Leibinger trinkt man jetzt auch in Texas

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Die oberschwäbische Brauerei Leibinger hat ihren Bierausstoß im vergangenen Jahr leicht (plus 0,3 Prozent) gesteigert. Hieraus resultiert ein Jahresumsatz von 8,7 Millionen Euro bei einem Getränkeabsatz von rund 86 000 Hektolitern.

Die in vierter Generation vom diplomierten Braumeister Michael Leibinger (44) geführte Brauerei hat sich gegen den Branchentrend entwickelt, denn in Deutschland nimmt der Bierkonsum ab. Im vergangenen Jahr beklagten die Brauereien einen Absatzrückgang von 2,8 Prozent, in Baden-Württemberg sogar von 4,5 von Hundert.

Wie Michael Leibinger bei der Vorstellung seiner neuen „Seeweisse alkoholfrei“ sagte, fiel deutschlandweit seit 1976 der Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich rund 151 Liter Bier auf inzwischen nur noch 111 Liter pro Jahr. Und ein Ende der Abwärtsspirale ist nicht absehbar.

Die Gründe für das bessere eigene Ergebnis hat nach Ansicht des Firmenchefs folgenden Hintergrund: Leibinger konnte seinen Fassbierabsatz in seinem Kernabsatzgebiet Bodensee-Oberschwaben um 1,7 steigern, wobei die Brauerei einen Fassbier- oder Gastronomieanteil von knapp 20 Prozent des Gesamtausstosses hat. Nach Einführung der Marke „Seeweisse“ im vergangenen Jahr konnte der Absatz an Hefeweizen (Fass und Flasche) um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Neue Absatzregionen beziehungsweise -märkte hat Leibinger in Texas, Shanghai und Berlin gewonnen. Dort werden bereits drei Prozent des gesamten Ravensburger Bieres getrunken.

Im Flaschenbier-Bereich ist Leibinger mit einem Absatzrückgang von drei Prozent konfrontiert. Die Gründe liegen in der Schließung von Getränkeabholmärkten zugunsten der eher anonymen Großmärkte im Lebensmittelbereich. Außerdem wirken sich die allgemeine Konsumzurückhaltung und die geänderten Trinkgewohnheiten aus. Michael Leibinger rechnet auch wegen der abnehmenden Bevölkerungszahl und der neudeutschen Generationenstruktur bis zum Jahr 2030 mit einem weiteren Rückgang des Bierausstoßes von 20 Prozent.

Beliebteste Biersorte aus dem Hause Leibinger ist das Exportbier Edel-Spezial mit einem Anteil von 45 Prozent. Auf Platz 2 rangiert die Marke „Seeradler“ mit 23 von Hundert. Neben der erfolgreichen Entwicklung am hiesigen Markt erzielt die Brauerei mit „Seeradler“ weitere Zuwächse in Berlin und neuerdings in den USA. Steigender Nachfrage erfreut man sich in der Region Bodensee-Oberschwaben. Pünktlich zum Saisonbeginn präsentiert Leibinger seine „Seeweisse alkoholfrei“.

Impulse erwartet sich die oberschwäbische Brauerei von der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft und deren vielen Events im Schlepptau.

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