustellen.

"Erst nach Schadaufnahme im Rahmen von Erkundungsfahrten und erforderlichen Reparaturarbeiten werden ab etwa 10 Uhr die Strecken für den Fernverkehr sukzessive wieder freigegeben", vermeldet die Bahn. Es sei absehbar, dass die Störungen "am Montag den ganzen Tag über andauern werden".

Von den Störungen ist somit auch der Regionalverkehr in Oberschwaben und Bayern betroffen. Der Zugverkehr des Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (Bodo) wurde weitgehend eingestellt. Der Stopp gilt mindestens bis Montag 8 Uhr. 

Die Deutsche Bahn hat unter 08000 99 66 33 eine Telefon-Hotline geschaltet. Informationen gibt es auch in der Bahn-App und auf der Webseite der Bahn.

05.30 Uhr - Sturm erreicht Süddeutschland

Orkantief "Sabine" hat weite Teile Deutschlands überquert - im Süden steht der schwere Sturm jetzt unmittelbar vor der Tür, das Unwetter wird hier in der ersten Tageshälfte erwartet. 

In ganz Süddeutschland sind in tiefen Lagen einzelne Orkanböen (um 120 km/h) möglich, auf den Bergen teils die volle Orkanstärke (über 140 km/h). Im Süden müssen die Menschen gebietsweise mit Starkregen rechnen, zudem kann es in der Mitte und im Süden der Republik am Morgen kräftig gewittern. Das stürmische Wetter soll den Meteorologen zufolge in ganz Deutschland bis Dienstagabend anhalten.

"Sabine" ist laut DWD ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie "Kyrill" (2007) oder "Lothar" (1999) werde "Sabine" nicht, hieß es im Vorfeld.

Erste Bäume sind am Montagmorgen bereits im Biberacher Stadtgebiet umgestürzt. (Foto: Daniel Häfele / SZ)

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