Ravensburg erhält hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten

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stellv. Redaktionsleiter

Die Stadt Ravensburg will ihr Feuerwehrkonzept fortschreiben. Eine zentrale Neuerung wird die Bestellung eines hauptamtlichen Kommandanten sein.

Einstimmig hat der Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss am Montag für die Fortschreibung des Konzepts votiert. Jetzt müssen im April noch die Ortschaftsräte und abschließend der Gemeinderat zustimmen. Geht alles durch die Gremien, ist der Weg frei für einen hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten. Bisher führt der Kommandant Claus Erb ehrenamtlich die 277 Ravensburger Einsatzkräfte. Dies sei aufgrund ständig gestiegener Aufgaben aber künftig nicht mehr leistbar, darüber waren sich die Stadträte einig. Nach Aussage von Oberbürgermeister Daniel Rapp engagiere sich der derzeitige Kommandant im Schnitt 48 Stunden pro Woche ehrenamtlich für die Feuerwehr: „Das grenzt an Selbstausbeutung.“

Dennoch wird die Ravensburger Feuerwehr auch mit einem hauptamtlichen Kommandanten eine Vereinigung von Freiwilligen bleiben.

Ein externes Gutachten hatte vorab den Zustand der Ravensburger Feuerwehren unter die Lupe genommen. Dabei kam unter anderem heraus, dass die Jugendfeuerwehr zwar als sehr beliebt geht, dass der Nachwuchs in Zukunft aber nicht ausreichen wird, um damit den Personalbedarf der Wehren dauerhaft zu decken.

Eine Schwierigkeit schon heute ist, dass 42 Prozent aller Aktiven Montag bis Freitag am Tag nicht in einer der Wehren eingesetzt werden können, da sie entweder ihren Arbeitsplatz nicht verlassen dürfen oder außerhalb des Stadtgebiets arbeiten. Es sollen daher neue Mitglieder geworben werden, die auch werktags tagsüber verfügbar sind. Zudem schlagen die Gutachter vor zu prüfen, ob unter der Woche tagsüber Feuerwehrangehörige aus anderen Kommunen, die in Ravensburg arbeiten, in den hiesigen Wehren eingesetzt werden können. Eine weitere Idee ist es, städtische Mitarbeiter für einen Dienst bei der Feuerwehr anzuwerben. Von den 700 städtischen Mitarbeitern sind derzeit nur sieben in der Wehr aktiv.

Das Gutachten hat auch die neun Standorte der Feuerwehr im Stadtgebiet und in den Ortschaften untersucht. Dabei kommt es zum Ergebnis, dass es an mehreren Feuerwehrhäusern „dringenden Handlungsbedarf“ gibt. Dazu gehören die Standorte Oberhofen, Bavendorf und Adelsreute, wo vor allem bauliche Neuerungen notwendig sind. Die Schließung einzelner Standorte empfiehlt das Gutachten nicht.

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