Professionelles Fotoshooting lichtet den Ravensburger in der Bauernkäserei Leupolz ab

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Schwäbische Zeitung

Eigentlich muss Sven Speier büffeln. Er steckt in den Abschlussprüfungen zum Milchtechnologen. Aber neulich machte er für einen Abend Pause: Der Ravensburger war Fotomodell bei einem professionellen Fotoshooting in der Bauernkäserei Leupolz. Etwa eine Stunde lang lächelte er über einen halben Laib Emmentaler hinweg. Bald wird man dieses Lächeln in der ganzen Region sehen, denn Sven Speier ist eines der drei Gesichter der Oberschwabenschau 2018. Die Plakate hängen im Herbst tausendfach an Straßenlaternen und Brückengeländern in der ganzen Region bis weit auf die Alb, ins Allgäu und nach Vorarlberg. Das ist einer Pressemitteilung der Veranstalter zu entnehmen.

„Nochmal lächeln, bitte“, hieß es für Sven Speier immer wieder, während der Fotograf ein Bild nach dem anderen machte, an Licht und Bildausschnitt herumtüftelte, immer neue Posen suchte. Für Fotograf Ernst Fesseler muss jedes Detail stimmen, er liefert seit vielen Jahren die Porträts für die Plakate der Oberschwabenschau. Immer sind es Laien, die er mitten drin im Leben zeigt, in einer Kulisse, die ihrem Alltag entspricht. Den 25-jährigen Speier hat Fesseler vor ein großes Regal voller Emmentaler-Laibe gestellt und ihn mit einem halben Laib Käse ausstaffiert. Im Alltag macht Speier bei der Omira seine Ausbildung zum Milchtechnologen, zum Unterricht fährt er nach Wangen ins Landwirtschaftliche Zentrum für Milchwirtschaft.

Wie es sich für einen Käser gehört, trug Speier fürs Foto seine hygienische weiße Arbeitskleidung samt der vorgeschriebenen Kopfbedeckung. Auch der Fotograf wurde hygienisch ausstaffiert, dafür sorgte Gastgeberin Charlotte Fießinger von der Käserei Leupolz. Sie hatte das Foto-Team in den viele Tausend Kilo Käse bergenden, appetitlich duftenden Reiferaum eingeladen.

„Am anstrengendsten war aber nicht das Lächeln, den ersten schmerzenden Muskel hatte ich im Bein“, berichtet Speier. Damit sein Gesicht auf perfekter Höhe überm Käselaib schwebte, wollte Fotograf Fesseler sein Modell quasi geschrumpft, den Körper niedriger. Also stand Speier mit weit gegrätschten Beinen oder im großen Ausfallschritt nach hinten – gefühlt für halbe Ewigkeiten. „Ich trainiere vier Mal pro Woche, aber das hat mich gefordert“, scherzt er.

Über Facebook haben die Veranstalter der Oberschwabenschau vor einigen Monaten nach den Fotomodellen gesucht. Diesmal sollten es ein Landwirt oder eine Landwirtin, eine Maurerin oder ein Maurer sowie als drittes ein Käser oder eine Käserin sein. Der 25-jährige Ravensburger mit den tätowierten Armen und dem breiten Grinsen über dem Bart machte das Rennen. Apropos Bart, bräuchte man dafür nicht auch so ein Haarnetz? Durchaus, weiß Speier – bei offenen Produkten wie Joghurt und wenn der Bart über drei Millimeter Länge hat, dann können die Betriebe einen Bartschutz vorschreiben. Den wird man auf den Plakaten der Oberschwabenschau aber nicht zu sehen bekommen.

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