Bis zu neun Monaten Wartezeit: Landratsamt hat Probleme Bürgeranfragen abzuarbeiten

 Neun Monate kann es für Kreisbewohner dauern, bis sie eine Antwort vom Landratsamt bekommen. Für dieses Problem gibt es jedoch
Neun Monate kann es für Kreisbewohner dauern, bis sie eine Antwort vom Landratsamt bekommen. Für dieses Problem gibt es jedoch Ursachen. (Foto: Heilemann/dpa)
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Bei Fragen an das Landratsamt zur Abfallwirtschaft warten Bürger teilweise Monate auf Antworten. Das Landratsamt nennt Gründe und versichert Besserung. Doch es gibt weitere Kritik am Service.

Neun Monate wartete Siegfried Heiss auf eine Antwort des Landratsamtes. Vergangenen Sommer informierte der Ravensburger das Bürgerbüro über seinen Umzug und dass sich damit seine Müllgebühren ändern. Erst Ende April bekam er eine Antwort per Mail und schlussendlich auch der Änderungsbescheid der Behörde – mit Entschuldigung. „Längere Wartezeiten sind ja in Ordnung, aber neun Monate ist nicht zu rechtfertigen“, sagt Heiss.

Strengere Kategorisierung

Tatsächlich komme es derzeit teils zu sehr hohen Wartezeiten, sagt Kreis-Sprecherin Selina Nußbaumer. Vor allem im Bereich Abfall. Jede Anfrage komme an, versichert Nußbaumer, das Bürgerbüro kategorisiere diese Anfragen jedoch strenger nach dringlich und weniger dringlich.

Beschwerden über nicht geleerte Tonnen würden beispielsweise schneller beantwortet werden, sagt Nußbaumer. Bei der Bildung von Behältergemeinschaften warte man länger. „Weil in diesem Fall ja bereits alle Bewohner eine Tonne haben und die Müllentsorgung somit sichergestellt ist.“

Es türme sich durchaus ein Berg an Anfragen vor dem Bürgerbüro auf, sagt Nußbaumer. Das sei auch für die Kolleginnen und Kollegen eine Belastung. Aber: Beim überwiegenden Teil der Anliegen funktioniere eine „zeitnahe“ Bearbeitung.

Was sind die Gründe für diese Situation? Das Bürgerbüro sei die Schaltzentrale der ganzen Behörde und stand in den vergangenen Jahren unter einem hohen Druck, erklärt Nußbaumer. Zur Pandemie und dem Ukraine-Krieg mussten jeweils Hotlines eingeführt werden – das sei ein großer Aufwand für das Bürgerbüro und bringe seit zwei Jahren verschiedene Verzögerungen mit sich.

Zweite Kritik: Führerscheinstelle

„Anfang des Jahres kam erschwerend hinzu, dass die Firma Knettenbrech und Gurdulic massive Probleme bei der Einführung der Gelben Tonne hatte und wir diese mit einem Callcenter, betrieben mit eigenem Personal, über Wochen unterstützt haben.“

Doch nicht nur der Bereich Abfall muss sich das Landratsamt erklären – auch die Vorgehensweise beim Kfz-Amt steht in der Kritik. Josef Kunz, Gemeinderat in Kißlegg, monierte in der jüngsten Ratssitzung, dass die Kfz- und Führerscheinstelle immer noch nur per Terminvereinbarung erreichbar sei.

„Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Selina Nußbaumer, das werde man beibehalten. Durch Termine könne Personal gezielter eingesetzt und Wartezeiten verringert werden. „Das hilft auf beiden Seiten.“

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