Rolf Engler wieder an der Spitze des Sportverbands

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 Rolf Engler in Aktion.
Rolf Engler in Aktion. (Foto: Elke Obser)
Sportredakteur

Nach 32 Jahren sollte eigentlich endgültig Schluss gewesen sein an der Spitze des Sportverbands Ravensburg, nun ist Rolf Engler doch wieder an die Spitze des Vereins gewählt worden, der mehr als 20 000 Sportler in 52 Ravensburger Vereinen vertritt. Er übernehme diese Amt aber nur, bis endlich ein Nachfolger gefunden sei, kündigte Engler am Dienstagabend bei der Hauptversammlung des Sportverbands an.

2015 hatte Rolf Engler nicht mehr als Vorsitzender des Sportverbands kandidiert, Roland Frommlet übernahm das Amt, Engler wurde sogleich zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Als Frommlet nach eineinhalb Jahren aus privaten Gründen zurücktrat, übernahm der stellvertretende Vorsitzende Thomas Prüß kommissarisch. Prüß hatte in den eineinhalb Jahren danach ein großes Ziel: Jemanden zu finden, der die erste Position übernimmt. Denn er selbst wollte sich aus der Führungsriege nach der Amtsperiode zurückziehen. Zu aufwendig waren seine Ämter beim TSB Ravensburg als Vorsitzender und Kassier zugleich. Doch Prüß wurde nicht fündig, zumindest nicht bis zur nächsten regulären Hauptversammlung. So blieb ihm beim Tagesordnungspunkt sieben, den Neuwahlen, nichts anderes übrig, als in die Runde zu fragen, ob jemand bereit wäre für dieses Amt. Da sich niemand meldete, brachte Prüß den langjährigen Vorsitzenden Engler ins Spiel.

Nachfolger schnell finden

Rolf Engler erklärte sich ausführlich. Er wolle nicht den Eindruck erwecken, nicht loslassen zu können. Doch der Sportverband sei einfach zu wichtig: „Wir sind eine Größe.“ Gebündelt würden die Interessen besser vertreten. Er sei bereit, sich zur Wahl zu stellen, wenn er eine Übergangslösung darstelle und quasi jederzeit zurücktreten könne, wenn denn ein Nachfolger gefunden werde. Prüß machte im Mut, dass er einen möglichen neuen Vorsitzenden schon in der Hinterhand habe – wenn auch noch nicht jetzt, sondern eher in zwei Jahren. Darauf ließ sich Engler ein, das Votum für ihn fiel einstimmig aus. Ihm zur Seite stehen unter anderem Reinhard Mosch als Stellvertreter, Karlheinz Beck als Geschäftsführer. Thomas Prüß bleibt dem Vorstand als Beisitzer erhalten.

Den Wahlen vorausgegangen waren Berichte des stellvertretenden Vorsitzenden Prüß und des Geschäftsführers Beck zum Sportjahr 2017. Das dringlichste Problem bleibt demnach der Bau einer neuen, dreiteiligen Sporthalle. Prüß zeigte sich höchstens verhalten optimistisch, dass das Ziel bald erreicht werde, wesentlich positiver formulierte der Erste Bürgermeister Simon Blümcke seine Erwartungshaltung: „Die Halle steht im Sportentwicklungsplan drin.“ Dass der Bau eine Notwendigkeit sei, unterstrich er mit dem Satz: „Ravensburg ist eine Sportstadt.“ Prüß dankte er für seinen Einsatz, besonders in den vergangenen eineinhalb Jahren, als er Frommlet ersetzte: „Sie habe sich nicht darum gedrängt, aber sie haben’s gut gemacht.“

Klares Votum gegen „E-Sport“

Relativ einseitig verlief die Diskussion darüber, ob „E-Sport“ – elektronischer Sport, also am Computer – als Sport gelten solle. Danach fragt nämlich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), hier vertreten durch den Württembergischen Landessportbund (WLSB). „Vielen jungen Menschen ist das wichtig“, sagte Karlheinz Beck dazu, als er das Thema vorstellte. Die Reaktionen waren durchweg negativ. „Da steckt Kalkül dahinter“, war eine Meinung zu dem überwiegenden Marketinggedanken, den die Branche habe. Durch die Aufnahme in den DOSB wolle sich „E-Sport“ allein gesellschaftlich aufwerten, lautete ein anderer Beitrag. Das Votum war danach einstimmig negativ, so werde es über den Sportkreis nun dem WLSB vermittelt, kündigte Beck an.

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