Neuer Dampf für die Südbahn

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In nicht allzu ferner Zukunft könnte es elektrifiziert von Ulm nach Friedrichshafen gehen.
In nicht allzu ferner Zukunft könnte es elektrifiziert von Ulm nach Friedrichshafen gehen. (Foto: Roland Rasemann)

Für die erste Etappe der Südbahn-Elektrifizierung im Bereich Ulm-Alb-Donau-Kreis besteht jetzt Baurecht. Für die vier weiteren Abschnitte sollen die rechtskräftigen Beschlüsse in den nächsten Monaten folgen. Mit dieser Nachricht überraschte Geschäftsführer Wilfried Franke am Freitag die Regionalverbandsversammlung Bodensee-Oberschwaben in Wangen-Deuchelried.

Franke brachte diese gute Kunde aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin mit. Jetzt werde damit gerechnet, dass das Eisenbahn-Bundesamt in den nächsten drei bis vier Monaten für die weiteren Südbahn-Etappen zwischen Ulm und Lindau grünes Licht gebe.

Eine Hürde freilich gilt es noch zu nehmen: Das Rechnungsprüfungsamt verlangt für alle Verkehrsprojekte, die bis Ende 2015 noch nicht begonnen sind, eine erneute Wirtschaftlichkeitsberechnung. Also auch für die Südbahn. „Ich gehe davon aus, dass wir diese Berechnung bestehen“, sagt Franke, wenngleich sich die Vorzeichen gegenüber der ersten Rentabilitätsprüfung verschlechtert haben. Damals wurde man mit Faktor 2,4 bewertet, was bedeutet, dass der Nutzen des Südbahn-Ausbaus mehr als doppelt so hoch ist wie die Kosten. Im Jahr 2006, war man aber auch noch von 90 Millionen Euro Kosten für die Elektrifizierung ausgegangen. Es war ein zweites Gleis bis Lindau geplant und es sollte mehr Güterverkehr auf die Schiene. Heute geht man von 226 Millionen Euro Baukosten aus und das Gleis nach Lindau fehlt. Doch Franke geht davon aus, dass die Region mit dem neuen Fahrplankonzept, das im April eingereicht wurde, so weit punkten kann, „dass es reicht“. Die Messlatte liegt bei Faktor 1., also einem ausgeglichenen Nutzen-Kosten-Verhältnis.

Baurecht für alle fünf Planfeststellungsabschnitte plus Wirtschaftlichkeitsprüfung sind die Voraussetzung dafür, dass der Bund die Finanzierungsvereinbarung unterschreibt. Das Land hat bereits signalisiert, die Hälfte der Baukosten freiwillig zu übernehmen. Somit gilt immer noch, was der Stuttgarter Verkehrsminister Winfried Hermann im April verkündet hat: „Wir setzen alles daran, spätestens 2016 zu beginnen.“

Diesen Satz könnte auch Wilfried Franke unterschreiben. Jeden zweiten bis dritten Tag lande das Thema Südbahn auf seinem Tisch, „und die Arbeit wird weitergehen“. Dass das jetzt Erreichte auch der Erfolg ihres Geschäftsführers ist, quittierte die Regionalverbandsversammlung am Freitag mit großem Beifall.

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