Protest erreicht St. Jodok

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 Als Zeichen der Aktion Maria 2.0 waren um die Säulen der Jodokskirche herum weiße Tücher gebunden.
Als Zeichen der Aktion Maria 2.0 waren um die Säulen der Jodokskirche herum weiße Tücher gebunden. (Foto: Blöchinger)
Maria Anna Blöchinger

Solidarisch mit der Aktion Maria 2.0. hat der erste Gottesdienst „Offene Mitte“ am Sonntagabend in der wiedereröffneten Kirche St. Jodok tief bewegt. Das Vorbereitungsteam Offene Mitte, der ökumenische Arbeitskreis „Kirche lädt ein“, der Frauenbund KDFB und der ökumenische Chor Grünkraut gestalten die heilige Messe mit Pfarrer Herrmann Riedle.

Vielstimmig und mitreißend sang der ökumenische Chor unter Lib Briscoe von Miriam, die auf die Pauke schlug und ihre Stimme erhob. In der Kirchenaktion Maria 2.0 erhoben letzte Woche Frauen ihre Stimme für die Zulassung von Frauen zu allen Kirchenämtern. Miriam habe auch oft im Schatten ihres Bruders Moses gestanden, erklärte Pastoralreferentin Christine Mauch. Sie sagte: „Maria 2.0 sind alle, denen die Kirche zu viel bedeutet, als dass sie stillschweigend austreten wollten.“ Pfarrer Riedle las die Worte Jesu aus dem Sonntagsevangelium: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“

Pastoralreferentin Mauch regte anstelle einer Predigt die Mitfeiernden an, in den Freiraum der Kirche zu gehen. Als Zeichen der Aktion Maria 2.0 waren um die Säulen herum weiße Tücher gebunden. Jede Säule stand für einen wunden Punkt in der katholischen Kirche: Glaubwürdigkeit, Wertschätzung, Stillstand, Missbrauch, pastoraler Notstand, Ökumene. Für jede Klagesäule hatten Christen aus eigener Betroffenheit sehr persönliche Klagen formuliert, die sie vortrugen.

Silke Leopold, vom Arbeitskreis „Kirche lädt ein“, beklagte die vom Bischof abgewehrte ökumenische Mahlgemeinschaft. Die Besucher zogen von Säule zu Säule. Von der mit einer großen Kerze geschmückten Mitte nahmen sie abschließend einen Stein, um ihn vor der Klage abzulegen, die sie am meisten anging. Der Chor begleitete die priesterliche Gabenbereitung mit dem Gospel „Keep your lamp!“.

Christine Mauch übersetzte, es gehe darum, das Licht, auch das Licht der Kirche zu bewahren und zu beschützen. Sie dankte dem Vorbereitungsteam, allen, die den Gottesdienst unterstützten, und dem mitreißenden, energiegeladenen Chor. Von den Chorsängern unterstützt, hatte auch die Menge immer wieder schwungvolle und innige neue Lieder vorgetragen.

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