Neuerlicher Suizid im Ravensburger Gefängnis

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Hinter den Mauern von Hinzistobel hat sich wieder ein Häftling getötet.
Hinter den Mauern von Hinzistobel hat sich wieder ein Häftling getötet. (Foto: Archiv: Roland Rasemann)
Schwäbische Zeitung

In der Justizvollzugsanstalt Hinzistobel hat es erneut einen Suizid gegeben. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ravensburg und des Polizeipräsidiums Konstanz vom Dienstag hervor. Demnach hat sich ein Mann in seiner Zelle erhängt.

Der Mann war am Montagmorgen gegen 7.30 Uhr tot in seiner Einzelzelle aufgefunden worden. Der 46-Jähriger hatte eine „Ersatzfreiheitsstrafe“ zu verbüßen. Der Mann war durch einen Strafbefehl des Amtsgerichts Tübingen wegen einer Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Da er diese nicht bezahlt hatte, musste er die „Ersatzfreiheitsstrafe“ in der Vollzugsanstalt verbüßen, heißt es in der Pressemitteilung.

Zur Klärung der genauen Todesursache hat das Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ravensburg eine Obduktion des Wohnsitzlosen angeordnet, der sich vergangene Woche selbst in der Justizvollzugsanstalt Ravensburg gestellt hatte.

„Der Mann war nach Untersuchung durch den Anstaltsarzt, der von keiner Suizidgefahr ausgegangen war, in einer Einzelzelle untergebracht worden“, heißt es weiter. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis des Instituts für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Ulm ist von einem Ersticken infolge Erhängens auszugehen. Hinweise für eine Fremdeinwirkung waren nicht festzustellen.

Erst vergangene Woche hatte sich im Hinzistobler Gefängnis der Mann erhängt, der seine Frau und seine beiden Stieftöchter in Untereschach getötet hatte. Der 53-Jährige wartete und in einer Drei-Mann-Zelle auf seinen Prozess und galt als suizidgefährdet.

Das Justizministerium hatte erklärt, es gebe keinerlei Hinweise auf Versäumnisse im Umgang mit dem Gefangenen.

Die Zahl der Selbsttötungen in Gefängnissen in Baden-Württemberg ist damit in diesem Jahr auf acht gestiegen.

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