Martin Sommer ist neuer Kreis-Suchtbeauftragter

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Martin Sommer, der neue Kommunale Suchtbeauftragte des Landkreises, freut sich auf die kommenden Aufgaben.
Martin Sommer, der neue Kommunale Suchtbeauftragte des Landkreises, freut sich auf die kommenden Aufgaben. (Foto: WoLfgang Steinhuebel)
Wolfgang Steinhübel

Der Landkreis Ravensburg hat einen neuen Kommunalen Suchtbeauftragten. Mitte Juli hat Martin Sommer seine Tätigkeit in der Stabsstelle des Landratsamts aufgenommen. Vorrangig für den Sommer ist sein Grundsatz: „Prävention vor Hilfe.“ Sein Aufgabengebiet ist deshalb zu 50 Prozent die Suchtprävention, die zweiten 50 Prozent umfassen die Suchthilfeplanung.

Sommer ist 44 Jahre alt und wurde in Memmingen geboren. Nach einer Ausbildung als Tischler wollte er sich um Soziales mit dem Menschen als Mittelpunkt widmen. Er studierte Soziale Arbeit an der katholischen Stiftungsfachhochschule in München. Nach seinem Abschluss im Jahr 2001 zum Diplom- Sozialpädagogen arbeitete er in einem Heim für stationäre Kinder- und Jugendhilfe im Allgäu, wo er auch stellvertretender Heimleiter war. Seit 2010 ist er im Landratsamt Ravensburg projektbezogen tätig und war unter anderem mit der Weiterentwicklung der Jugendhilfe betraut. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in einem Teilort von Bad Wurzach. Sein Hobby ist die Astronomie, aber er interessiert sich nicht nur für die Beobachtung von Himmelskörpern oder Galaxien. Mit Freunden diskutiert er gerne über die Relativitätstheorie. Aber auch die Quantenphysik, die Theorie der kleinen Teile, hat es ihm sehr angetan. „Hieraus kann man auch gut Rückschlüsse auf das soziale Zusammenleben schließen,“ ist er überzeugt.

Im kommunalen Suchthilfenetzwerk koordiniert Sommer die Arbeit der Partner wie die Träger von Suchthilfeeinrichtungen, Schulen, Kindergärten und Krankenkassen. „Was haben wir für Aufgaben und wie decken wir den Bedarf ab? Was sollte man ändern, was weiterentwickeln? Ausbau der Vernetzung zu anderen Akteuren wie zum Beispiel die Jugend- oder Altenhilfe oder die psychiatrische Hilfe“, so beschreibt Sommer seine künftigen Aufgaben. Eine enge Vernetzung soll es auch weiterhin mit dem Bodenseekreis geben. Außerdem ist Sommer noch zuständig für alle Kommunikationsmittel zum Thema Sucht, wie zum Beispiel die Broschüre „Angebote der Suchthilfe im Landkreis Ravensburg.“Besonderes Augenmerk will Sommer auf die Suchtprävention richten. Hier spricht er von „Sozialraumorientierung“.

Die Prävention muss in der Lebenswelt des Betroffenen stattfinden, in der Schule, im Verein, in der Familie. Alle betreffenden Personen sollten es als Teil ihrer Erziehungsaufgabe sehen. „Keiner kann es allein“, ist Sommer überzeugt, „Prävention kann man nur gemeinsam machen.“ Vorrangig sieht er die Suchtprävention bei Jugendlichen unter Einbeziehung der Eltern. Er spricht von „gelingender Einbeziehung“.

Zukünftig will er die bereits guten Beziehungen zu den Netzwerkpartnern noch weiter ausbauen, die Prozesse aber durchaus hinterfragen und sie weiterentwickeln. Wichtig für ihn ist dabei auch die Perspektive der Betroffenen. So will er engen Kontakt zu den verschiedenen Selbsthilfegruppen pflegen. Im Dialog und Austausch bleiben, das ist seine Devise. Deshalb steht er bei Fragen rund um die Suchthilfe gerne zur Verfügung.

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