Politiker sorgen sich um Geißbockbahn

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 Die Stadt Ravensburg ist mit 25 Prozent an der Bodensee-Oberschwabenbahn beteiligt. Wie es mit dem Nahverkehrsunternehmen nach
Die Stadt Ravensburg ist mit 25 Prozent an der Bodensee-Oberschwabenbahn beteiligt. Wie es mit dem Nahverkehrsunternehmen nach der Elektrifizierung der Südbahn weitergeht, ist ungewiss. (Foto: Archiv: Großkopf)

Die Stadt Ravensburg ist an 13 privatrechtlichen Unternehmen beteiligt. Eines davon, die Live-in-Ravensburg GmbH (früher Oberschwabenhallen GmbH) gehört ihr zu hundert Prozent, die anderen anteilsweise. Beispielsweise die TWS zu 42,7 Prozent, die Stadtbus Ravensburg-Weingarten GmbH zu 31,4 Prozent oder die Bodensee-Oberschwabenbahn (BOB) zu 25 Prozent. Aufgelistet werden im Beteiligungsbericht aber auch die Gesellschaften, an denen die Stadt nur kleinere Anteile unter zehn Prozent hält: etwa die Oberschwabenklinik (OSK), die Oberschwaben Tourismus GmbH oder die Energieagentur.

Kritik am aktuellen Beteiligungsbericht für das Jahr 2017 gab es im Vorfeld von den selbst ernannten Sprechern einer „Bürgergruppe“, weil darin einige Eigenbetriebe und Stiftungen, darunter die Stadtwerke, der Bauhof und der Abwasserzweckverband Mariatal, nicht mehr vorkommen. Die Stadt versuche so, Schulden in Höhe von 77 Millionen Euro zu verschleiern. Kämmerer Gerhard Engele sagte im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates nach entsprechenden Fragen von Michael Lopez-Diaz (Unabhängige Liste) und Joachim Arnegger (Freie Wähler) nach der Vergleichbarkeit der Berichte, dass die Wirtschaftsdaten zu diesen Eigenbetrieben dem Gemeinderat ohnehin vierteljährlich vorgelegt würden. Die Betrachtung ein Jahr im Nachhinein mache wenig Sinn, weil man dann nicht mehr auf wirtschaftliche Risiken reagieren könne.

Gelobt wurde von den Kommunalpolitikern, dass die Stadt auch in schlechten Zeiten an ihrer Beteiligung der OSK festgehalten habe, die mittlerweile finanziell wieder besser dasteht und ein „wichtiger Standortfaktor für die Gesundheitsvorsorge“ sei (Rudi Hämmerle, CDU). Sorgen bereitet hingegen die Zukunft der BOB, die im Zuge der Südbahnelektrifizierung ungewiss ist: Die jetzigen Dieselfahrzeuge können die Strecke Aulendorf-Friedrichshafen dann nicht mehr bedienen. Der Beteiligungsbericht wird am kommenden Montag, 10. Dezember, ab 16 Uhr noch einmal im Gemeinderat behandelt.

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