Naturschützer wollen mehr Grün in der Stadt

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Die Bäume auf dem südlichen Marienplatz.
Die Bäume auf dem südlichen Marienplatz. (Foto: Ruth Auchter)
Schwäbische Zeitung

Auf dem südlichen Marienplatz müssen im Zuge der Tiefgaragensanierung wohl zwölf Bäume gefällt werden (die SZ berichtete). Die ersten womöglich schon im Frühjahr 2018. Viele Ravensburger bedauern das, die örtlichen Vertreter von BUND und Nabu ebenfalls. Ulfried Miller, Geschäftsführer des BUND-Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben, stößt in diesem Zusammenhang eine Grundsatzdiskussion zum Thema „mehr Grün auf dem Marienplatz“ an.

Miller bedauert, dass die acht Linden neben der evangelischen Stadtkirche sowie weitere Bäume beim Kornhaus und bei der Pizzeria „Il Podio“ in einigen Jahren weichen müssen. Schließlich befinde sich neben der Stadtkirche mit den drei Bänken unter den Linden einer der wenigen, häufig genutzten Schattenplätze in der Ravensburger Innenstadt. Dabei sollte es Millers Ansicht nach noch viel mehr Bäume im Herzen Ravensburgs geben – weil diese „Staub binden, die Luft befeuchten und die Aufenthaltsqualität verbessern“. Nicht zuletzt in Anbetracht der Tatsache, dass die Sommer immer heißer und trockener würden, müsse man mit mehr Grün auch auf dem Marienplatz „dem Klimawandel etwas entgegen halten“.

Wichtige Sauerstoffproduzenten

Beim Naturschutzbund Ravensburg sieht man das ähnlich und appelliert an die Stadt, „sensibel mit ihrem Siedlungsgrün umzugehen“ – was eben auch bedeuten würde, auf dem südlichen Marienplatz so viele Bäume wie möglich zu erhalten. Denn: „Jedes Grün und jeder Baum sind wichtige Sauerstoffproduzenten, die wir dringend in dieser Stadt brauchen“, wie Nabu-Sprecher Maximilian Dechant ausführt. Seit Jahren beobachten er und seine Mitstreiter sorgenvoll, „dass immer mehr Siedlungsgrün, vor allem auch größere Bäume, Baumaßnahmen zum Opfer fallen“ – beispielsweise am Varazdiner Park, am Frauentorplatz, auf der Veitsburg oder bei der Oberschwabenklinik. Ersatzpflanzungen seien zwar gut und schön, könnten aber in Sachen Sauerstoffversorgung nicht mit großen, alten Bäumen mithalten. Denn letztere „beherbergen darüber hinaus Vögel, Fledermäuse oder Eichhörnchen und wirken als wichtige Feinstaubfilter für die stark belastete Ravensburger Luft“.

Das weiß auch Ravensburgs Baubürgermeister Dirk Bastin. Er versichert daher, man werde bei jedem einzelnen Baum auf dem südlichen Marienplatz darüber entscheiden, ob es sinnvoller ist, ihn zu fällen oder zu verpflanzen: „Wir müssen überlegen, was uns das wert ist.“ In Bezug auf die Linden vor der evangelischen Stadtkirche räumt er allerdings ein: „Den werden wir leider aufgeben müssen.“ Momentan werde zwar geprüft, ob man die Bäume verpflanzen kann. Da eine Umsiedlung aber nicht nur zwischen 5000 und 15 000 Euro kostet, sondern für einen Baum auch ziemlich viel Stress bedeutet, sei es schier unmöglich, ihn ein zweites Mal zurück an seinen Ursprungsort zu versetzen. Das würden die Linden Bastins Vermutung nach kaum überleben – schließlich stehen sie praktisch auf dem Tiefgaragendeckel. Deshalb fehlen ihnen tiefe Wurzeln. Dafür sollen an dieser Stelle neue Bäume gepflanzt werden. Im Herbst werde die Baumkommission zu Rate gezogen, versichert der Baubürgermeister. Und im kommenden Frühjahr müssen etwas nördlicher wohl schon die ersten Bäume weichen – je nachdem, wie sehr sie bei den Bauarbeiten im Weg stehen.

Ein umfassendes Dossier zur Sanierung der Tiefgarage finden Sie unter www.schwaebische.de/marienplatzgarage.

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