Nach Bluttat: „Drückende Trauer“ in Untereschach

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In diesem Einfamilienhaus in Untereschach geschah die Bluttat in der Nacht auf Freitag. Die Polizei sperrte den Tatort ab.
In diesem Einfamilienhaus in Untereschach geschah die Bluttat in der Nacht auf Freitag. Die Polizei sperrte den Tatort ab. (Foto: Derek Schuh)

Geschockt haben die Menschen in und um Ravensburg auf das Familiendrama von Freitagnacht reagiert. In Untereschach waren drei Menschen mit einem Beil getötet worden. Laut Uwe Stürmer, Vize-Polizeipräsident und ehemaliger Leiter der Ravensburger Direktion, hat es im Schussental bislang kein vergleichbares Verbrechen gegeben.

Für die Nachbarn der Familie in dem ruhigen und gepflegten Wohnviertel ist die Tat schockierend und kam völlig überraschend. Der Mann sei freundlich und nicht auffällig gewesen, sagt der 61-jährige Roland Schweiger. Die 19-jährige Merve Bostlani beschreibt die Familie als unternehmungslustig und mit einem guten Freundeskreis. „Die hatten keine schlechten Freunde mit negativem Einfluss.“

Auch für Eschachs Ortsvorsteherin Simone Rürup ist die Tat unvorstellbar. „Es ist schrecklich, ich bin fassungslos. Ich habe es heute Morgen erfahren. So etwas passiert in Chicago oder Manhattan, aber doch nicht in unserer schönen Ortschaft.“ Nun gehe es vor allem darum, dass das hinterbliebene Mädchen gut betreut werde.

Familie war der Stadt nicht bekannt

Simon Blümcke, Ravensburgs Erster Bürgermeister, ist ebenfalls schockiert. „Wir haben heute Morgen von dem Familiendrama erfahren und sind fassungslos. In der Stadtverwaltung herrscht drückende Trauer nach dieser Tat. Angesichts des Tathergangs möchte man sich gar nicht vorstellen, was dort im Detail passiert ist.“ Nun würden die Gedanken dem überlebenden Mädchen gelten, die ihre ganze Familie und auch ihren Vater verloren hat. „Es wird alles unternommen, um sie gut zu versorgen.“ Wie Blümcke ausführt, sei die Familie der Stadtverwaltung nicht bekannt gewesen.

Bestürzung in Kitas

An den beiden Schulen der Mädchen, am Technischen Gymnasium und am Welfengymnasium in Ravensburg, war unter den Mitschülern am Freitag noch kaum etwas über die Tat bekannt. Die Schüler und Lehrer sollen am Montag von der Schulleitung informiert werden. Anders sah es am Freitag in Kinderbetreuungseinrichtungen in der Ravensburger Ortschaft aus. Dort hatte sich das Geschehene bereits herumgesprochen und für Bestürzung und Entsetzen gesorgt.

In Eschach bei Ravensburg hat in der Nacht zum Freitag ein 53-jähriger Mann seine 37-jährige Frau und seine beiden Stieftöchter mit einem Beil getötet.
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