Pikkarainen bleibt den Towerstars erhalten

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 Ilkka Pikkarainen bleibt den Ravensburg Towerstars bis zum Saisonende erhalten.
Ilkka Pikkarainen bleibt den Ravensburg Towerstars bis zum Saisonende erhalten. (Foto: Felix Kästle)
Sportredakteur

Die Fans der Ravensburg Towerstars dürfen sich auf weitere Auftritte von Ilkka Pikkarainen freuen. Der 37-jährige Finne bleibt dem DEL2-Tabellenführer bis zum Saisonende erhalten. Darauf hätten sich Verein und Spieler geeinigt, teilte Towerstars-Geschäftsführer Rainer Schan mit.

Dass die Towerstars in dieser Saison eine Ausnahmeerscheinung in ihren Reihen haben, kann jeder sehen, wenn die Starting Six vor dem ersten Bully präsentiert wird. Goalie Jonas Langmann steht zwar schon in seinem Kasten, die fünf Feldspieler aber nehmen für gewöhnlich nebeneinander an der blauen Linie Aufstellung. Nicht so in dieser Saison. Denn da stehen tatsächlich nur vier zusammen, einer im Towerstars-Trikot hält sich etwas abseits und verzieht keine Miene: Ilkka Pikkarainen. Sobald das Spiel begonnen hat, ist er wieder ganz und gar Teil der Mannschaft, wirft sich mit seinem hünenhaften Körper ins Gefecht, geht dahin, wo es richtig weh tut, schont sich nicht und den Gegner schon gar nicht – und hat sich damit längst in die Herzen der Towerstars-Fans gespielt. Auch Geschäftsführer Rainer Schan ist ein echter Fan des Finnen: „So ein Typ Spieler hat uns gefehlt. Brian Maloney war der letzte dieser Sorte“, erinnert Schan an den früheren Towerstars-Kapitän aus Kanada.

Fünf Tore, sechs Vorlagen

Es habe ein bisschen Glück dazu gehört, sagt Schan, zur richtigen Zeit auf Pikkarainen gestoßen zu sein. Als sich der Erste-Reihe-Stürmer Jakub Svoboda schwer verletzte, gingen die Towerstars schnell auf die Suche nach einem Ersatz. Pikkarainen war aktuell ohne Vertrag, hatte zuvor viele Jahre in Finnland und zeitweise sogar in der NHL für die New Jersey Devils gespielt. Die Anfrage aus Oberschwaben kam ihm da gerade recht. Auch die Einschränkung, dass zwar ein Jahresvertrag vereinbart wurde, dieser aber bis Ende November quasi auf Probe lief, hielt ihn nicht vom Engagement im Süden Deutschlands ab. „Für beide Seiten erst mal das Beste“, sagte Pikkarainen bei seiner Ankunft in Ravensburg: „Sie können sehen, wie ich spiele, ich bekomme einen Eindruck, wie es hier läuft.“ Zu sehen war danach sehr viel. In 15 Saisonspielen erzielte er fünf Tore und gab sechs Vorlagen. Nicht nur deshalb sahen die Towerstars-Verantwortlichen keinen Grund, sich von Pikkarainen Ende November wieder zu trennen. „Spieler von seiner Art, mit dieser Physis, haben wir nicht so viele. Ich bin froh, dass Ilkka bleibt“, freut sich Towerstars-Trainer Jiri Ehrenberger. Pikkarainen lasse sich nichts gefallen: „Das ist auch gut so.“ Wie wahr. Vor dem gegnerischen Tor ist Pikkarainen ein Turm, den nichts so leicht umstößt.

„Der Kerl ist topfit“

Einer Auseinandersetzung geht er nie aus dem Weg – wenn er auch manchmal überzieht. Gegen die Lausitzer Füchse kassierte er nach einer Keilerei eine große Strafe und musste vorzeitig in die Kabine. Dass er danach trotzdem zum Spieler des Tages gewählt wurde, löste Diskussionen aus – was ein Spieler wie Ilkka Pikkarainen aber locker wegstecken kann. Und die Towerstars auch.

In der Länderspielpause haben sich alle Beteiligten zusammengesetzt und das weitere Vorgehen besprochen. Das Ergebnis war schnell klar: Ilkka Pikkarainen bleibt bis zum Saisonende. „Der Kerl ist topfit, die Einstellung passt, der will noch Eishockey spielen, der ist geil drauf“, sagt Schan über den großen Finnen. Auf diese Qualitäten wollen die Towerstars nicht verzichten, auch wenn Pikkarainen der fünfte Importspieler ist. Die vergangene Saison habe gezeigt, wie schnell sich viele Spieler nahezu gleichzeitig verletzen könnten, sagt Schan. Daher gehe er lieber ein, ein Luxusproblem zu haben, als wieder darum kämpfen zu müssen, die Reihen voll zu bekommen.

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