Neue Erkenntnisse zum Dürresommer 2018: So massiv waren die Folgen für die Natur wirklich

Lesedauer: 4 Min
Christian Schellenberger
Digitalredakteur

Deutschland im Sommer 2018: Der Wasserstand an vielen Seen und Flüssen ist so niedrig, wie noch nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Auf dem Rhein wird die Schifffahrt teilweise eingestellt, was Autofahrer an den Zapfsäulen zu spüren bekommen.

Landwirte beklagen Ernteausfälle von bis zu zwei Dritteln.

Am Bodensee bildet sich zeitweise eine neue Sandinsel, das Niedrigwasser fördert bisher Verborgenes zutage. Seit April hat es nicht mehr nennenswert geregnet, jetzt zeigen sich die Folgen. 

  • Was zeigt die Karte?

Auf der Deutschlandkarte sind diejenigen Regionen rot gekennzeichnet, in denen die Vegetation im Sommer 2018 im Vergleich zum Durchschnitt der Sommer 2013 bis 2017 abgenommen hat.

Grün markiert sind dagegen die Flächen, die im langjährigen Vergleich mehr oder gesündere Vegetation aufwiesen.

  • Wie lässt sich der Zustand der Vegetation ermitteln?

Dazu machen sich Wissenschaftler den Umstand zunutze, dass gesunde Pflanzen einen Großteil des sichtbaren Lichts aufnehmen und die meisten Infrarot-Bestandteile der Lichtstrahlen reflektieren. Kranke Pflanzen oder nackter Erdboden dagegen reflektieren mehr sichtbares Licht und weniger Infrarot-Strahlen.

Da Satelliten im All diese Daten zusammen mit Satellitenbildern aufzeichnen, lässt sich für nahezu jeden Punkt auf der Erde der Zustand von Gräsern, Sträuchern und Bäumen berechnen. Wissenschaftler bilden daraus den Vegetationsindex NDVI, der einen Wert zwischen -1 und 1 annehmen kann.

  • Wie ist die Karte entstanden?

Für diese Kartendarstellung haben wir aus den Satellitenbildern der Monate Juni bis September 2018 ein einziges Bild mit den Durchschnittswerten generiert - und anschließend mit dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 verglichen.

Hat der NDVI - also der Bewuchs - abgenommen, haben wir die betroffenen Flächen rot eingefärbt. Hat der Wert zugenommen, haben wir die Flächen grün gefärbt. 

  • Wie genau ist die Darstellung?

Die bestmöglichen Bilder, die die Satelliten liefern können, haben eine Auflösung von 30 Metern je Pixel. Allein daraus ergibt sich eine leichte Ungenauigkeit.

Zudem haben wir für unsere Karte das Bildmaterial auf eine Gesamtgröße von 10.000 mal 8495 Pixel reduziert - ein Kompromiss aus vertretbarem Datenvolumen und für eine Deutschlandkarte ausreichende Genauigkeit.

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