Ravensburgs Spieler müssen ans Limit kommen

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 Jona Boneberger (rechts) trifft mit dem FV Ravensburg auf den Tabellenzweiten Bahlinger SC.
Jona Boneberger (rechts) trifft mit dem FV Ravensburg auf den Tabellenzweiten Bahlinger SC. (Foto: Rolf Schultes)
Sportredakteur

Fünf Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage – die Bilanz des FV Ravensburg nach dem Ende der Winterpause kann sich in der Fußball-Oberliga wahrlich sehen lassen. Dass zu dieser Bilanz einer Spitzenmannschaft aber nicht eine Mannschaft aus der Spitzengruppe gehört, ist mit den wechselhaften Leistungen der Ravensburger in der Vorrunde zu erklären. So bleibt Trainer Steffen Wohlfarth mit seiner Mannschaft nichts anderes übrig, als in großen Spielen großen Gegnern zu zeigen, was bei konstanten Leistungen möglich gewesen wäre. Einer dieser großen Gegner kommt mit dem Bahlinger SC am Samstag (14 Uhr) nach Ravensburg.

Steffen Wohlfarth wird sehr deutlich, wenn er über die Qualitäten der Bahlinger spricht. „Von Anfang an habe ich gesagt, dass sie spielerisch die beste Mannschaft sind“, sagt er – ein Kompliment, das angesichts der Stuttgarter Kickers in der Oberliga nicht hoch genug einzuschätzen ist. Auf jeder Position sei Bahlingen gut besetzt, sagt Wohlfarth. Bevor aus dem dicken Lob für den kommenden Gegner eine Schwärmerei wird, fügt er aber gleich hinzu, dass Bahlingen schlagbar sei. Das habe Ravensburg nicht zuletzt im Hinspiel gezeigt, das sie in Bahlingen „mit ein bisschen Glück“ für sich entschieden (2:0). „Wir wollen auch zu Hause gewinnen“, sagt Wohlfarth selbstbewusst.

Dieses Selbstbewusstsein ist nicht nur den jüngsten Erfolgen des FV zu verdanken – die vergangenen drei Spiele wurden gewonnen –, sondern sicher auch dem erfolgreichen Abschluss seines Lehrgangs für den Trainerschein DFB-Elite-Jugend. Eine Woche im März und nun noch einmal eineinhalb Wochen in der ersten Aprilhälfte hat Wohlfarth damit verbracht, die Anforderungen für diese Lizenz zu erfüllen. Von Montag bis Mittwoch war er in Schönegg bei Karlsruhe, um die Abschlussprüfungen abzulegen. „Ich habe bestanden“, sagt Wohlfarth, der allerdings noch vier bis sechs Wochen warten muss, bis seine genaue Note feststeht. Zwei Dutzend angehende Fußballlehrer hätten den Lehrgang des Deutschen Fußball-Bunds absolviert, sagt Wohlfarth.

Eineinhalb Wochen lang hat er wegen des Lehrgangs die Trainingseinheiten seiner Mannschaft verpasst. Am Donnerstag wirkte er beim Abschlusstraining erstmals wieder mit. Um gegen Bahlingen, dessen Aufstiegsambitionen am Dienstag beim 1:1 gegen den SSV Reutlingen einen leichten Dämpfer erhielten, brauche es „jeden Spieler am Limit“. Nach den jüngsten Erfolgen werde er vermutlich wenige Wechsel vornehmen.

Wenige Wechsel vorgesehen

Max Chrobok habe seine Sache im Sturmzentrum gut gemacht, auch Daniel Schachtschneider habe als Einwechselspieler mit drei Treffern in zwei Partien überzeugt. Dazu komme Rahman Soyudogru, der beim 3:2 in Göppingen am vergangenen Sonntag gar nicht zum Einsatz kam. „Wir wissen um seine Qualität“, macht Wohlfarth ihm Mut. Er brauche am Samstag 18 Spieler im Kader, die auf einen Einsatz brennen.

Zu gewinnen, jedenfalls nicht gegen Bahlingen zu verlieren, ist Wohlfarth auch ein persönliches Anliegen. Denn auf der Trainerbank des Tabellenzweiten sitzt Dennis Bührer. Und mit dem verbindet Wohlfarth eine gemeinsame Vergangenheit in der Freiburger Jugend – und eine daraus entstandene gute Freundschaft. Wer da das direkte Aufeinandertreffen verliere, müsse damit leben, es vom Gegenüber immer wieder vorgehalten zu bekommen. In der Vorrunde profitierte Wohlfarth vom Sieg in Bahlingen. Einen Erfolg Bührers in Ravensburg will er deshalb gleich zweimal verhindern. Außerdem wäre ein weiterer Sieg für den FV ganz hilfreich, um in der Tabelle noch ein Stück voranzukommen. Auch wenn es für die vorderen Plätze eher nicht mehr reichen wird.

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