Rote Karten auf Rekordniveau

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Sieben neue Vereine wollen in der neuen Bezirksligasaison kräftig mitmischen (von links): Sandro Haas (SV Eglofs), Matthias Hei
Sieben neue Vereine wollen in der neuen Bezirksligasaison kräftig mitmischen (von links): Sandro Haas (SV Eglofs), Matthias Heinz (SV Fronhofen), Bernd Florian (FC Lindenberg), Axel Wagner (TSV Heimenkirch), Staffelleiter Andreas Schele, Benny Jäger (VfL Brochenzell), Alex Bleile (SV Weingarten) und Martin Blank (TSV Eschach). (Foto: Klaus Eichler)
Klaus Eichler

1. Spieltag: SC Unterzeil-Reichenhofen – SV Mochenwangen (Fr, 17. August, 19 Uhr); SV Weingarten – VfL Brochenzell (Sa, 18. August, 17 Uhr); TSV Meckenbeuren – FC Isny, SG Argental – SV Seibranz, SV Beuren – TSV Eschach, SV Maierhöfen-Grünenbach, SV Fronhofen – FC Lindenberg (alle So, 19. August, 15 Uhr); SV Kressbronn – TSV Heimenkirch (Di, 21. August, 18.30 Uhr). Spielfrei: SV Eglofs.

Beim Staffeltag der Fußball-Bezirksliga im Sportheim des SV Maierhöfen-Grünenbach sind die Weichen für die Saison 2018/19 gestellt worden. Sieben neue Mannschaften – so viele wie schon lange nicht mehr – durfte Staffelleiter Andreas Schele begrüßen. Die neue Bezirksligasaison geht mit 17 Mannschaften auf Punkt- und Torejagd, was am Ende der Saison einen verschärften Abstieg bedeutet. Ein kleiner Rück- und Ausblick,

30 Spielausfälle: „Es war keine einfache Saison“, blickte Schele auf die Saison 2017/18 zurück. „Das Wetter spielte des Öfteren nicht mit.“ 30 Spielausfälle gab es, in der Saison davor waren es nur sechs. So heftig wie in der vergangenen Spielzeit war es zuletzt in der Saison 2012/13. 1183 Gelbe Karten zückten die Schiedsrichter, die meisten davon bekam der SV Haisterkirch (94), die wenigsten der SV Kressbronn (52). Nur 34 Gelb-Rote Karten mussten die Schiedsrichter zücken, so wenige wie seit Jahren nicht mehr. „Die Spielsperre zeigt Wirkung“, sagte Schele. Denn vor wenigen Jahren bedeutete eine Gelb-Rote Karte nur, dass der betreffende Spieler die laufende Partie nicht beenden durfte.Spitzenreiter in Sachen Gelb-Rot waren der TSV Ratzenried (5) und der FC Leutkirch (5). Ohne Ampelkarte kamen der SV Maierhöfen-Grünenbach und die SG Argental aus.

29 Rote Karten: Auf Rekordniveau war dagegen die Zahl der Roten Karten – 29 Spieler flogen so vom Platz. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur zwölf. „Die Sportgerichte hatten mal wieder deutlich mehr Arbeit“, meinte Schele. Die meisten Roten Karten kassierten Spieler des FC Isny (4). Ohne kamen der SV Maierhöfen-Grünenbach und der SV Beuren aus. Beuren schaffte das übrigens zum zweiten Mal in Folge.

920 Tore: 920 Tore wurden in der vergangenen Spielzeit erzielt. Torschützenkönig wurde zum vierten Mal in Folge Jakob Schuschkewitz vom SV Haisterkirch mit 29 Treffern, gefolgt von Philipp Boenke vom SV Baindt (28) und Andreas Krenzler von der SG Aulendorf (24). Zehn Vergehen gab es erneut bei der Ordnergestellung. Dabei stellt der Platzverein zwei, der Gastverein einen, durch Signalwesten gekennzeichnete Personen, die auf dem Spielberichtsbogen namentlich zu nennen ist. „Was oft vergessen wird, die drei müssen sich vor dem Spiel beim Schiedsrichter unaufgefordert vorstellen“, sagte Schele.

Vier Absteiger, vier Aufsteiger: Nach einer spannenden Schlussphase sind in der vergangenen Saison der SV Haisterkirch, der TSV Ratzenried und die SG Aulendorf abgestiegen. Der TSV Tettnang schaffte es zudem nicht, sich im Relegationsspiel gegen den A-Ligisten SV Eglofs durchzusetzen, Tettnang unterlag 1:2 und ist abgestiegen. Damit hat der SV Eglofs zum ersten Mal den Sprung in die Bezirksliga geschafft. Aufgestiegen in die Landesliga sind die SG Kißlegg und der FC Leutkirch, der im Relegationsspiel den SV Weingarten bezwang und die Bezirksliga schickte. Aufsteiger in die Bezirksliga sind der SV Fronhofen (Kreisliga A1), der VfL Brochenzell (Kreisliga A2) und der FC Lindenberg (Kreisliga A3), der nach zehn Jahren wieder in die Bezirksliga zurückkehrt.

32 Spiele pro Team: Die neue Saison beginnt am Sonntag, 19. August, mit 17 Mannschaften. Das heißt, dass es im Sommer 2019 vier statt drei Absteiger geben wird. 34 Spieltage statt 30 umfasst die Saison, weil es für jede Mannschaft in der Hin- und Rückrunde jeweils einen spielfreien Tag geben wird. Macht in Summe 272 statt 240 Spiele. Trotzdem gibt es nur einen Spieltag unter der Woche (3. Spieltag, Donnerstag, 30. August). Die Hinrunde endet am 24. November. Eine Woche später geht es in die Winterpause. Am 24. Februar 2019 wird die Rückrunde fortgesetzt, der letzte Spieltag ist am Samstag, 8. Juni.

Regeländerungen in der Saison 2018/19

Seit Jahren schon müssen die Ergebnisse im Amateurfußball unmittelbar nach Spielende elektronisch übermittelt werden. Die Spielerpässe gab es bis dato aber immer noch in der guten, alten analogen Zeit. Doch jetzt ist der Spielerpass in Papierform endgültig Geschichte. Der Nachweis der Spielberechtigung, wie es etwas sperrig heißt, wird künftig bei allen Spielen elektronisch geführt. Eines bleibt aber: Der Fußballer muss anhand des Fotos klar und eindeutig zu identifizieren sein. Verbands- und Bezirkspokalspiele sind künftig Pflichtspiele, bisher galt das Freundschaftsspielrecht.

Spielverlegungen muss der Staffelleiter nicht mehr zwingend zustimmen, ausgenommen ist allerdings der letzte Spieltag. Der Tabellenletzte steigt künftig immer ab, unabhängig von der Zahl der Mannschaften. „Gesunder Wettbewerb zeichnet sich nicht nur durch Aufstieg, sondern auch durch Abstieg aus“, sagte Bezirks-Schiedsrichterobmann Joe Ringer. Sperren nach Platzverweisen in Meisterschafts- und Pokalspielen sind nicht mehr Zeitsperren, sondern eine bestimmte Anzahl von Pflichtspielen. Trinkpausen dürfen nicht länger als eine Minute dauern – „zu wenig, kann ich nicht nachvollziehen“, meinte Staffelleiter Andreas Schele. Beißen – Luis Suarez lässt grüßen – wurde in die Liste der Vergehen aufgenommen. Lässt der Torhüter den Ball absichtlich mit den Händen abprallen, darf er ihn ein zweites Mal aufnehmen. (ke)

1. Spieltag: SC Unterzeil-Reichenhofen – SV Mochenwangen (Fr, 17. August, 19 Uhr); SV Weingarten – VfL Brochenzell (Sa, 18. August, 17 Uhr); TSV Meckenbeuren – FC Isny, SG Argental – SV Seibranz, SV Beuren – TSV Eschach, SV Maierhöfen-Grünenbach, SV Fronhofen – FC Lindenberg (alle So, 19. August, 15 Uhr); SV Kressbronn – TSV Heimenkirch (Di, 21. August, 18.30 Uhr). Spielfrei: SV Eglofs.

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