Naturschutzverbände üben Kritik am Entwurf des Regionalplans

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Schwäbische Zeitung

„Leider lässt der Entwurf des Regionalplanes keine Trendwende in Sachen Flächen- und Ressourcenverbrauches erkennen“, sagt Ulfried Miller, Geschäftsführer des BUND-Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben.

Der Naturschutzverband kritisiert zusammen mit dem Nabu und dem dem Landesnaturschutzverband (LNV) das „Weiter so“ der Entscheidungsträger, wie es in der Stellungnahme zu den Planungentwürfen des Regionalverbandes heißt.

„Die geplante Fortschreibung des Regionalplans reagiert nicht auf wichtige Zukunftsfragen, sondern führt die bisherige Entwicklung fort“, so Miller. Angesichts dessen fordern die Umweltverbände eine Halbierung der in der freien Landschaft geplanten Flächen für Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Rohstoffabbau von 3000 Hektar auf 1500 Hektar in ihrer Stellungnahme. Die Bundesregierung strebt laut Klimaschutzplan 2016 in Sachen Flächenverbrauch bis 2050 das Netto-Null Ziel an.

Stattdessen müsse die Innenentwicklung forciert werden und in den Ober-und Mittelzentren das verdichtete Bauen zukünftige Planungen bestimmen, schreiben die Verbände weiter. Mit der Doppelnutzung von Flächen, zum Beispiel durch das Anbringen von Solarmodulen über Pkw-Stellplätzen, oder der Aufstockung von bestehenden Gebäuden – mit Wohnraum über Supermärkten oder Büros auf Industriehallen – könnte die knappe und teure Ressource Boden gespart und bereits bebaute Flächen effizienter genutzt werden.

BUND, LNV und Nabu begrüßen zwar die Planungen hinsichtlich der regionalen Grünzüge. „In anderen Bereichen gibt es allerdings Nachholbedarf“, sagt Miller. So sollten die Waldgebiete Adelegg und Altdorfer Wald in die regionalen Grünzüge einbezogen werden. Zudem wird die Ausweisung des Waldburger Rückens im Altdorfer Wald als Vorranggebiet für Grundwasserschutz gefordert.

Nachholbedarf gebe es auch in der Mobilitätsplanung des Regionalverbandes. So fordern die drei Verbände eine Verbesserung der Infrastruktur für Bahn, ÖPNV und Radverkehr.

Die vollständige Stellungnahme der Naturschutzverbände BUND, LNV und Nabu lesen Sie unter www.bund-bodensee-oberschwaben.de

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