Leser sind empört über Forderungen vom Bodensee

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Die Ravensburger sollen für den klammen Bodensee-Airport Friedrichshafen aufkommen? Das sehen viele Leser der „Schwäbischen Zeit
Die Ravensburger sollen für den klammen Bodensee-Airport Friedrichshafen aufkommen? Das sehen viele Leser der „Schwäbischen Zeitung“ gar nicht ein. (Foto: Archiv Felix Kästle)
Jasmin Amend

Die Forderung aus der Bodenseeregion, der Landkreis Ravensburg solle sich am klammen Bodensee-Airport Friedrichshafen finanziell beteiligen, kommt bei vielen SZ-Lesern nicht gut an. Das machen die zahlreichen Kommentare auf schwäbische.de deutlich.

Der Flughafen Friedrichshafen steckt in den roten Zahlen und braucht frisches Geld. Deshalb kam im Bodenseekreis die Forderung auf, große Betriebe und die öffentliche Hand aus dem benachbarten Landkreis Ravensburg sollten sich an der Finanzierung beteiligen. Dort stößt die Idee allerdings auf wenig Gegenliebe, wie die „Schwäbische Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom Donnerstag berichtete. Weder die befragten Unternehmen noch die Kommunen oder der Landkreis sind bereit, dem Flughafen Geld beizuschießen.

Viele Leser auf schwäbische.de stehen hinter dieser Entscheidung. „Macht das Ding endlich zu und fertig ist“, fordert ein Internet-Nutzer, ein anderer schlägt ironisch vor: „Diesen Bauplatz für Sozialwohnungen.“ Ein anderer Leser schreibt: „Wie armselig ist es eigentlich vom Flughafen FN, in der Umgebung Klinkenputzen zu gehen und um Geld zu betteln? Wenn ein Privatmensch schlecht wirtschaftet und sich übernimmt, geht er gnadenlos in die Insolvenz. Wenn der Flughafen Gewinne machen würde, gingen die ja auch an die Gesellschafter und würden nicht in der Gegend verteilt.“ Gerade für die Bewohner im Bodenseekreis sei es darüber hinaus unzumutbar, für den Fluglärm noch doppelt zu zahlen und sich somit ihre eigene Lärmbelastung auch noch selbst finanzieren zu müssen.

Drohnen statt der Linienflüge

„1,5 Millionen Euro Verlust machte der Häfler Flughafen im vergangenen Jahr“, rekapituliert ein anderer Leser auf schwäbische.de. „Und warum wird der Vorstand nicht wegen Unfähigkeit entlassen?“ Die Stadtverwaltung Friedrichshafen mache ihrer reichen Industrie Geldgeschenke. „Und bevor man die Elite nach mehr Geld fragt, geht man lieber betteln in den Nachbarkommunen.“

Besonders kreative Methoden, wie der Bodensee-Airport Geld sparen könnte, hat sich ein anderer User ausgedacht: Man könne eine Zugschiene auf die Landebahn bauen, sodass sich Züge die Strecke mit den Flugzeugen teilen könnten. Oder man könne gar den Linienverkehr ganz einstellen und mit einem Paketservice ein innovatives Drohnenauslieferungsprogramm starten.

„Der Flughafen FN wird spätestens mit der Elektrifizierung der Südbahn und der Verbreiterung der Landebahn in Memmingen vollkommen und restlos überflüssig“, findet ein anderer User. „Ein teures Prestigeprojekt und ein ,totes Pferd’, von dem man schleunigst absteigen sollte.“

Doch nicht jeder echauffiert sich über die Geldforderung vom Bodensee. „Also ich wundere mich schon über die geringe Wertschätzung des Flughafens einschließlich der damit verbundenen Arbeitsplätze in der Region“, stellt ein User klar. Weder der Flughafen Stuttgart noch der in Memmingen oder Baden-Baden seien für ihn wirkliche Alternativen – zu weit weg oder zu umständlich zu erreichen.

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