Ravensburger Realschulen sind gefragt

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Nach den Sommerferien werden weniger Ravensburger Schüler als im Vorjahr in der fünften Klasse auf ein Gymnasium wechseln, dafür aber mehr auf eine Realschulen. (Foto: dpa)
Redaktionsleiter

Weniger Ravensburger Schüler als im Vorjahr wechseln nach den Sommerferien in der fünften Klasse auf ein Gymnasium. Dafür hat sich der Zulauf zu den Realschulen erhöht. In etwa gleiche Zahlen verzeichnen zum neuen Schuljahr die Gemeinschaftsschulen und die Werkrealschule.

Die Zahl der Fünftklässler in der Stadt ist mit 685 Anmeldungen fast gleich geblieben (Vorjahr 679). Das Gros der Schüler wird erneut ein Gymnasium oder eine Realschule besuchen. 304 Kinder und ihre Eltern haben sich für das Gymnasium entschieden (44,4 Prozent), 265 für eine Realschule (38,7 Prozent; Vorjahr: 34,6 Prozent).

Vor allem die Realschule St. Konrad verzeichnet dabei einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr (von 90 auf 120 Anmeldungem) und bildet erstmals vier Eingangsklassen.

Grund: Grundschulempfehlung

Vor einem Jahr hatten sich noch 49 Prozent der Fünftklässler auf einem Gymnasium angemeldet. Den Rückgang führen Experten darauf zurück, dass die Grundschulempfehlung wieder eingeführt wurde (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete). Vermutlich melden weniger Eltern ihre Kinder an einem Gymnasium an, wenn diese keine entsprechende Empfehlung haben.

Die Empfehlung muss seit diesem Jahr wieder vorgelegt werden, ist allerdings nicht verbindlich. Eltern haben das Recht, sich über sie hinwegzusetzen. Das tun, zumindest in Ravensburg, aber nicht viele, glaubt Mark Overhage, Rektor des Albert-Einstein-Gymnasiums und Geschäftsführender Schulleiter der städtischen Gymnasien.

Für die private Werkrealschule St. Konrad, die letzte in Ravensburg, haben sich laut Statistik des städtischen Schulamtes 8,2 Prozent (Vorjahr: 7,4 Prozent) entschieden.

Fast gleich geblieben sind die Zahlen für die beiden städtischen Gemeinschaftsschulen. 8,8 Prozent (Vorjahr: 9,0) haben die jüngste Schulart gewählt. In Zahlen sind dies insgesamt 60 Kinder.

Von diesen werden 37 an die Barbara-Böhm-Schule wechseln (Vorjahr 36) und 23 (Vorjahr 25) an die Gemeinschaftsschule Kuppelnau. Die Barbara-Böhm-Schule ist damit in der Eingangsklasse wieder zweizügig, die Kuppelnau einzügig.

An den Ravensburger Grundschulen werden nach den Sommerferien mehr Erstklässler als im Vorjahr ihre Aufnahme feiern (470 zu 431). Höhere Anmeldezahlen haben vor allem die Grundschulen Neuwiesen und Weststadt (plus 12 und plus 22) zu verzeichnen. An den Grundschulen in Taldorf und Schmalegg werden im kommenden Schuljahr lediglich kleine Klassen mit 17 und 18 Kindern gebildet.

Offene Konsequenzen

Hinter verschlossenen Türen tagt weiterhin der Arbeitskreis zur Schulentwicklungsplanung in Ravensburg. Offen ist die Frage, ob und welche Konsequenzen aus den aktuellen und prognostizierten Zahlen gezogen werden. Im Vorfeld war im Gemeinderat öffentlich über eine mögliche Fusion der beiden Gemeinschaftsschulen spekuliert worden. Die Verwaltung hatte dementiert, dass es entsprechende Überlegungen gibt.

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