Mit dem Kanadier den Rhein hinunter

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Florian Oschmann (links) und Jens Haase mit dem Boot, dass sie bis nach Köln bringen soll.
Florian Oschmann (links) und Jens Haase mit dem Boot, dass sie bis nach Köln bringen soll. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Weil ein Freund nach Köln gezogen ist, ist bei Jens Haase aus Meckenbeuren die Idee gereift, mit einem Kanadier auf dem Rhein bis nach Köln zu fahren. Zusammen mit Tobias Oschmann und mit Unterstützung des Ravensburger Jugendhauses „Treff am Schussendamm“ geht es am 14. Mai in Schaffhausen los. 17 Tage später wollen die beiden in Köln ankommen.

Haase, Mitglied des DAV Ravensburg, ist ambitionierter Hobbywanderer und -kletterer, Oschmann geht regelmäßig zum Tauchen und zum Capoeira. „In einem Kanu sind wir aber noch nie gefahren, bevor wir die Idee hatten“, sagt Oschmann. Seit März können die Meckenbeurer beim Kanu-Club in Fischbach trainieren. „Man muss einen Kanadier kontrollieren können“, meint der 29-jährige Haase. Die Strömung ist nicht leicht zu beherrschen, dazu kommen andere Schiffe, die auf dem Rhein fahren. „Dann ist es natürlich auch eine Kraftfrage.“ Denn ein Begleitfahrzeug haben Oschmann und Haase nicht dabei.

Das heißt: Alles, was sie für ihre Tour nach Köln benötigen, müssen sie im Kanadier verstauen. 620 Kilometer lang ist die Strecke, im Schnitt müssen sie 40 Kilometer pro Tag hinter sich bringen, um am 31. Mai in Köln in der Nähe des Doms anzukommen. Die Idee kam Haase bei einer Zugfahrt Richtung Köln. „Es ist ein Abenteuer, wir gehen an unsere Grenzen“, ist sich der 27-jährige Oschmann sicher. Zwar werden sie sich auf ihrem Weg mehrheitlich von Dosenravioli und Ähnlichem ernähren – ganz auf Luxus wollen sie aber noch nicht verzichten. „Ich habe die Kreditkarte dabei“, so Haase lachend, „einmal gönnen wir uns ein Wellnesshotel.“ Ansonsten wird im Zelt geschlafen.

Unterstützung bekommen Haase und Oschmann vom Ravensburger Jugendhaus „Treff am Schussendamm“. „Das Jugendhaus möchte, dass wir als Vorbild für ihre Jugendlichen diese Herausforderung meistern“, sagen die beiden. Auf der Homepage des Jugendhauses gibt es ein Tagebuch der Kanadierreise. Maximal 3000 Euro wollen die Hobbysportler für Ausrüstung, Kleidung, wasserdichte Behälter und Transportwagen ausgeben. Um Geld sparen zu können, sind sie noch auf der Suche nach Unterstützern oder kleinen Sponsoren.

„Wir schaffen es auf jeden Fall“, sagt Haase, der ein Studium zum Bauingenieurswesen hinter sich hat. Die Rückfahrt treten sie allerdings nicht im Kanadier, sondern im Mietauto an. „Gegen die Strömung im Rhein tun wir uns das nicht an“, meint Oschmann. Der 27-jährige Elektroniker weiß aber auch: „Wir müssen sieben Stunden pro Tag paddeln, um das Pensum zu erfüllen. Es werden aber auch kleinere Etappen dabei sein, um etwas regenerieren zu können.“ Schwer wird es allemal – sowohl von der Herausforderung als auch vom Gewicht. Denn den Kanadier dürfen Haase und Oschmann mit bis zu 500 Kilogramm beladen.

Wer mit Florian Oschmann und Jens Haase in Kontakt treten möchte, erreicht sie per E-Mail unter:

kanadiertrip@web.de

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