Papageien fliegen über die Köpfe hinweg

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Alessio Fochesato trainiert Aras, Kakadus und Sonnensittiche - auch für seine Show im Weihnachtscircus.
Alessio Fochesato trainiert Aras, Kakadus und Sonnensittiche - auch für seine Show im Weihnachtscircus. (Foto: Ravensburger Weihnachtscircus)
Schwäbische Zeitung

Der Ravensburger Weihnachtscircus von Elmar Kretz hat dieses Jahr wieder spektakuläre Tiernummern im Programm. Darunter ist die größte Papageien-Show Europas von Alessio Fochesato aus Italien. Bei dem sympathischen 40-Jährigen fliegen die riesigen, bunten Vögel mit kräftigen Flügelschlägen frei durch das Zirkuszelt – direkt über die Köpfe der Zuschauer hinweg.

„Das Losfliegen ist nicht das Problem – eher das Sitzenbleiben“, lacht Fochesato und lockt einen seiner gefiederten Schützlinge an. Ein großer Ara mit blauen und orangenen Federn lässt sich flatternd ganz präzise auf dem Finger des Trainers nieder. Kaum ist der fast ein Meter lange Vogel gelandet, dreht Alessio Fochesato ihn auf den Rücken wie ein Baby – und krault ihm die Federn am Bauch. „Auch mal?“, fragt er und legt das große Tier direkt in die Hände der verdutzten Journalistin. Der Vogel und der Italiener sind total entspannt – die Reporterin nicht.

Papageien werden 80 Jahre alt

Unbeeindruckt erzählt Fochesato weiter von den Tieren, die über ihre Pupille kommunizieren, ultraviolettes Licht sehen können und über 80 Jahre alt werden. Und schlau seien sie sowieso: „Papageien gehören zu den fünf intelligentesten Tieren der Welt.“ Viele seiner Tiere beherrschen Purzelbaum am Boden und Salto vorwärts um die Stangen. Mit Tricks wie diesen hat es der Italiener in internationale Shows, historische Varietés und sogar ins Deutsche Fernsehen geschafft. Vor zwei Wochen war er mit seinen Papageien bei der RTL-Show „Super Pets“ zu sehen – und erntete riesigen Applaus.

Egal wo sich Alessio Fochesato mit seinen Vögeln zeigt, ist ihm eins anzusehen: der Spaß an seinen Tieren. Im Interview unterbricht er das Pressegespräch regelmäßig für ein „Ciao!“, ein Kussgeräusch oder ein „Amore!“, das er einzelnen Vögeln in den großzügigen Volieren hinter dem großen Zirkuszelt zuruft. Ein Kakadu kommt daraufhin prompt angeflogen und hält erwartungsfroh seinen Hals an das Gitter. „Der lebte 16 Jahre bei einem Ehepaar, das gar nicht wusste, dass er gerne gekrault wird“, sagt der Italiener, der dem Vogel mit dem Finger den Hals massiert.

16 Aras, fünf Kakadus und neun Sonnensittiche, die alle aus europäischer Zucht stammen, gehören Fochesato, der sie täglich versorgt. Heute stehen Beeren und Bananen auf dem Speiseplan, im Training oder in der Show gibt’s dann Walnuss-Stückchen – so könne er die Fütterung gleich mit der Beschäftigung verbinden. „So wird es nie langweilig.“ Zum Vogel-Fitness-Programm gehören außerdem täglich 1,5 Flugstunden. „Damit sie ausreichend Bewegung haben.“ Pinky reicht das Pensum heute aber nicht. Der freche Kakadu soll sich durch drei gelbe Ringe bewegen, der Vogel fliegt aber lieber im Zelt spazieren.

Vögel wippen im Takt der Musik

Was dann hilft, weiß Alessio ganz genau: Ignorieren. „Ich lobe einen anderen Vogel laut und deutlich.“ Das würde den flatterhaften Kollegen so sehr stören, dass er sich beim nächsten Mal viel mehr anstrengt als sein Kollege. So funktioniere das bei allen seinen Vögeln, die im Takt zur Musik rocken können und auf den Händen des Trainers Trampolin hüpfen. Davon sind die Gäste im Ravensburger Weihnachtscircus genauso begeistert wie die Jury bei „Super Pets“. Sie urteilten: „Hier trifft der klassische Zirkus auf ein faszinierendes Show-Spektakel.“ Eine Kombination, die offenbar den Nerv des Publikums trifft.

„Zum Jubiläum haben wir die lustigsten und schlausten Tiere zu Gast“, freut sich Elmar Kretz über den Erfolg. Auch der Zirkusdirektor ist mit seinen Hengsten in der großen Freiheitsdressur in den Vorstellungen zu sehen.

Die Vorstellungen im Ravensburger Weihnachtscircus gehen noch bis zum 7. Januar.

Infos und Tickets gibt es unter www.winter-circus.de oder unter Telefon 0751 / 29555700.

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