Ravensburg und Weingarten verleihen die Kulturpreise 2018

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 Die Preisträger: Barbare Ehrmann (Dritte von links) und Peter Pux (Dritter von rechts) mit ihren Laudatoren, umrahmt von den O
Die Preisträger: Barbare Ehrmann (Dritte von links) und Peter Pux (Dritter von rechts) mit ihren Laudatoren, umrahmt von den Oberbürgermeistern der Städte Weingarten, Markus Ewald (links), und Ravensburg, Daniel Rapp (rechts). (Foto: Dorothee L. Schaefer)
Dorothee L. Schaefer

Die Besucher strömen in den Schwörsaal: 250 Gäste sind angemeldet und sämtliche Sitzreihen sind voll besetzt. Die Städte Ravensburg und Weingarten haben am Mittwoch den Kulturpreis verliehen.

In diesem Jahr wurden ein Hauptpreis und ein Förderpreis vergeben. Es finden sich alle Generationen im Publikum, denn der Hauptpreis geht an die 1962 in Ravensburg geborene und in Liebenau mit drei Geschwistern aufgewachsene Künstlerin Barbara Ehrmann und der Förderpreis an den ebenfalls aus Ravensburg stammenden 27-jährigen Musiker Peter Pux. Zu Beginn stimmt der junge Gitarrist Thilo Zirr das Publikum mit seiner Akustik-Gitarre auf die Verleihung ein. Dann begrüßt Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp die anwesenden Gäste, unter anderem Sozialminister Manne Lucha. Auch dieses Mal habe es von Seiten der neunköpfigen Jury, die aus Kulturschaffenden besteht, sehr spannende Vorschläge gegeben, aber der Beschluss sei einstimmig gefallen, betonte der Oberbürgermeister, der in der Jury vom Ersten Bürgermeister Simon Blümcke vertreten worden war.

Schwester hält Laudatio

Mit den Worten, es sei mutig, die eigene Schwester die Laudatio halten zu lassen, gab er das Wort an die Kunsthistorikerin Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck, seit 2009 Leiterin der Galerie der Stadt Tuttlingen. Es folgte eine Laudatio, der es an rein gar nichts fehlte – weder an durchdachter Formulierung, noch an vitaler Schilderung, weder an sachkundiger Beobachtung, noch an persönlicher Wärme. Die „aufregende künstlerische Entwicklung“ von Barbara Ehrmann habe sie in diesen drei Jahrzehnten seit der Akademieausbildung in Stuttgart begleiten dürfen, führte Ehrmann-Schindlbeck aus. Sie beschloss die eingehende Analyse der künstlerischen Bildwelten ihrer Schwester mit der Hommage, sie sei für sie „eine poetische Botschafterin des Lichtes, das hinter dem Horizont liegt“. Nachzulesen ist der Text im Katalog „Im Fluss“, der zur Preisverleihung erschien.

Solch eine öffentliche Würdigung macht – bei aller großen Freude – die meisten aufgeregt und beklommen. So ging es auch Barbara Ehrmann, die sich mit nicht ganz fester Stimme bei allen Weggefährten bedankte sowie den Künstlerkollegen, der sie immer unterstützenden Familie und bei ihrem Mann und Kunstpartner Alexander Nelles, der seit genau 30 Jahren mit ihr zusammen arbeite und sie inspiriere.

Als Mönch aufgetreten

Nun war die Reihe an Peter Pux und der Überreichung des Förderpreises durch Weingartens Oberbürgermeister Markus Ewald. Sein Laudator und Manager Michael Wielath, der gleichzeitig Diakon ist, schilderte die Anfänge des jungen Sängers, den er zum ersten Mal 2005 als Franziskanermönch verkleidet beim Rutentheater gesehen habe. Dann wieder bei einem Bandwettbewerb 2010 mit seiner Band „The Trinity“. Dass Pux „persönlich“ bleibe, bodenständig sei und „echte Geschichten von Freundschaft und Nähe“ erzähle und ernste Themen wie die Würde des Menschen berühre, mache den talentierten Singer-Songwriter aus. Der Dank von Peter Pux fiel denn so ehrlich emotional aus, dass die meisten vermutlich selbst etwas schniefen mussten. Aber als er dann mit Florian Sitzmann – trotz Handverletzung am Keyboard – und Thilo Zirr drei melodiöse Songs – „Hamburg“, sein größter Erfolg, „Wölfe“ und „Schere, Stein, Papier“ – zum Besten gab, hatte er nicht nur seine beeindruckende Stimme wieder in der Gewalt, sondern auch das heiter gestimmte, begeisterte Publikum gleich auf seiner Seite.

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