Mit einer klaren Leistungssteigerung holt Ravensburg den dritten Heimsieg in Folge

 Jonas Schuler (vo.) machte beim Heimsieg gegen den FSV 08 Bietigheim-Bissingen sein bislang bestes Spiel für den FV Ravensburg.
Jonas Schuler (vo.) machte beim Heimsieg gegen den FSV 08 Bietigheim-Bissingen sein bislang bestes Spiel für den FV Ravensburg. (Foto: Rolf Schultes)
Sportredakteur

Nach der 0:4-Niederlage beim FC Nöttingen hat sich Tobias Flitsch von seiner Mannschaft einen Lerneffekt erhofft. Zwar gewann der FV Ravensburg am Samstagnachmittag in der Fußball-Oberliga gegen den FSV 08 Bietigheim-Bissingen mit 3:1 (1:1). „In vielen Situationen hat sich mein Wunsch nach Lerneffekten nicht erfüllt“, musste FV-Trainer Flitsch gestehen. Die ersten 40 Minuten waren schwach, dann gab es allerdings eine klare Leistungssteigerung und den dritten Heimsieg in Folge. Wer die Hauptrollen spielte.

Canillas: Der neue spanische Stürmer zeigte in seinem Heimdebüt, wie wertvoll er für den FV Ravensburg werden könnte. „Man sieht, was seine Stärken sind“, sagte Flitsch. „Er macht die Bälle fest, dadurch können Achter und Zehner nachrücken.“ Mit dem Rücken zum Tor war Canillas fast immer anspielbar, nahm die Bälle stark an – und bereitete so das 1:1 kurz vor der Pause vor. Der 26-Jährige drehte sich geschickt an Bissingens Verteidiger Steven Keklik vorbei, scheiterte dann zwar an FSV-Torwart Sven Burkhardt, doch Burhan Soyudogru traf mit dem Nachschuss zum 1:1. Vorausgegangen waren schwache 40 Minuten des FV, der viele Bälle verlor und bereits in der dritten Minute das 0:1 durch Lukas Böhm hinnehmen musste. Kurz nach dem Seitenwechsel blieben die Ravensburger nach einem zunächst abgewehrten Freistoß von Denis Videc am Ball, mit einem schönen Laufweg setzte sich Canillas im Strafraum ab und traf zum 2:1. „Ich bin sehr glücklich über die drei Punkte, das war sehr wichtig für die Mannschaft“, meinte der starke Canillas. „Über mein Tor bin ich natürlich auch sehr glücklich.“ Flitsch drückte aber ein bisschen auf die Euphoriebremse: „Wir sind froh, dass er da ist, aber wir dürfen anfangs nicht zu viel von ihm erwarten.“

Jonas Schuler: Vom Linksverteidiger, der in den vergangenen Jahren starke Leistungen beim Verbandsligisten TSV Berg gezeigt hat, wird auch beim FV viel erwartet. Zu Saisonbeginn tat sich der 24-Jährige aber sehr schwer. Das Heimspiel gegen Bietigheim-Bissingen war für Schuler erst das dritte Oberligaspiel von Beginn an. Bitter war etwa sein Auftritt in Nöttingen – dort wurde Schuler erst eingewechselt, dann wieder ausgewechselt. Für einen Fußballer immer die Höchststrafe. Gegen Bietigheim-Bissingen schwang sich Schuler dagegen in der zweiten Halbzeit zu einem der besten Spieler auf. Schuler beackerte seine linke Seite – sowohl defensiv als auch offensiv. „Er hat auch als Linksaußen sehr gut gespielt, obwohl das gar nicht seine Position ist“, lobte Flitsch. Schuler begann in offensiverer Rolle, nach der frühen Verletzung von Moritz Strauß rückte er in die Viererkette zurück. „Ich habe versucht, meinen Teil zum Erfolg beizutragen“, meinte Schuler. „Ich glaube, das hat ganz gut geklappt.“

Burhan Soyudogru: Auch der offensive Mittelfeldspieler musste am Samstag auf mehreren Positionen spielen. Zunächst rechts offensiv, nach der Einwechslung von Tim Lauenroth für den verletzten Strauß wechselte Soyudogru auf die linke Seite. „Er ist oft von Außen ins Zentrum gezogen, das war gut“, meinte Flitsch. Der 27-Jährige belohnte sich für seine engagierte Leistung mit dem 1:1 – seinem ersten Saisontor.

Dennis Blaser: In einer ersten Halbzeit, in der dem FV zunächst fast gar nichts gelingen wollte, fiel Blaser extrem positiv auf. Der Stürmer grätschte und kämpfte auch in der eigenen Hälfte, versuchte seine Mitspieler anzutreiben und gewann jede Menge Kopfballduelle. „Er tut unheimlich viel für die Mannschaft“, sagte Flitsch. „Schade, dass er sich nicht auch mit einem Treffer belohnt hat.“ Eine der starken Flanken von Videc köpfte Blaser ganz knapp über das Tor. Zu diesem Zeitpunkt stand es nach einem Eigentor von Loris Hoffmann – nach einer scharfen Hereingabe von Videc – 3:1. „Wir wussten, dass Ravensburg sehr gute Standards schießen kann“, sagte FSV-Trainer Markus Lang. „Wir haben bei zwei Toren schlecht verteidigt. Und uns fehlt ein Torjäger.“ Einer, wie es Canillas für den FV werden kann.

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