„Sabine“ sorgt noch einmal für etliche Einsätze in der Nacht - nach Sturm kommt nun Schnee

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Digitalredakteur

Größere Schäden wegen des Sturmtiefs „Sabine“ sind in der Nacht ausgeblieben, wie die zuständigen Polizeipräsidien auf Nachfrage von Schwäbische.de am Morgen mitteilten. Der Bahnverkehr ist weiter beeinträchtigt.

Der Überblick:

Seit Montagabend hat es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen 45 Meldungen gegeben, die mit dem Unwetter in Verbindung standen. Hauptsächlich habe die Polizei die Straße gesichert, damit Feuerwehrleute umgestürzte Bäume entfernen konnten. Auch ein aufgestelltes Welldach habe es gegeben.

Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Insgesamt habe es seit Montagmorgen 250 Einsätze gegeben – mit einem geschätzten Sachschaden von rund 200 000 Euro.

Für den Alb-Donau-Kreis, die Stadt Ulm sowie den Landkreis Biberach hatte das Polizeipräsidium in Ulm am Morgen keine Meldungen vorliegen. Gegen 11 Uhr wurde der Polizei ein Schaden in Dornstadt gemeldet. Der Sturm deckte eine landwirtschaftlich genutzte Halle ab - auf dem Dach befand sich eine Photovoltaikanlage. Umherfliegende Teile haben weitere Gebäude beschädigt, den Schaden schätzt die Polizei auf mindestens 250.000 Euro.

60 Einsätze hat es in der Nacht außerdem im Zuständigkeitsbereich des bayerischen Polizeipräsidiums Schwaben-Südwest gegeben.

Aufgrund der Prognose des Deutschen Wetterdienstes kann davon ausgegangen werden, dass am Dienstag 11. Februar 2020 ein regulärer Schulbetrieb stattfinden kann.

Kultusministerium Baden-Württemberg

Meist habe es sich um Bäume über der Fahrbahn gehandelt. Auch in den Landkreisen Neu-Ulm und Lindau habe es demnach Meldungen gegeben.

+++ Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und Lebensgefahr in Waldgebieten - Schwäbische.de hat den ganzen Montag über die wichtigsten Informationen zum Sturmtief "Sabine" gesammelt. Hier gelangen Sie zum Liveticker +++

Auch im Landkreis Tuttlingen sei es ruhig gewesen, so das Polizeipräsidium Konstanz. Insgesamt hat es in dessen Verbreitungsgebiet 25 Einsätze gegeben, allerdings ohne besondere Vorkommnisse. Im Bereich des Polizeipräsidiums Ravensburg hat es 27 Einsätze in der Nacht gegeben.

Während es im Landkreis Sigmaringen eher ruhig blieb, habe es Einsätze in Ravensburg, Wangen sowie am Bodensee gegeben. „Meistens waren es Bäume über der Fahrbahn, hin und wieder auch ein Gegenstand“, hieß es am Morgen.

Die Polizei meldet fünf Einsätze in Friedrichshafen. Neben kleineren Verkehrsunfällen ohne Personenschaden war das größte Problem eine umgestürzte Tanne im Bereich Lochbrücke im Seewald.  Für die Feuerwehr Friedrichshafen sieht der Einsatzplan aus der Nacht ebenfalls klein aus. Gegen 21.12 Uhr wurde ein sich gelöstes Vordach gemeldet, das von der Feuerwehr abmontiert und an einem sicheren Platz deponiert wurde. Kurz nach Mitternacht stürzte außerdem ein Baum auf der Kreisstraße zwischen Unterraderach und Markdorf um.

„Auf den stark frequentierten Bahnstrecken in Baden-Württemberg gibt es infolge des Sturmtiefs Sabine keine witterungsbedingten Beeinträchtigungen mehr“, teilt die Deutsche Bahn am Morgen mit. Im Fernverkehr würden demnach lediglich die IC-Züge zwischen Stuttgart und Singen derzeit noch vorzeitig in Tuttlingen beginnen und enden.

Dieses Straßenschild in Pfärrich hat dem Sturm nicht standgehalten.
Dieses Straßenschild in Pfärrich hat dem Sturm nicht standgehalten. (Foto: Dorothea Halbig)

Im Regionalverkehr sind die Einschränkungen größer, besonders Strecken im Schwarzwald sind betroffen.

Außerdem ist die Gäubahn zwischen Hattingen und Engen unterbrochen. „Auf den gesperrten Strecken setzt die Deutsche Bahn heute die Arbeiten zur Erkundung und Beseitigung der Störungen fort“, teilt das Unternehmen mit.

Auf dem Bodensee herrscht am Dienstagmorgen weiterhin Sturmwarnung, die Katamarane zwischen Konstanz und Friedrichshafen können nicht fahren. Der Fährverkehr Friedrichshafen-Romanshorn ist hingegen nach einer ersten Pause in Betrieb. 

Kinder müssen wieder zur Schule

Auch das Kultusministerium reagiert auf die verbesserte Wetterlage. In einer Mitteilung heißt es: „Aufgrund der Prognose des Deutschen Wetterdienstes kann davon ausgegangen werden, dass am Dienstag 11. Februar 2020 ein regulärer Schulbetrieb stattfinden kann – sofern auf dem Schulweg keine besonderen Umstände vorliegen.“

Das Wetter im Südwesten bleibt stürmisch. Vor allem im Schwarzwald ist am Dienstagmorgen weiterhin mit orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten um 105 Kilometer pro Stunde zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Schneefall kündigt sich an

Die schnellsten Windböen gab es in Amstetten im Alb-Donau-Kreis. Aber auch in Isny wurden Windgeschwindigkeiten von 91,7 Kilometern pro Stunde gemessen – das bedeutet Windstärke zehn, sagt Roland Roth von der Wetterwarte Süd.

Dieser letzte Kaltfront-Ausläufer von „Sabine“ sei teilweise auch mit Gewittern gekommen, sagt er.

Ein Hauch von Frühling bahnt sich an.

Roland Roth

Der Wind wird in den nächsten Tagen nicht mehr das bestimmende Thema sein – stattdessen sinken die Temperaturen, was die Glättegefahr massiv ansteigen lässt. „In höheren Lagen gibt es auf jeden Fall Frost“, so Roth.

Niederschläge würden demnach zum Beispiel am Bodensee in Schneefall übergehen. Grundsätzlich gelte: Je weiter südlich, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Schnee.   

Ein wagemutiger Windsurfer ist am Montagmorgen auf dem Bodensee unterwegs - der Schiffsverkehr wurde zu dieser Zeit bereits eing
Ein wagemutiger Windsurfer ist am Montagmorgen auf dem Bodensee vor Fischbach unterwegs - der Schiffsverkehr wurde zu dieser Zeit bereits eingestellt. (Foto: Marcus Fey)

Erst am Donnerstag wird es dann wieder freundlicher. Ein Highlight könnte aus der Sicht von Roland Roth das Wochenende werden. „Ein Hauch von Frühling bahnt sich an“, sagt er. Wegen starken Föhns könnte es im Allgäu bis zu 15 Grad geben.

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