Raus aus der Komfortzone

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 Der TSV Ratzenried muss gegen den SV Oberzell auf den gesperrten Petar Sarusic verzichten.
Der TSV Ratzenried muss gegen den SV Oberzell auf den gesperrten Petar Sarusic verzichten. (Foto: Florian Wolf)
Klaus Eichler

Mit dem zwölften Spieltag wird das zweite Drittel der Saison in der Fußball-Bezirksliga eingeläutet (Sonntag, 15 Uhr). Gedrittelt hat sich auch die Tabelle, die der SV Oberzell seit dem vergangenen Spieltag anführt. Der TSV Ratzenried führt auf Platz sechs das Mittelfeld an. Ab Platz zehn (TSV Meckenbeuren) beginnt die Abstiegszone. Schwer wiegt schon jetzt die Hypothek des Tabellenletzten SG Kißlegg.

Nach acht erfolgreichen Spielen hat es den TSV Ratzenried erwischt. „Ich hoffe, wir ziehen die richtigen Schlüsse daraus“, sagt Trainer Markus Steidle. „Es hat sich eine gewisse Komfortzone bei uns breitgemacht.“ Den Grund sieht Steidle im hervorragenden Saisonstart. „In den letzten Spielen hat sich der Schlendrian bei uns eingeschlichen, wir bekommen zu viele Gegentore.“ So eine Niederlage könne auch heilsam sein. „Jetzt gilt es, gegen den SV Oberzell den Hebel wieder umzulegen“, meint Steidle. Der SV Oberzell profitierte am vergangenen Spieltag von den Patzern der Konkurrenten. „Wir freuen uns über den Platz an der Sonne“, sagt SVO-Trainer Thomas Gadek. „Aber wir können uns darauf nicht ausruhen.“ Gadek betrachtet Platz eins nur als Momentaufnahme. „Erfolg ist kein Besitz, den muss man sich Woche für Woche erarbeiten. Ratzenried spielt diszipliniert und hat gute Einzelspieler.“ Allen voran der langjährige Oberzeller Manuel Schlude (neun Treffer). „Den müssen wir besonders im Auge behalten“, weiß Gadek.

Die Souveränität beim TSV Heimenkirch ist vorerst dahin. Drei Niederlagen in der Bezirksliga gab es zuletzt im Aufstiegsjahr 2013. „Wir müssen so schnell wie möglich raus aus der Krise, ansonsten müssen wir unsere Saisonziele neu überdenken“, fordert Trainer Daniel Feistle, der die Pleiten so bilanziert: „Oberzell war klar besser, Beuren hat glücklich gewonnen.“ Geärgert haben Feistle die zwei Strafstöße gegen Kressbronn. „Das darf einem Topteam nicht passieren. Die Leichtigkeit der ersten Spiele ist weg.“ Feistle will das Ganze erst gar nicht zur Kopfsache werden lassen und fordert gegen den TSV Meckenbeuren Wiedergutmachung. „Wir müssen die krassen Fehler abstellen und wieder zielstrebiger aufs Tor spielen.“ Aber auch Meckenbeuren hat nach der Heimpleite gegen den SV Maierhöfen-Grünenbach am Wochenende etwas gutzumachen.

Der SV Achberg befindet sich auf Talfahrt, die Formkurve des VfL Brochenzell zeigt nach drei Siegen in Folge nach oben. „Wir stehen im Moment defensiv gut und sind nach vorne sehr effektiv“, sagt VfL-Trainer Rolf Weiland. Man hole jetzt die Punkte, die man von Anfang an hätte holen müssen. „Wir geben den Jungs einen Plan an die Hand“, meint Weiland. „Wenn wir aber nicht auf der Höhe sind, geht das auch schnell mal in die Hose.“

Der SV Mochenwangen stürzte den SV Beuren vom Thron, Gegner SV Kressbronn schoss Heimenkirch in die Krise. Beide Mannschaften haben bewiesen, dass sie zu den Topteams der Liga gehören. „Der Erfolg in Beuren war teuer erkauft“, sagt SVM-Trainer Patrick Hehn. Max Gindele hat sich das Kreuzband gerissen.

Zum Duell der Aufsteiger erwartet die TSG Bad Wurzach den SV Bergatreute. In den vergangenen beiden Begegnungen der Kreisliga A nahm Bergatreute immer einen Punkt mit. Während die Mission Klassenerhalt bei der TSG schleppend vorangeht, kratzt Bergatreute am Mittelfeld. „Wir werden stabiler“, meint TSG-Trainer Roman Hofgärtner. „Aber so langsam stehen wir in der Pflicht, Ergebnisse zu liefern.“

„Peter Riedlinger ist immer noch unser Trainer“, beugt Markus Bucher von der SG Argental Spekulationen beim Vorletzten vor dem Aufeinandertreffen gegen den Zweiten SV Beuren vor. Riedlinger muss sich einer unaufschiebbaren Knieoperation unterziehen. Martin König und Sebastian Rosczyk werden das Team interimsweise betreuen. Der SV Maierhöfen-Grünenbach strebt gegen den FC Leutkirch den zweiten Heimsieg der Saison an. Der FC allerdings gehört auswärts zu den stärksten Teams, hat vier von fünf Spielen gewonnen. „Ich hoffe, wir können die Statistik widerlegen“, sagt Maierhöfens Trainer Florian Meffert.

Der TSV Eschach erwartet die SG Kißlegg. „Kißlegg hat sich von den Ergebnissen her stabilisiert“, sagt Eschachs Trainer Philipp Meißner. „Mental wird das ein ganz schweres Spiel.“ Der SV Fronhofen ist zu Hause noch unbesiegt und erwartet im Häldelestadion den SV Seibranz. Nächste Woche kommt Eschach. „Die beiden Heimspiele wollen wir unbedingt positiv gestalten“, sagt Trainer Gerhard Schmitz. Fehlen wird gegen Seibranz allerdings immer noch sein Sohn David. „Eine wichtige Säule unseres Spiels“, meint Schmitz.

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