Motettenchor zieht viele Zuhörer an

Lesedauer: 3 Min

Der Ravensburger Motettenchor trat am Sonntag zusammen mit der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben auf.
Der Ravensburger Motettenchor trat am Sonntag zusammen mit der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben auf. (Foto: Anton Wassermann)
Schwäbische Zeitung
Anton Wassermann

„Ein Fest muss es sein!“ Das könnte das Motto des Ravensburger Motettenchors bei ihrem Jubiläumskonzert zum 25-jährigem Bestehen gewesen sein. Die zahlreichen Besucher wurden am Sonntag in der Evangelischen Stadtkirche unter anderem mitgerissen von der glanzvollen Aufführung einer Bach-Oratorienkantate.

Diese hat der Kirchenmusiker Hans Grischkat anlässlich des 200. Todesjahres von Bach im Jahr 1950 erstellt. Es war eine Kompilation von Bachs Kantatensätzen mit einem neuen Text. Produkt war eine Groß-Kantate mit dem Titel „Vom Reiche Gottes“. Diese wurde auch versehen mit einer Orchestereinleitung, bei der die Orgel den Solopart eines ursprünglichen Violinkonzerts übernimmt.

Philharmonie begleitet Chor

Beim Konzert am Sonntag spielte die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschaben auf modernen Instrumenten. Dabei erwiesen sich die Musiker als versierte und modulationsfähige Begleiter für den Chor und die Gesangssolisten. Der Organist Dieter Weitz bettete bei der einleitenden Sinfonia seinen Solopart unaufdringlich in den Orchesterklang ein und war auch beim Kontinuospiel mit den Cellisten Matthew Brooke ein Begleiter, der die Solisten mit dezenten musikalischen Impulsen wirkungsvoll unterstützte. Barbara Zeller konnte so ihre schlanke, aber kraftvolle Sopranstimme entfalten. Und auch die Altistin Adelheid Krohn-Grimberghe wurde den in die Mezzosopran-Lage reichenden Teilen ihres Parts gerecht.

Als Bariton mit riesigem Tonumfang erlebten die Zuhörer den Bassisten Christian Feichtmair und als wandlungsfähigen Ensemble- Sänger den Tenor Ulrich Müller-Adam. Auf dieser Basis konnte der von Michael Bender geschulte Motettenchor seine Leistungen entfalten: klanglich absolut homogen und ausgewogen in der Stimmgewichtung. Die Oratorien-Kantate gönnte zwar dem Chor die nötigen Verschnaufpausen, verlangte ihm aber mit ihren diffizilen Einsätzen eine ungeheure Dauerpräsenz ab.

Diese Anspannung hielt der Motettenchor nicht nur über 90 Minuten durch, sondern steigerte sie sogar noch beim fulminanten Schlusschoral „Lobe den Herren“.

Im Anschluss an das Konzert gingen langjährige Mitglieder des Chors auf dessen Geschichte ein. Außerdem würdigte der Dekan Friedrich Langsam den Motettenchor als leidenschaftlichen Verkünder der christlichen Botschaft. Oberbürgermeister Daniel Rapp nannte den Chor „einen wichtigen Kulturträger, der den bürgerschaftlichen Zusammenhalt immer wieder aufs Neue bereichere“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen