Kommentar zum OSK-Gutachten: Welche Einrichtungen wird der Kreistag wirklich schließen?

 Jan Peter Steppat
Jan Peter Steppat, Lokalchef der Redaktion Wangen, kommentiert die Kreistagssitzung zur OSK. (Foto: sz)
Redaktionsleiter

Jetzt liegen die Vorschläge auf dem Tisch: Bad Waldsee komplett schließen, keine Frauenklinik in Wangen mehr und dort auch nur noch eine amputierte Notaufnahme. Die Empfehlungen der Gutachter folgen, was die Kurstadt angeht, den Forderungen des Sozialministers komplett, auf Wangen gemünzt in Teilen.

Die Umwandlung des Westallgäu-Klinikums in eine Fachklinik sehen sie nicht vor, wohl aber ein Zentrum für Endoprothetik und den Wegfall wesentlicher Teile der Grund- und Regelversorgung. „Lucha light“ gewissermaßen. Hier geht es zum aktuellen Artikel zum Thema.

Noch keine konkreten Äußerungen

Doch kommt es tatsächlich so? Die Kreisräte haben für ihre Entscheidung nur knapp vier Wochen Zeit und stehen mächtig unter Druck. Konkret zu einzelnen Punkten der Expertise äußerten sie sich direkt nach dessen Vorlage naturgemäß noch nicht. Einige ließen aber bereits durchblicken, das BAB-Konzept nicht eins zu eins mitzutragen.

Und es klangen erste Tendenzen durch, wo die Knackpunkte liegen: Der Aufschrei, das Krankenhaus in Bad Waldsee zu schließen, hielt sich in wenig hörbaren Grenzen. Im Kern dürfte sich die Debatte in den kommenden Wochen also um Wangen drehen – und dort nicht nur um die Gynäkologie. Deren Erhalt dürfte im Übrigen auch von der Zukunft des ebenfalls mit einer Geburtshilfe ausgestatteten Tettnanger Krankenhauses abhängen. Hier geht es zu den Einschätzungen der Kreistags-Fraktionen. 

Eine wichtige Zahl fehlt

Ein paar Worte noch zum Gutachten selbst: Von vielen Kreisräten in ersten Reaktionen als fundiert und belastbare Arbeitsgrundlage eingeschätzt, beruht es vielfach auf Annahmen. Und eine wichtige Zahl fehlt komplett: die Prognose nämlich, in welcher Größenordnung die OSK aus den Miesen kommt, wenn die Vorschläge umgesetzt würden. Das ist maßgeblich. Denn die Kernfrage lautet letztlich: Wie viel Geld kann und will der Landkreis Ravensburg für die stationäre Gesundheitsversorgung ausgeben?

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