Nimota Ashimis Traum hat sich erfüllt

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Wolfgang Steinhübel

Kontakt oder Spende: info@iderafoundation.org www.iderafoundation.org, Volksbank Ulm-Biberach IBAN: DE 90 6309 0100 0111 8190 08 BIC: ULMVDE66

Nimota Ashimi lebt ihren Traum in Ravensburg. Aufgewachsen in Agbara, einer Kleinstadt im Süden Nigerias, erkannte sie früh, dass nur Bildung ihr ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben verschaffen würde. Sie sah viel Armut – Nigeria ist eines der ärmsten Lander der Welt – und sie sah, wie viele Familien ihre Töchter aus der Schule nahmen, weil sie das Schulgeld nicht mehr bezahlen konnten. Damit hatten diese Kinder keine Zukunft mehr. Ashimi wuchs in einer bürgerlichen Familie auf. Der Vater ist Vermessungsingenieur, die Mutter war selbstständig tätig. Sie versorgte die umliegenden Internate mit Lebensmitteln.

Idera Woman Foundation gegründet

Eigenständig wie ihre Mutter wollte auch sie werden. Sie wusste, Bildung ist sehr wichtig. „Dadurch, dass ich gebildet bin, habe ich mich auch getraut, zu träumen“, erzählt sie. Zielstrebig machte sie zuerst ihr Abitur, dann ging sie nach Lagos, um im dortigen Goethe-Institut Deutsch zu lernen. 2009 ging sie nach Konstanz, brachte dort ihr Abitur auf ein deutsches Level und studierte anschließend Bauingenieurwesen. Seit 2015 arbeitet sie in einem Vermessungs- und Ingenieurbüro in Tettnang. 2016 zog sie nach Ravensburg, und hier fühlte sie sich auf Anhieb wohl. „Die Stadt ist schön und die Leute sind sehr nett“, sagt sie. Hier haben sich ihre Träume erfüllt.

Jetzt will sie armen Kindern und Frauen in Nigeria auch die Möglichkeit geben, ein besseres Leben zu führen. Lange hatte sie überlegt, wie sie das am besten anpacken könnte. Dann traf sie in Ravensburg Nikolaij Schmid. Er war von ihrer Idee begeistert. Gemeinsam mit Maria Köhn gründeten sie die Idera Woman Foundation. Die eingetragene Hilfsorganisation setzt sich für benachteiligte Frauen und die Bildung von Kindern in Nigeria ein. „Nachhaltigkeit ist uns extrem wichtig“, so Schmid. „Wenn ein Euro gespendet wird, soll auch ein Euro ankommen.“

Vor Ort hat man enge Kontakte. So kümmert sich zum Beispiel Ashimis Schwester um die zielgerichtete Verteilung der Geld- und Sachspenden. Gefördert werden eine Grundschule und ein Waisenhaus. Dort erhalten die Kinder Lehrbücher und Schreibzeug, den ärmsten unter ihnen wird das Schulgeld bezahlt. Schon mit 20 Euro im Monat können einem Kind die Schulkosten, Schuluniform, Bücher und Schulmaterial etc. finanziert werden.

15 ehrenamtliche Helfer in Nigeria

Im Rahmen der Frauen-Förderinitiative werden sozial benachteiligte Frauen befähigt, finanzielle Stabilität und Sicherheit zu erlangen. Ashimi erzählt von einer Frau, der nach einem Unfall eine Hand amputiert werden musste. Sie verlor ihren Job, ihr Mann verließ sie und ihr Kind. Die Idera Women Foundation unterstützte sie mit 200 Euro. Damit eröffnete sie einen Laden für Kinderbekleidung. 100 Euro wird sie nun in Raten wieder zurückzahlen. Sie hat sich ein neues Leben aufbauen können.

Inzwischen hat die Organisation in Nigeria 15 ehrenamtliche Helfer. Das Ziel ist, 1000 Kinder zu erreichen. Demnächst will man ein Gymnasium unterstützen. Ashimi ist mindestens zweimal im Jahr vor Ort, um zu sehen, wie die Hilfen eingesetzt werden und wo noch Bedarf besteht. Auch um zu sehen, ob schon Ansätze da sind, um armen Kindern und Frauen die Möglichkeit zu geben, zu träumen wie sie.

 Die Kinder freuen sich über die Unterstützung aus Deutschland.
Die Kinder freuen sich über die Unterstützung aus Deutschland. (Foto: Privat)

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