Parkplatznot am Krankenhaus kostet Mitarbeiter und Patienten Zeit und Nerven

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 An der Einfahrt zum Parkplatz am Krankenhaus St. Elisabeth kann jeder ein Ticket ziehen – auch wenn schon alle Plätze belegt si
An der Einfahrt zum Parkplatz am Krankenhaus St. Elisabeth kann jeder ein Ticket ziehen – auch wenn schon alle Plätze belegt sind. (Foto: Fotos: Franziska Stölzle)
Franziska Stölzle

Morgens um 9.30 Uhr vor dem Ravensburger Krankenhaus: Auf dem Parkplatz fahren einige Autos Runde um Runde, vor der Schranke warten Autos in zwei Schlangen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie suchen einen Parkplatz. Ob sie überhaupt einen finden, ist ungewiss. Bis ein geplantes Parkhaus am St. Elisabethen Krankenhaus Entspannung bringt, werden aber noch Jahre vergehen. Die Parkplatznot kostet Mitarbeiter und Besucher täglich etliche Nerven.

Sabine Beier aus Eriskirch arbeitet im EK und hat die Parkplatzsuche satt. Sie versucht diesem Stress zu entgehen, indem sie entweder sehr früh von zu Hause losfährt oder ihre Tochter bittet sie zur Arbeit zu fahren – immerhin gut 20 Kilometer einfache Strecke. Zur Frühschicht gegen 6 Uhr sei es noch möglich schnell eine Parklücke zu finden, aber gerade zur Spätschicht gegen 13.30 Uhr sei es besonders schwierig, erklärt sie.

Fußweg für Patienten schwierig zu bewältigen

Die Parkplatznot am St. Elisabethen Krankenhaus soll durch den Bau eines Parkhauses behoben werden. Es soll auf dem jetzigen Hauptparkplatz entstehen. Der Geschäftsführer der Oberschwabenklinik, Sebastian Wolf, rechnet damit, dass das Parkhaus zwischen 2020 und 2022 gebaut werden kann. Langfristig soll es insgesamt gut 1000 Plätze am EK geben – zirka 400 mehr als bisher.

Nicht nur die geringe Anzahl an Parkplätzen, sondern auch die Distanz vom Parkplatz zum Krankenhaus, ärgert viele Patienten. Die hochschwangere Svenja Scoop kommt regelmäßig zur Behandlung und muss nach der ewigen Parkplatzsuche samt Kind zum Krankenhaus laufen. Svenja Scoop ist der Meinung, es sollte kostenfreie und vor allem mehr Parkplätze direkt vor dem Haupteingang geben – besonders für Patienten, denen es aus verschiedenen Gründen nicht leicht fällt, den Weg vom Parkplatz bis zum Haupteingang zurückzulegen.

 Svenja Scoop
Svenja Scoop (Foto: Franziska Stölzle)

Nach Parkplatzsuche zu spät zum Termin gekommen

Über dieses Problem klagt auch der am Fuß verletzte Tobias Bentele. Er hat im Krankenhaus derzeit alle zwei bis drei Wochen einen Termin, meist morgens. Jedes mal suche er aussichtslos nach einem Parkplatz. Er sei auch schon rund eine Viertelstunde zu spät zu seinem Termin erschienen, weil er nicht wusste, wo er parken soll und dann, als er endlich einen Platz gefunden hat, zum Eingang humpeln musste.

 Tobias Bentele
Tobias Bentele (Foto: Franziska Stölzle)

Derzeit bietet das Krankenhaus gut 20 Kurzzeitparkplätze auf der Zufahrt zum Haupteingang an, dort darf man eine halbe Stunde kostenfrei parken. Wenn diese Parkzeit jedoch überschritten wird, muss man zum Kassenautomat am Hauptparkplatz laufen und dort die Gebühren bezahlen. Außerdem reiche eine halbe Stunde oft nicht aus, um jemanden zu seinem Behandlungstermin zu bringen, so Ingrid Manns von der Nachbarschaftshilfe Vogt.

Wohl aus diesem Grund lassen sich auch viele Patienten für eine ambulante Behandlung von ihren Angehörigen zum Termin fahren und steigen direkt vor der Schranke aus.

Kaum Alternativen ohne Knöllchen-Gefahr

Walter Krebs, der beruflich des Öfteren im Krankenhaus zu tun hat, wollte ohne Gebühren, Warten und in kürzerer Entfernung vom Haupteingang parken und stellte sein Auto in der Nikolausstraße ab. Doch auch die für ihn zunächst attraktive Lösung hat einen Haken: Ordnungshüter haben auf diesen Parkplätzen oft Knöllchen verteilt.

 Walter Krebs
Walter Krebs (Foto: Franziska Stölzle)

Für viele Besucher ist es ein Ärgernis, dass es keinen extra Mitarbeiterparkplatz gibt. Dass auch Krankenschwestern und Ärzte sich mit der Parkplatzsuche herumplagen müssen, ist für sie unverständlich. Walter Krebs fasst zusammen: „Mit den Mitarbeitern steht und fällt dieser Laden.“

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