Podcast: Dieser „Anwalt der Bösen“ spricht über Autobomben, Angst und Ausländer

Lesedauer: 7 Min
Rechtsanwalt Süleyman Yildirim im Gerichtssaal bei einem seiner größten Fälle in Ravensburg: dreifacher versuchter Mord. (Foto: Archiv: Felix Kästle)
Digitalredakteurin

Süleyman Yildirim ist Strafverteidiger. Der Ravensburger ist in ganz Deutschland als Anwalt tätig - und in den meisten Fällen vertritt er nicht die Opfer, sondern die Täter. 

Im Fall einer Autobombe, die im Jahr 2008 in Ravensburg in die Luft ging, war das allerdings anders: Damals übernahm der Anwalt die Vertretung des Mannes, dessen Auto in die Luft flog. Dass er an diesen Mandanten kam, war kein Zufall, denn dieser war selbst kein Unschuldslamm. Warum das Opfer die Suche nach den nie gefassten Tätern nicht weiter verfolgt, verrät Süleyman Yildirim im Podcast „Sag's Pauly“.

Nicht alle Kriminelle sind gleich 

Darin zeigt sich auch, dass das Verständnis des Strafverteidigers für Kriminelle bei Weitem nicht allen Kriminellen gilt - vor allem dann nicht, wenn es sich um Menschen handelt, die das System ins Wanken bringen. Yildirim erzählt von seinen Erfahrungen in Berlin und Hannover, wo die Gerichte durch Fälle mit Migranten völlig überlastet seien.

Er erläutert, warum Deutschland aus seiner Sicht ein „Schlaraffenland für ausländische Straftäter“ geworden sei, das Rechtssystem in Teilen des Landes bereits versagt habe und welche Rolle Politik und Polizei dabei spielen. 

Seine eigenen Mandanten - oder auch die Gegenseite - gehören oft zu Familien oder Banden, mit denen sich niemand wirklich anlegen möchte. Wie gefährlich macht das seinen Beruf? Und welche Auswirkungen hat sein Beruf auf sein Alltagsleben? „Man wird vorsichtiger“, räumt er ein - und ergänzt, dass er manche Gebäude, etwa in Friedrichshafen, mit anderen Augen sehe - weil er weiß, was darin ab und zu vor sich geht. 

Warum er Beate Zschäpe verteidigt hätte

Im Podcast spricht der Anwalt auch über einen der bekanntesten Fälle in der deutschen jüngeren Justizgeschichte: den Prozess gegen Beate Zschäpe. Sie wurde als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) wegen Mordes an zehn Menschen und Beteiligung an Sprengstoffanschlägen zu einer lebenslangen Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt.

Teil 1 des Gesprächs: 

Yildirim erklärt, warum er sie vertreten würde, obwohl er aufgrund seiner türkischen Wurzeln ein persönliches Verhältnis zu ihren Taten hat - und was die Rüstungsindustrie am Bodensee damit zu tun hat. 

Der erste Teil des Podcasts

Dieser Podcast mit Yildirim war der zweite Teil. Hier geht es zur ersten Episode, in der er über Geld, Moral und einen der aufsehenerregendsten Kriminalfälle in Ravensburg spricht: 

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