Mit makelloser Bilanz in die Sommerpause

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Touchdown für die Razorbacks: Jevonte Alexander streckt sich und schnappt sich den Ball in der Endzone.
Touchdown für die Razorbacks: Jevonte Alexander streckt sich und schnappt sich den Ball in der Endzone. (Foto: Florian Wolf)
Sportredakteur

Als auch der achte Sieg im achten Spiel geschafft war, war es Zeit für große Worte: „Es könnte nicht besser sein“, lobte Coach John Gilligan seine Ravensburg Razorbacks nach dem 47:21 (34:14) gegen die Wiesbaden Phantoms vor 1040 Zuschauern im Lindenhofstadion in Weingarten überschwänglich. Mit makelloser Bilanz geht der Tabellenführer der German Football League 2 in eine vierwöchige Sommerpause.

Auch Kapitän Sebastian Trabold war glücklich: „Es macht so viel Spaß, hier zu spielen.“ Er wusste: Es hätte durchaus kritisch werden können für die Razorbacks, an diesem herrlichen Sommertag. Mit großen Sprüchen waren die Wiesbaden Phantoms angereist, nicht zuletzt durch ihre gute Leistung im nur relativ knapp verlorenen Hinspiel.

Dann kamen die Phantoms auch noch früh Stück für Stück der Endzone näher – erst kurz davor konnten die Razorbacks den Sturmlauf unterbinden. Der ungefährdete Tabellenführer schüttelte sich kurz, besann sich auf seine Stärken – und ließ Malik Norman durchstarten. Der Running Back trug das Ei übers halbe Feld, bevor er gestoppt wurde. Den Rest erledigte Andreas Lo Meo nach Pass von Quarterback Garrett Dellechiaie. Touchdown für die Razorbacks! Auch wenn Kicker Patrick Bloching danach geblockt wurde, war der Bann gebrochen.

Im zweiten Viertel lief die Partie lange fast nur noch in eine Richtung. Die Phantoms hatten große Mühe, die Razorbacks einigermaßen zu bremsen. Der zweite Touchdown zeigte die ganze Klasse Dellechiaies. Der Quarterback fand zuerst keine Anspielstation, zog sich ein paar Yards zurück, geriet in Bedrängnis, fand im letzten Moment Michael Mayer auf den rechten Außenlinie – und bediente ihn perfekt. Mayer trug das Ei in die Endzone, Bloching setzte den 13. Punkt drauf. Spätestens mit Lo Meos zweitem Touchdown waren die Bedenken, dass dieser Nachmittag in Richtung erster Saisonniederlage laufen könnte, ausgeräumt.

Alexander fängt 40-Meter-Pass und läuft zum Touchdown

Dass die Phantoms gefährlich sind, zeigten sie vier Minuten vor der Halbzeit. Running Back Coradrius Man marschierte über zwei Drittel des Feldes, ließ sich von keinem Ravensburger aufhalten – und verkürzte für die engagierten Gäste. Nico Strahmann setzte per Kick den Extrapunkt drauf. Die Antwort? Gab Jevonte Alexander nach einem 40-Yard-Pass von Dellechiaie, den er kurz vor Endzone fing und verwertete. Es war eines der beiden absoluten Highlights der ersten Hälfte und sorgte für Begeisterungsstürme. Bloching stellte per Kick auf 27:7. Doch die Phantoms gaben sich noch nicht geschlagen. Jonathan Günther plus Strahmann verkürzten. Danach setzte Alexander Highlight Nummer zwei, wieder fing er einen langen Pass Dellechiaies – dieses Mal sogar gleich in der Endzone. Bloching besorgte den 34:14-Halbzeitstand.

Alexander blieb auch im dritten Viertel die Allzweckwaffe, die immer eine Antwort hatte. Zwar verkürzte Man für die Phantoms, aber dann war die Nummer eins der Razorbacks wieder dran mit seinem dritten Touchdown des Nachmittags. Das – inklusive des Kicks von Bloching – erstickte den Schwung, den die Wiesbadener aus der Kabine mitgenommen hatten.

Dominik Pohl setzt Schlusspunkt mit Interception

Lange war das Spiel danach von Taktik geprägt, beide Verteidigungsreihen arbeiteten sehr gut. Erst fünf Minuten vor dem Ende drehte Alexander wieder auf – dieses Mal in der Verteidigung mit einem abgefangenen Touchdownpass der Phantoms. Den First down der Razorbacks nach dieser Interception trug Malik Norman übers ganze Feld zum 47:21. Ein Zwei-Punkte-Spiel brachte nichts ein. Dass Norman bis dahin nicht gepunktet hatte, lag auch daran, dass er nur sehr dosiert eingesetzt wurde.

Den schönen Schlusspunkt einer starken Defensivleistung setzte Dominik Pohl mit einer Interception. Der achte Sieg im achten Spiel war perfekt. Dann war Sommerpause. Das hatten sich die Razorbacks wahrlich verdient.

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