Ravensburger Rechtsanwalt sitzt selbst auf der Anklagebank

Lesedauer: 6 Min
Eine Anwältin hält ein Gesetztestext in der Hand
Parteiverrat ist eine Straftat, die nur Anwälte und Rechtsbeistände begehen können. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg wirft einem Strafverteidiger vor, gegen die Interessen seines Mandanten verstoßen zu haben. Der Mandant sieht das freilich anders. Und der Rechtsanwalt auch. (Foto: Colourbox)

Das Stichwort: Parteiverrat

„Parteiverrat“ ist eine Straftat, die nur von Rechtsanwälten oder Rechtsbeiständen (zum Beispiel Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern) begangen werden kann. Dahinter steckt der Grundsatz, dass man nicht zwei Herren gleichzeitig dienen darf und sich ein Anwalt mit vollem Einsatz für seinen jeweiligen Mandanten ins Zeug legen muss. Geregelt ist das über Paragraf 356 des Strafgesetzbuches. Umstritten unter Juristen ist aber beispielsweise, ob schon ein Interessengegensatz vorliegt, wenn ein Strafverteidiger mehrere getrennt verfolgte Beschuldigte vertritt, die sich potenziell gegenseitig belasten könnten, aber subjektiv keinen Interessengegensatz sehen, etwa bei Bandenkriminalität. Parteiverrat kann theoretisch mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. In der Regel bekommen die verurteilten Anwälte aber eine Geldstrafe aufgebrummt. (vin)

Eine seltene Straftat wird gerade vor dem Landgericht Ravensburg verhandelt. Ein Rechtsanwalt soll Parteiverrat begangen haben.

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Das Stichwort: Parteiverrat

„Parteiverrat“ ist eine Straftat, die nur von Rechtsanwälten oder Rechtsbeiständen (zum Beispiel Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern) begangen werden kann. Dahinter steckt der Grundsatz, dass man nicht zwei Herren gleichzeitig dienen darf und sich ein Anwalt mit vollem Einsatz für seinen jeweiligen Mandanten ins Zeug legen muss. Geregelt ist das über Paragraf 356 des Strafgesetzbuches. Umstritten unter Juristen ist aber beispielsweise, ob schon ein Interessengegensatz vorliegt, wenn ein Strafverteidiger mehrere getrennt verfolgte Beschuldigte vertritt, die sich potenziell gegenseitig belasten könnten, aber subjektiv keinen Interessengegensatz sehen, etwa bei Bandenkriminalität. Parteiverrat kann theoretisch mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. In der Regel bekommen die verurteilten Anwälte aber eine Geldstrafe aufgebrummt. (vin)

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