Ravensburg sucht den Stürmer

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Max Chrobok (vorne, gegen Reutlingens Janick Schramm) und Burhan Soyudogru (rechts) sind Alternativen in der Sturmspitze beim FV
Max Chrobok (vorne, gegen Reutlingens Janick Schramm) und Burhan Soyudogru (rechts) sind Alternativen in der Sturmspitze beim FV Ravensburg. Rahman Soyudogru (links hinten) fehlt gesperrt. (Foto: Rolf Schultes)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Wer nimmt beim FV Ravensburg in der Partie gegen die Neckarsulmer Sport-Union den Platz von Rahman Soyudogru ein? Der Toptorjäger sah in der Fußball-Oberliga am Dienstag gegen den SSV Reutlingen in der Nachspielzeit eine unnötige Rote Karte und fehlt dem FV auf jeden Fall am Samstag um 15.30 Uhr im Heimspiel gegen die NSU. Auch Torwart Kevin Kraus fehlt gesperrt.

Das genaue Strafmaß für die beiden Ravensburger stand am Freitag noch nicht fest. Beide sind auf jeden Fall gegen Neckarsulm gesperrt, Anfang der kommenden Woche wird dann das Urteil der Disziplinarkommission des Württembergischen Fußball-Verbandes folgen. „Ich hoffe, er wird nicht länger gesperrt“, sagt Trainer Steffen Wohlfarth über die Sperre von Rahman Soyudogru. „Ich hoffe, der Verband wertet auch, dass sich der Gegenspieler nicht fair verhalten hat.“

Wohlfarth hat nun das Problem, dass er keinen echten Mittelstürmer mehr im Kader hat. „Unser Spielsystem am Samstag wird sich etwas ändern“, sagt der FV-Trainer, der einige Kandidaten für die zentrale Position in der Offensive im Auge hat. „Bartosz Broniszewski kann alles spielen, auch Burhan Soyudogru, Felix Schäch, Max Chrobok oder Harun Toprak können vorne spielen.“ Klar ist aber auch, dass den Ravensburgern ohne Rahman Soyudogru Qualitäten fehlen. „Es wird viel schwieriger, Bälle mit dem Rücken zum gegnerischen Tor festzumachen“, weiß Wohlfarth. „Wir haben aber dennoch eine schlagkräftige Truppe.“

Die Neckarsulmer liegen derzeit in der Tabelle zwar nur auf Platz zehn, in der Hinrunde spielte die NSU aber lange oben mit. In den vergangenen Wochen schwächelte Neckarsulm allerdings ein bisschen und hat seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen. „Irgendwie haben wir die notwendigen letzten paar Prozent nicht auf die Platte bekommen“, sagt Trainer Thorsten Damm auf der NSU-Homepage. FV-Trainer Wohlfarh will sich vom Tabellenstand des Gegners aber nicht blenden lassen. „Außer Balingen hat jede Mannschaft in dieser Saison kleine Schwächephasen dabei.“ Die Ravensburger wollen nach der 0:1-Niederlage gegen den SSV Reutlingen wieder zurück auf die Erfolgsspur und als Tabellenfünfter an Freiberg, Villingen und Bissingen dranbleiben.

Mesic ohne Spielpraxis

Im Ravensburger Tor wird – erstmals in dieser Saison von Beginn an – Haris Mesic stehen. Dem FV-Torwart fehlt also die Spielpraxis. „Aber ich weiß um seine Qualitäten, da mache ich mir überhaupt keine Sorgen“, meint Wohlfarth. „Wir haben zwei gleichwertige Torhüter.“ In der Abwehr ist Sebastian Mähr nach seiner Verletzung wieder eine Option für die Startelf. „Eigentlich bin ich kein Freund davon, in der Innenverteidigung viel zu wechseln“, sagt Wohlfarth. Sollte Broniszewski aber weiter nach vorne rücken, wäre hinten der Platz für den Kapitän Mähr wieder frei. „Auch die Kette mit Mähr ist eingespielt“, sagt Wohlfarth.

Eine Option für die Startelf ist Felix Schäch, der nach seiner Einwechslung gegen Reutlingen belebende Akzente setzte. „Gegen Reutlingen hat er mir sehr gut gefallen“, lobt Wohlfarth. Seine Mannschaft warnt der Trainer vor den gefährlichen Standards der NSU. Bei der 1:4-Niederlage in der Hinrunde kassierte Ravensburg alle vier Gegentreffer nach Standards. „Das war eines unserer schlimmsten Spiele der Saison“, erinnert sich Wohlfarth.

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