Ravensburg Towerstars starten mit Sieg ins Play-off-Viertelfinale

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Ravensburg Towerstars vs EC Bad Nauheim - Die Highlights
Das Play-Off-Viertelfinal der Ravensburg Towerstars gegen den EC Bad Nauheim. Sehen Sie hier die Highlights.
Sportredakteur

Zwei ganz frühe Gegentore gut verkraftet, viel Einsatz und Spielkultur gezeigt, letztlich verdient gewonnen – die Ravensburg Towerstars haben das erste Play-off-Viertelfinale gegen den EC Bad Nauheim mit 3:2 für sich entschieden.

Towerstars-Coach Rich Chernomaz hatte die Play-offs zu einer Frage der Mentalität bezeichnet - und die stellte sich gleich mal für die Towerstars. Drei Jahre lang hatten die Fans in Ravensburg warten müssen, bis sie wieder ein Viertelfinalspiel zu sehen bekamen – und dann das: Nach 134 Sekunden lag Ravensburg mit 0:2 in Rückstand. Eine völlig unsortierte Defensive machte es den Bad Nauheimern leicht, sich durch Tore von Cody Sylvester (2.) und Maximilian Brandl (3.) auf ihre Art zu bedanken. Die kalte Dusche ließ die Fans – bis auf die etwa 200 aus Hessen angereisten Gästeanhänger – urplötzlich verstummen. Wäre Dennis Reimer (7.) nicht an Goalie Jonas Langmann gescheitert und das 0:3 nachgelegt, wäre die Stille im B1-Block womöglich von Pfiffen durchbrochen worden.

Doch die Towerstars erholten sich vom Anfangsschock, kamen durch Andreas Driendl und David Zucker, die zusammen mit Mathieu Pompei die erste Offensivreihe bildeten, zu ersten Chancen. Klappen wollte es aber erst in Überzahl: Ganze 13 Sekunden lang saß der Bad Nauheimer Maximilian Hadraschek in der Kühlbox, da durfte er wieder zurück aufs Eis. Jakub Svoboda hatte unweit der blauen Linie einen Gewaltschuss abgelassen, der glatt an Goalie Felix Bick vorbei rauschte – 1:2 (16.). Das aktivierte auch die Tribünen wieder. Und die Heimmannschaft auf dem Eis. Der totale Fehlstart war vermieden.

Das zweite Drittel hatte was von Neubeginn für Ravensburg. Sofort waren sie hellwach – was sie angesichts einer Unterzahl auch sein mussten. Als diese überstanden war, ging’s richtig los. Endlich hatte dieses Spiel auch Play-off-Charakter. Es ging hin und her, die Checks wurden härter gefahren, die Goalies entschieden geschützt, die kleinen Strafen häuften sich.

Zweites Überzahltor bringt den Ausgleich

Erneut eine Überzahl brachte Ravensburg das 2:2 (30.). Dieses Mal dauerte es 46 Sekunden im Powerplay, bis Ondrej Pozivil es Svoboda gleich tat, er gewaltig abzog und Bick überwand. Das I-Tüpfelchen auf ein wunderbar anzuschauendes Drittel verpasste Daniel Pfaffengut, der mit einem Penalty an Bick scheiterte (39.). Auch ohne die Führung war überdeutlich: Ravensburg hatte die Spielkontrolle übernommen.

 Prima Start in die Play-offs: Daniel Pfaffengut bejubelt eines der drei Towerstars-Tore gegen Bad Nauheim.
Prima Start in die Play-offs: Daniel Pfaffengut bejubelt eines der drei Towerstars-Tore gegen Bad Nauheim. (Foto: Felix Kästle)

Die Dominanz hielt auch im dritten Drittel an. Immer wieder spielten sich die Towerstars ideenreich vors Bad Nauheimer Tor, von den Gästen kam herzlich wenig. Ein Konter führte über Daniel Pfaffengut und Andreas Driendl zum frei am linken Pfosten stehenden Robbie Czarnik, der ließ sich nicht lange bitten und schloss zur ersten Führung für Ravensburg ab – 3:2 (43.). Der extrem fleißige Driendl hatte wenig später sein Visier immer noch nicht scharf gestellt und traf aussichtsreich nur den Pfosten (46.) – es war längst nicht die erste vergebene Möglichkeit des erfahrenen Stürmers. Doch auch ohne ein viertes Tor wirkten die Towerstars nun sehr selbstsicher, den Gästen aus Hessen fiel dagegen so gut wie nichts ein.

Ein nicht geahndeter harter Check gegen Jakub Svoboda und eine kurz darauf verhängte Strafe gegen Daniel Pfaffengut erhitzte die Gemüter in der CHG-Arena und sorgte noch einmal für Spannung in den letzten zwei Minuten. Ein Becher flog aufs Feld, dazu Papierfetzen; das Spiel musste kurz unterbrochen werden, damit das Eis gereinigt werden konnte. Weil Bick vom Eis fuhr, war Nauheim in doppelter Überzahl. Doch die Ravensburger hielten den knappen Vorsprung und bewiesen: Die Play-off-Mentalität stimmt.

Towerstars-Coach Chernomaz war mit dem Play-off-Start zufrieden: „Der große Unterschied war das Powerplay. Da haben wir zwei Tore gemacht.“ Der finster dreinblickende Nauheim-Trainer Christof Kreutzer pflichtete ihm bei: „Wir haben ganz zwar ganz gut begonnen. Ausschlaggebend war aber, dass wir unser Powerplay nicht genutzt haben.“

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