Molldiete-Tunnel weiterhin „vordringlich“

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Der Molldiete-Tunnel würde die Nord-Süd- sowie die Ost-West-Achse in Ravensburg zusammenschließen.
Der Molldiete-Tunnel würde die Nord-Süd- sowie die Ost-West-Achse in Ravensburg zusammenschließen. (Foto: SZ-Archiv)
Jasmin Bühler

Der Ravensburger Molldiete-Tunnel ist weiterhin im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes. In dieser Woche hat der Verkehrsausschuss des Bundestages in nicht-öffentlicher Sitzung über die Straßenbauprojekte beraten. Wie jetzt bekannt wurde, haben die Abgeordneten den Molldiete-Tunnel dabei nicht speziell angesprochen. Ein Glück. Denn das bedeutet: An der Wichtigkeit des Projekts wird nicht gezweifelt.

„Der Molldiete-Tunnel ist im Ausschuss nicht thematisiert worden“, informiert der CDU-Bundestagsabgeordnete Waldmar Westermayer aus Leutkirch. Westermayer sitzt zwar nicht im Verkehrsausschuss, doch kennt er die Ergebnisse der Besprechungen. „Der Ausschuss hat über die Projekte beraten, die in den vordringlichen Bedarf nachrücken sollen – so wie die Gäubahn“, erklärt der CDU-Politiker. „Der Molldiete-Tunnel stand ja bereits im vordringlichen Bedarf und wird da auch bleiben.“

Das Problem nämlich: Sobald ein Verkehrsprojekt nachträglich in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen wird, muss ein anderes Projekt dafür rausfallen. „Der Molldiete-Tunnel fällt nicht raus“, ist sich Westermayer sicher. Ihm zufolge seien es Projekte im nördlichen Teil von Baden-Württemberg, die auf der Kippe stünden und gegebenenfalls weichen müssten.

Um die Abgeordneten in Berlin von der Relevanz des Molldiete-Tunnels zu überzeugen, reiste in den vergangenen Wochen extra eine Ravensburger Delegation in die Hauptstadt. Mit dabei war Wilfried Franke, Direktor des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben. Er und seine Kollegen hätten viele Gespräche geführt und Überzeugungsarbeit geleistet. „Es gibt keine Zweifel daran, dass der Molldiete-Tunnel kommen muss“, meint Franke.

Ob sich der Ravensburger Einsatz gelohnt hat, werden die kommenden Wochen zeigen: Am 7. und 9. November gibt es öffentliche Anhörungen zum Bundesverkehrswegeplan. Die Schlussabstimmung über den Entwurf im Verkehrsausschuss soll dann am 30. November erfolgen. Der Bundestag wird das Gesetz wohl Anfang Dezember verabschieden.

Der Molldiete-Tunnel würde am Knollengraben beginnen und in Weißenau wieder herauskommen. Die Ravensburger Stadtverwaltung hatte große Hoffnung in die Verwirklichung des Vorhabens gesetzt, um die innerstädtische Verkehrssituation verbessern.

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