Ravensburg feiert ein buntes, fröhliches Fest

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Schwäbische Zeitung

Es duftet nach Cevapcici, Falafel und allerlei exotischem Gewürz. Überall stehen Menschen herum, essen oder sind mit anderen ins Gespräch vertieft. Ab und an horchen sie auf, wenn nämlich die Moderatorin des Abends, Liliana Kösler, den nächsten Programmpunkt ankündigt. Eine bunte Vielfalt von Menschen, einige in wunderschönen Trachten oder traditionellen Gewändern, ist an diesem Abend zusammengekommen. Gefeiert wird der Höhepunkt der Wochen der Internationalen Nachbarschaft, kurz WIN-Wochen. So verwandelt sich die Weissenauer Sporthalle mal wieder zum Treffpunkt der Nationen, die hier lukullische Spezialitäten präsentieren, Folkloretänze aufführen oder eben einfach miteinander feiern wollen.

Die langen Tischreihen sind prall gefüllt. Man trifft sich, man kennt sich, und wenn nicht, dann lernt man sich jetzt kennen. „Ein Muss ist dieser Termin für mich, “ sagt Pierrick Nzoungani, Mitglied des Vereins „Akume“ (afrikanische Kultur und Musik in Europa) strahlend. „Ein tolles Fest seit vielen Jahren.“ Früher trat er mit seinen afrikanischen Landsleuten auf, heute reißt er die Zuhörer mit seiner deutschen Trommelgruppe in seinen Bann. Man möchte am liebsten mitmachen, tanzen und sich bewegen.

Ein deutsch-afrikanisches Pärchen steht gedankenverloren in der Nähe der Bühne und lauscht. Schon lange kommen Barbara Frei-Strikel und Paul Mavuba zu diesem fröhlichen Fest. Kinder in Landestracht spielen vor der Bühne, offensichtlich steht ihr Auftritt kurz bevor. Die Moderatorin hat etwas Mühe, sich trotz Mikrofon Gehör zu verschaffen. So kündet sie als erste Gruppe die Tänzerinnen des deutsch-chinesischen Vereins an. Hübsche, bunt gewandete Chinesinnen zeigen landestypische Folkloretänze, zart, rhythmisch, anmutig. Gleich danach zeigt die Gruppe der Tanzschule Doremi von Anna Urban unter anderem einen Tanz aus Georgien, der den ganzen Saal zum Klatschen mitreißt.

„Ein friedliches, schönes Fest, das spannende Einblicke gibt in die Herkunftsländer“, so zieht Martin Diez, der Ravensburger Integrations- und Seniorenbeauftragte, Bilanz. Man spürt ihm Dankbarkeit und Freude über diesen gelungenen Abend deutlich an.

Im Mai dieses Jahres hat Ravensburg den ersten Integrationspreis des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart verliehen bekommen. Eine große Ehre und Anerkennung für die gute Integrationsarbeit der Stadt seit 1970, hauptamtlich wie ehrenamtlich. Das beispielhafte, riesengroße ehrenamtliche Engagement zum Zusammenhalt der Gesellschaft hebt Inge Brobeil-Wolber stellvertretend für Oberbürgermeister Daniel Rapp hervor. „Immerhin leben in Ravensburg Menschen aus 117 Nationen“, so Bobeil-Wolber. Und sie verweist zum Abschluss ihrer Rede auf ein Zitat von Oberbürgermeister Daniel Rapp, das die Stimmung in der Stadt und so auch an diesem Abend sehr gut wiedergibt. „Wer hierher kommt, ist von Anfang an ein Ravensburger.“

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