Mit neuer Lunge ins Marathonglück

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 Zahlreiche Läufer haben sich gemeinsam auf den Marathon von Lindau nach Bregenz vorbereitet.
Zahlreiche Läufer haben sich gemeinsam auf den Marathon von Lindau nach Bregenz vorbereitet. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Der Sparkassen-Drei-Länder Marathon mit seinen mehr als 9000 Teilnehmern ist für rund 50 Läufer aus der Region der Abschluss einer intensiven sechsmonatigen Vorbereitung auf die Halbmarathondistanz von Lindau nach Bregenz gewesen. Speziell für eine Teilnehmerin war es ein ganz besonderes Erlebnis nach einer schweren Zeit.

Was in Kempten bereits in die dritte Auflage ging, fand in Ravensburg seine Premiere. Das Projekt „Wir laufen“ war ausgeschrieben von Sport Reischmann, dem KJC Ravensburg, der AOK und der „Schwäbischen Zeitung“. Trainiert wurden die Teilnehmer von erfahrenen Athleten der LG Welfen, für die Leistungsdiagnostik und orthopädische Betreuung sorgte Sport und Physio Achtal aus Baienfurt. Bereits die Auftaktveranstaltung im Sporthaus Reischmann mit mehr als 50 Anmeldungen war vielversprechend. Neben zwei gemeinsamen Laufeinheiten pro Woche durften die Probanden sechs Monate lang als Ergänzung im KJC an den Geräten trainieren und die angebotenen Kurse besuchen. Es war für die Teilnehmer eine intensive sportliche Zeit.

Eine ganz besondere Herausforderung waren die 21,1 Kilometer für Linda L. (Name von der Redaktion geändert). Als sie 25 Jahre alt war, wurde eine seltene, lebensbedrohliche Lungenkrankheit diagnostiziert. Fünf Monate wartete die Mutter eines zweijährigen Sohnes auf das lebensrettende Organ. Es folgten acht Monate Krankenhausaufenthalt. Rehasport und Atemtherapie waren bis zum Projekt „Wir laufen“ die einzige sportliche Betätigung.

Nachdem die Ärzte grünes Licht gaben, startete Linda L. im Training durch. Kaum eine andere Teilnehmerin setzte so konsequent ihren Trainingsplan um, kaum eine Trainingseinheit ließ die mittlerweile 35-Jährige ausfallen. Beim Wettkampf wurde sie von ihrem Ehemann begleitet. Das Ziel im Bregenzer Stadion erreichte das Paar überglücklich nach etwas mehr als drei Stunden. „Meine Lebensqualität hat sich durch das Laufen deutlich verbessert, das war bestimmt nicht mein letzter Wettkampf“, sagte L. „Beim nächsten Mal schaffe ich das unter drei Stunden.“

Auch die anderen Teilnehmer gab es schon im Training Bewährungsproben. Der erste Wettkampf für die Frauen und Männer im Alter von 18 bis 66 Jahren war der Ravensburger Stadtlauf. Schon nach diesem Zehn-Kilometer-Lauf stand fest: Aufgeben kam für niemand in Frage. Nach vielen Einheiten und langen Läufen ging es zum Halbmarathon nach Lindau, der laut Internetplattform „My best runs“ weltweit zu den Top Zehn gehört. Eine tolle Stimmung erwartete die Sportler im Lindauer Hafen.

49 Läufer des Projekts „Wir laufen“ durften den stimmungsvollen Zieleinlauf in Bregenz genießen. Die drei schnellsten Zeiten gingen bei den Frauen an Iris Flegel (1:56,38 Stunden), Theresa Hoh (1:57,52) und Ulrike Amann (1:58,17). Bei den Männern war Georg Krämer in 1:37,13 Stunden der Schnellste, ihm folgten Klaus Führer (1:40,35) und Olaf Böttger (1:43,07).

Und so mancher Teilnehmer wird auch im kommenden Jahr auf der Starterliste des Sparkassen Drei-Länder-Marathons zu finden sein oder sich für die zweite Auflage des Projekts anmelden.

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