Raphael Kapzan bekommt schneller Verantwortung

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Tauscht das Trikot gegen die Bürokleidung: Raphael Kapzan arbeitet ab August in der Geschäftsstelle der Ravensburg Towerstars.
Tauscht das Trikot gegen die Bürokleidung: Raphael Kapzan arbeitet ab August in der Geschäftsstelle der Ravensburg Towerstars. (Foto: Archiv: Felix Kästle)
Sportredakteur

Eingeplant als neuer Geschäftsstellenleiter und Teammanager der Ravensburg Towerstars, kommt auf Raphael Kapzan ab dem 1. August gleich noch mehr Arbeit zu. Der Eishockeyprofi, der nach dem Ende der vergangenen Saison seine Karriere beendet hat, muss direkt auch Aufgaben des Marketingleiters Rainer Mutschler übernehmen, der den Zweitligisten überraschend verlassen hat.

Mindestens ebenso überraschend wie jetzt der Abschied war vor einem Jahr der Wechsel von Mutschler vom Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart nach Oberschwaben. „Wir hatten damals nicht damit gerechnet, dass er zu uns kommen würde“, sagt Towerstars-Geschäftsführer Rainer Schan. „Jetzt waren wir sehr überrascht, dass er sich ganz auf andere Dinge konzentrieren möchte.“ Es sei jedoch kein Abschied im Streit gewesen. „Wir haben nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis“, versichert Schan. Kapzan meint: „Rainer Mutschler hat mir mehrfach versichert, dass ich mich bei ihm melden soll, falls ich seine Hilfe brauche.“

Aufgaben werden verteilt

Denn auf Kapzan kommen nun noch andere Dinge zu als bisher geplant. Fest stand schon länger, dass er Geschäftsstellenleiter und Teamleiter wird. Ab 1. August tritt der langjährige Verteidiger der Towerstars seinen neuen Job an. „Er kümmert sich um die Lohnbuchhaltung und ist Bindeglied zwischen Mannschaft und Geschäftsführung“, sagt Schan. Diese Aufgabenbeschreibung galt aber vor Mutschlers überraschendem Abschied. „Jetzt“, meint Schan, „müssen wir natürlich schauen, wie wir Rainer Mutschlers Aufgaben verteilen können.“

Mehr als 500 Pflichtspiele hat Kapzan für die Ravensburger bestritten – Höhepunkt war natürlich die Meisterschaft 2011. In den vergangenen vier Jahren plagte sich der Verteidiger aber immer wieder mit teils langwierigen Verletzungen herum. Als Schan ihm einen Posten in der Geschäftsstelle in Aussicht stellte, musste Kapzan nicht lange überlegen. „Es war die richtige Entscheidung, jetzt aufzuhören.“ Allerdings: Es gibt immer wieder Momente, in denen der 33-Jährige ins Grübeln kommt. In den vergangenen Tagen war Kapzan in der Eissporthalle. „In der Kabine lag die neue Ausrüstung, die Helme und die Trikots. Da denke ich dann schon noch manchmal: Es würde nochmal Spaß machen.“

„Neue Herausforderung“

Mit der Zeit auf dem Eis hat Kapzan aber abgeschlossen. Jetzt freut er sich auf „eine neue Herausforderung und geregeltere Arbeitszeiten“. Besprochen war, dass Kapzan Mutschler in Sachen Marketing unterstützen sollte. „Jetzt muss er eben von vornherein mehr Aufgaben übernehmen“, meint Schan. Auch der Geschäftsführer will sich zunächst um einige Dinge kümmern, die bislang über Mutschlers Schreibtisch gelaufen waren. Eine Dauerlösung soll das nicht sein – und damit kein Wasser auf die Mühlen derer, die nach der Verpflichtung des Marketingprofis aus Stuttgart gerätselt hatten, was Mutschler bei den Towerstars überhaupt bewerkstelligen sollte. „Er hat viele Ideen angestoßen, vieles auf den Weg gebracht“, lobt Schan. „Das wollen wir weiterführen.“

Allerdings muss Schan gestehen, dass Mutschler durch seine Arbeit beim VfB zum einen über viele Kontakte verfügte, zum anderen „einen Namen und eine gewisse Strahlkraft“ hatte. „Wir arbeiten hier zwar auch professionell, aber kein Vergleich zum VfB Stuttgart“, sagt Schan. Und diese „Strahlkraft“ fehlt nun. Mutschlers Arbeit sei überall sehr gut angekommen, sagt der Geschäftsführer. „Leider haben wir ihn jetzt nicht mehr umstimmen können.“ So müssen es jetzt Schan und – ab 1. August – Kapzan richten. „Auf Dauer müssen wir uns aber ganz klar überlegen, wie wir die Lücke füllen und die Stelle neu besetzen“, sagt Schan. „Ich bin sehr froh, dass wir Raphael Kapzan haben. Ich wüsste nicht, wie ich es jetzt alleine meistern sollte.“

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