Perspektive durch Schulbildung: Ravensburger Gemeinschaft Immanuel unterstützt eine Schule in Uganda

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Schulkinder im Unterricht
Die Schüler der Emmaus-Schule in Uganda werden zu einem Dreiviertel durch Spenden der Gemeinschaft Immanuel Ravensburg e.V. finanziert. (Foto: Stefan Maurus)
Crossmedia Volontärin

Eine bessere Zukunft für Kinder in Uganda durch Schulbildung: Das ist das Ziel der Partnerschaft der Ravensburger Gemeinschaft Immanuel und der Emmaus-Schule in der ärmlichen Region Katikamu, im ostafrikanischen Uganda.

Die Menschen und das Land sind gezeichnet vom Bürgerkrieg, der vor nicht allzu langer Zeit erst zum Erliegen kam. 20 Jahre lang führten die Milizen der Lord’s Resistence Army (LRA) einen blutigen Krieg gegen die Bevölkerung in Uganda. Seit 2010 wird Uganda größtenteils von Angriffen verschont.

Die LRA übt aber weiterhin Gewalttaten im Nordosten des Kongo aus. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden in Uganda seit 1986 mehr als 30 000 Kinder entführt und versklavt.

Kinder, denen die Flucht gelang oder die freigelassen wurden, leiden meistens unter schweren posttraumatischen Störungen. Viele Kinder haben ihre Eltern durch Krieg oder Krankheit verloren. Gewalt und Krieg haben ganze Generationen geprägt.

Schulbau für Perspektiven im Leben

Bereits 1990 brachte Afrikamissionar Ernst Sievers, der Bereits regelmäßigen Kontakt nach Ravensburg hatte, die katholischen Ravensburger Laiengemeinschaft Immanuel und das katholischen Institut für Evangelisierung, dem Emmaus-Zentrum, in Katikamu zusammen.

Pater Sievers lebt hauptsächlich in Uganda. Er wollte vor Ort nachhaltig etwas gegen die Armut tun und sammelte Geld für einen Schulbau. Die Kinder sollten eine Perspektive im Leben erhalten.

Die einheimische Lehrerin Florence Ndoodhe begann, Kinder zuerst bei sich zu Hause zu unterrichten. Mit Hilfe von Spendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, konnte das Grundstück gekauft werden, auf dem heute die Emmaus-Schule steht.

Die staatlich anerkannte Schule hat mittlerweile 520 Schüler

Ab 2008 konnte mit weiteren Spenden und viel Eigeninitiative weitere Klassenräume gebaut und einheimische Lehrer eingestellt werden. Ndoodhe wurde zur ersten Leiterin der Schule. Mit Unterstützung der Gemeinschaft Immanuel können mittlerweile etwa 520 Schüler die staatlich anerkannte Schule besuchen.

Bereits mehrere Hundert Schüler konnten in den letzten Jahren zu einer Berufsausbildung oder auf eine weiterführende Schule geschickt werden. Der Schulleiter der Emmaus-Schule ist mittlerweile Brian Tumwebaze. Etwa 25 Lehrer arbeiten an der Schule.

Außerdem entstand nicht weit von der Emmaus-Schule entfernt eine Berufsschule, die im Mai 2019 eröffnet wurde. Dort können Schüler verschiedene Ausbildungsberufe erlernen wie Friseur oder Maurer.

Die Emmaus-Schule bietet eine ganzheitliche Schulbildung

Eine ganzheitliche Schulbildung ist nach Ansicht der Gemeinschaft Immanuel und der Emmaus-Schule ein wertvoller Schlüssel um den Kreislauf von Armut und Gewalt zu durchbrechen. Neben den üblichen Schulfächern lernen die Schüler der Emmaus-Schule in Uganda die Grundlagen des Gartenbaus und der Nahrungsproduktion, Hygiene, Sozialverhalten und gewaltfreie Konfliktlösung.

Die Hilfe vor Ort soll nachhaltig sein und Fluchtursachen bekämpfen. Auch Kindern aus ärmsten Verhältnissen soll eine gute Schulbildung ermöglicht werden. Für etwa Dreiviertel der Schüler zahlt die Gemeinschaft Immanuel das Schulgeld. Der Schulbesuch eines Jahres kostet für ein Kind etwa 120 Euro. Die meisten Familien in Uganda können sich das nicht leisten.

Es fehlt an allen Ecken und Enden

„Ihr kennt die Kinder vielleicht nicht, aber was ihr macht, gibt den verletzlichsten Kindern eine Bedeutung“, sagt der Gesamtleiter des Emmaus-Zentrums, Joseph Aonu Okiror in einem Video zu den Spendern.

„Die Kinder sind so dankbar, dass sie etwas lernen dürfen“, erzählt der in Berg lebende Ehrenamtliche Robert Gayer. Erst im April war er mit einer kleinen Gruppe vor Ort um sich die Lage anzuschauen. Obwohl die Schule mittlerweile allgemeines Ansehen genießt und erfolgreiche Schüler hervorbringe, fehle es an allen Ecken und Enden.

Kinder schlafen beengt in Stockbetten

Die Kinder können teilweise in einer Unterkunft an der Schule übernachten. Kinder, die sich in der Prüfungsphase befinden und viel lernen müssen, bleiben oft dort. Wenn sie nach Hause gehen würden, müssten sie arbeiten und hätten keine Zeit sich vorzubereiten, sagt Gayer.

Aber auch Kinder, die ihre Eltern verloren und kein Zuhause haben, leben auf dem Schulgelände. Etwa 130 Kinder schlafen dort beengt in Stockbetten oder auf Schaumstoffmatratzen auf dem Boden. Eimer hängen von den Decken, da das Dach undicht ist. Und es gibt nur wenige Moskitonetze, um die Kinder vor Stichen von Krankheitsüberträgern zu schützen.

Die Tage sind von Alltagsproblemen und Herausforderungen geprägt. Fällt der Strom aus, funktioniert die Pumpe nicht mehr, die das Trinkwasser in die Schule bringt. Die Inflation vor Ort mache die einfachsten Lebensmittel wie Brot erheblich teurer, berichtet Vorstandsmitglied der Immanuel Gemeinde, Roland Abt.

Gemeinschaft Immanuel Ravensburg e.v. ist auf Spendengelder angewiesen

Um die Schüler an der Emmaus-Schule weiterhin versorgen zu können und den Kindern eine Lebensperspektive zu ermöglichen, ist die Gemeinschaft Immanuel auf Spendengelder angewiesen.

Es werden demnach dringend neue Schlafräume für die Internatsschüler, Unterkünfte für Lehrer und Klassenräume benötigt. Um die Stromversorgung zu sichern, brauche die Schule ein Notstromaggregat. Auch ein Kleinbus zu Transportzwecken werde dringend benötigt.

Alle Projekte werden vorgestellt unter: www.schwaebische.de/helfenbringtfreude

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