Nach 3:1 bleibt dem EVR nur ein Punkt

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 Ratlose Topscorer des EV Ravensburg: Nichts ging gegen Stuttgart für Johann Katjuschenko (li.) und Steffen Kirsch (re.), dahint
Ratlose Topscorer des EV Ravensburg: Nichts ging gegen Stuttgart für Johann Katjuschenko (li.) und Steffen Kirsch (re.), dahinter Ravensburgs Goalie David Heckenberger. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

EV Ravensburg – Stuttgarter EC 3:4 n.P. (1:1; 2:2; 0:0). – 0:1 Becker (4:17, Deuring, Abert), 1:1 Philipp Heckenberger (16:45, A. Katjuschenko), 2:1 Jonas Mikulic (24:30, J. Katjuschenko, Gehlert), 3:1 Philipp Heckenberger (25:23, Delsor), 3:2 Reiss (26:53, Govig, Eisele); 3:3 Reiss (39:38, Govig, Reiner), 3:4 Reiss (Penalty). – Strafen: Ravensburg 10 Minuten, Stuttgart 8 Minuten.

Der EV Ravensburg hat auf dem Weg in die Play-offs der Eishockey-Regionalliga den Kriechgang eingelegt. Anstelle des erhofften und fast schon vorentscheidenden Dreiers gegen den Stuttgarter EC reichte es nur zu einem 3:4 nach Penaltyschießen und damit einem Punkt. Die Rebels aus der Landeshauptstadt haben sich den Sieg redlich verdient, der EVR gab dagegen einen 3:1-Vorsprung aus der Hand.

Warum nur stehen die Stuttgarter in der Tabelle so schlecht da? Auch nach dem Spiel am Sonntagabend vor gut 200 Zuschauern in der Ravensburger CHG-Arena bleibt es rätselhaft. Mit Kampfgeist und einfachen spielerischen Mitteln ließen sie den Tabellenführer kaum zur Entfaltung kommen. Von Beginn an machte Stuttgart Druck und wurde in der fünften Minute belohnt, als ein nicht allzu scharfer, aber schwer zu sehender Schuss von Tim Becker EVR-Goalie David Heckenberger durch die Schoner glitt.

Ravensburg bekam das Spiel nicht in den Griff, auch wenn Johann Katjuschenko bei einem der seltenen Alleingänge, die Stuttgart zuließ, den Ausgleich auf dem Schläger hatte. Als der EVR in der 14. Minute in Unterzahl war, bekam er die Scheibe fast zwei Minuten lang nicht aus dem eigenen Drittel heraus. Es sah eher nach 0:2 denn nach Ausgleich aus. Das 1:1 fiel aber glücklich in der 17. Minute: Die zweite Ravensburger Reihe hatte sich vor dem Stuttgarter Tor durchgesetzt und Philipp Heckenberger vollendete.

Ins zweite Drittel ging der EVR mit sehr viel mehr Elan und jetzt auch Spielanteilen. Das zahlte sich aus. Jonas Mikulic spielte sich in der 25. Minute auf der linken Seite durch und schoss das 2:1. Nur eine Minute später kam Philipp Heckenberger von rechts und überwand mit einem Schuss vom Bullypunkt den Rebels-Goalie Jannis Ersel. Der EVR drückte auf das 4:1, wollte aber zu viel und brachte sich durch Fehler in der Vorwärtsbewegung um den Lohn der Arbeit. In der 27. Minute ging ein Zweikampf an der eigenen blauen Linie verloren. Drei Stuttgarter liefen alleine auf David Heckenberger zu. Den Schuss von Nickolas Govig parierte der EVR-Goalie, den Nachschuss von Julian Reiss nicht mehr.

Kurioser Penalty zum Sieg

Es folgte, was die Oberschwaben in den vergangenen Spielen immer wieder schwächte: Strafen. Von den auf den Anschlusstreffer folgenden zehn Minuten spielte der EVR sechs in Unterzahl. Stuttgart machte gewaltig Druck, der Ausgleich lag in der Luft. Ravensburg verteidigte stark, um sich 22 Sekunden vor der zweiten Pause doch wieder quasi selbst zu schlagen. Ausgangspunkt war ein Scheibenverlust an der gegnerischen blauen Linie. Der Amerikaner Govig spielte seine Schnelligkeit aus und kam frei vor Heckenberger zum Abschluss. Der hielt, doch die Scheibe prallte erneut Reiss direkt auf den Schläger.

Das 3:3 war mehr als ärgerlich aus Ravensburger Sicht, bescherte dem Publikum aber eine spannende Schlussphase. Die größte Chance hatte Steffen Kirsch, dessen Schuss in der 57. Minute an die Latte prallte. Stuttgart hätte in der Schlussminute mit einem Schuss aus der Drehung ums Haar den vierten Treffer erzielt. Direkt im Gegenzug scheiterte Simon Heckenberger 18 Sekunden vor dem Ende nur knapp.

Es ging ins Penaltyschießen, in dem nur der Stuttgarter Reiss traf. Eigentlich hatte David Heckenberger den Schuss bereits pariert. Die Scheibe prallte jedoch von seinem Schoner mit Drall nach hinten aufs Eis und kullerte über die Linie, ohne dass der Goalie ahnen konnte, wo der Puck war. Den ersten Versuch für Ravensburg hatte Johann Katjuschenko an den Pfosten gesetzt.

Die Spiele des Dreikönigswochenendes haben in der Regionalliga dazu geführt, dass es noch enger geworden ist. Von Tabellenführer Ravensburg auf den ersten Nicht-Play-off-Platz sind es nur acht Punkte. Stuttgart ist bei fünf Punkten Rückstand auf Rang vier selbst als Vorletzter wieder im Rennen. Der EVR spielt nächstes Wochenende beim abgeschlagenen Schlusslicht EKU Mannheim.

EV Ravensburg – Stuttgarter EC 3:4 n.P. (1:1; 2:2; 0:0). – 0:1 Becker (4:17, Deuring, Abert), 1:1 Philipp Heckenberger (16:45, A. Katjuschenko), 2:1 Jonas Mikulic (24:30, J. Katjuschenko, Gehlert), 3:1 Philipp Heckenberger (25:23, Delsor), 3:2 Reiss (26:53, Govig, Eisele); 3:3 Reiss (39:38, Govig, Reiner), 3:4 Reiss (Penalty). – Strafen: Ravensburg 10 Minuten, Stuttgart 8 Minuten.

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