Molldiete-Tunnel im Bundesverkehrswegeplan

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Der Molldiete-Tunnel hätte laut dem Ravensburger Oberbürgermeister Daniel Rapp eine „regionale Verbindungsfunktion“ und würde d
Der Molldiete-Tunnel hätte laut dem Ravensburger Oberbürgermeister Daniel Rapp eine „regionale Verbindungsfunktion“ und würde die Nord-Süd- sowie Ost-West-Achse zusammenschließen. (Foto: SZ-Archiv)
Schwäbische Zeitung
Jasmin Bühler
Crossmediale Redakteurin

Der Ravensburger Molldiete-Tunnel ist in der Kategorie „vordringlicher Bedarf“ in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt stellte den Entwurf am Mittwoch in Berlin vor. Die Nachricht löste in Ravensburg große Euphorie aus.

„Ich freue mich sehr“, meinte Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp (CDU) auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Seit Jahren habe er für den Molldiete-Tunnel als „regionale Verknüpfung“ gekämpft, manche hätten ihn deswegen sogar schon belächelt – nun sei man dem Ziel tatsächlich einen großen Schritt näher gekommen. „Die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan hat eine ganz neue Qualität“, so Rapp. Wie er sagt, werde alles, was als „vordringlicher Bedarf“ in dem Plan steht, bis zum Jahr 2030 auch realisiert.

Problem Planung

Laut Oberbürgermeister Daniel Rapp müsse das Land Baden-Württemberg nun rasch in die Planungen einsteigen. Das Problem: „Dafür fehlt im Regierungspräsidium Tübingen momentan das Fachpersonal.“ Aber selbst dafür hat Rapp schon eine Lösung im Kopf. „Man könnte länderübergreifend zusammenarbeiten, zum Beispiel mit Bayern“, so der Oberbürgermeister.

Ebenso zufrieden zeigte sich auch der jüngst wiedergewählte Landtagsabgeordnete Manne Lucha (Grüne). „Der Molldiete-Tunnel ist absolut notwendig – auch in ökologischer Hinsicht“, sagte er. Als Ravensburger Vertreter im Landtag sehe er es nun als seine „vordringliche Aufgabe“ an, dass der Molldiete-Tunnel umgesetzt werde. „Wir werden das Personal dafür bereitstellen“, versprach er.

Etwas verhaltener reagierte der Direktor des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben, Wilfried Franke. „Bislang handelt es sich lediglich um einen Entwurf“, betrachtete Franke die Sache nüchtern. Jetzt müsste erst einmal abgewartet werden, ob der Molldiete-Tunnel auch in der Endfassung noch enthalten sei. „Unsere nächste Zielsetzung ist, auf das Land zuzugehen und mit den Planungen zu beginnen“, meinte er. Verbandsdirektor Franke: „Aus der Papiernummer müssen wir nun etwas Reales machen.“

Neben dem Molldiete-Tunnel stehen weitere Projekte aus der Region als vordringlicher Bedarf in dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes: die B 30 Eschach – Friedrichshafen sowie die Ortsumfahrungen Gaisbeuren/Enzisreute B 30, Großholzleute B12, Blitzenreute B32, und Staig B32. „Das sind alles gute Ergebnisse für Verkehrsprojekte im Kreis Ravensburg“, äußerte sich der Ravensburger SPD-Kreisvorsitzende Felix Rückgauer. „Wir hoffen, dass es in den kommenden Verhandlungen zu keinen negativen Veränderungen kommt“.

Der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Ravensburg, Waldemar Westermayer (CDU), nahm ebenfalls Stellung: „Es ist uns gelungen, das Verkehrsministerium von der Bedeutung der Projekte zu überzeugen“, führte Westermayer aus. Jetzt könnten Planung und Umsetzung durch die Verantwortlichen vor Ort beginnen, betonte er.

Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes geht für den Bau des Molldiete-Tunnels von Kosten über 108 Millionen Euro aus. Der Tunnel wird voraussichtlich eine Länge von 3,6 Kilometern haben.

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