Neuartige Drogen verbreiten sich rasant in Ravensburg

Lesedauer: 8 Min
ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Kriminalpolizistin hält am 26.07.2012 im Landeskriminalamt (LKA) in Mainz eine mit Drogen versetzte
Sie wirken harmlos, sind aber sehr gefährlich, weil niemand so genau weiß, was drin ist: Kräutermischungen. (Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa)

Neue psychoaktive Stoffe (NPS) sind synthetische Substanzen, die in ihrer Wirkung bekannten Drogen wie Haschisch, Ecstasy oder Amphetaminen ähneln, aber zum Teil eine deutlich höhere Konzentration an Wirkstoffen haben. Konsumenten rauchen, schlucken oder schniefen die Produkte, um sich zu berauschen.

Die Produkte werden verharmlosend als „Räuchermischungen“, „Badesalze“ oder Ähnliches angeboten. Gezielte Veränderungen der chemischen Struktur ermöglichen es, kontinuierlich neue Stoffe auf den Markt zu bringen, die dann wieder für einige Zeit legal sind (daher die frühere Bezeichnung „Legal Highs“) – bis sie verboten werden. Im November 2016 trat jedoch das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz in Kraft. Es sieht ein weitreichendes Verbot des Erwerbs, Besitzes und Handelns mit NPS und eine Strafbarkeit der Weitergabe von NPS vor. Dabei bezieht sich das Verbot in Ergänzung zum einzelstofflichen Ansatz des Betäubungsmittelgesetzes erstmals auf ganze Stoffgruppen und umfasst damit bereits etwa zwei Drittel der erhältlichen Stoffe.

Die größten Stoffgruppen sind synthetische Cannabinoide und synthetische Cathinone (Amphetaminderivate). Meist ist bei den NPS weder die Zusammensetzung der Wirkstoffe noch deren Menge bekannt. Daher ist der Konsum mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Neben kurzfristigen negativen Folgen wie Wahnvorstellungen drohen auch schwere, mitunter lebensgefährliche, gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die jährlich vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Daten zu den drogenbedingten Todesfällen zeigen, dass NPS auch tödliche Vergiftungen verursachen können. 2016 starben deutschlandweit 98 Menschen an den Folgen des Konsums.

Am Anfang steht das Hochgefühl, am Ende oft die Wahnvorstellung. Warum Kräutermischungen und legale Rauschmittel ein Problem sind - und welche Auswirkungen sie haben.

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Neue psychoaktive Stoffe (NPS) sind synthetische Substanzen, die in ihrer Wirkung bekannten Drogen wie Haschisch, Ecstasy oder Amphetaminen ähneln, aber zum Teil eine deutlich höhere Konzentration an Wirkstoffen haben. Konsumenten rauchen, schlucken oder schniefen die Produkte, um sich zu berauschen.

Die Produkte werden verharmlosend als „Räuchermischungen“, „Badesalze“ oder Ähnliches angeboten. Gezielte Veränderungen der chemischen Struktur ermöglichen es, kontinuierlich neue Stoffe auf den Markt zu bringen, die dann wieder für einige Zeit legal sind (daher die frühere Bezeichnung „Legal Highs“) – bis sie verboten werden. Im November 2016 trat jedoch das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz in Kraft. Es sieht ein weitreichendes Verbot des Erwerbs, Besitzes und Handelns mit NPS und eine Strafbarkeit der Weitergabe von NPS vor. Dabei bezieht sich das Verbot in Ergänzung zum einzelstofflichen Ansatz des Betäubungsmittelgesetzes erstmals auf ganze Stoffgruppen und umfasst damit bereits etwa zwei Drittel der erhältlichen Stoffe.

Die größten Stoffgruppen sind synthetische Cannabinoide und synthetische Cathinone (Amphetaminderivate). Meist ist bei den NPS weder die Zusammensetzung der Wirkstoffe noch deren Menge bekannt. Daher ist der Konsum mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Neben kurzfristigen negativen Folgen wie Wahnvorstellungen drohen auch schwere, mitunter lebensgefährliche, gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die jährlich vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Daten zu den drogenbedingten Todesfällen zeigen, dass NPS auch tödliche Vergiftungen verursachen können. 2016 starben deutschlandweit 98 Menschen an den Folgen des Konsums.

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