Landesliga: Last-Minute-Tor ärgert FV Ravensburg II

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Beinahe das 3:0 für den FV: Ravensburg Tim Lauenroth (liegend) trifft an SVK-Torhüter Serkan Ünal und Christoph Burkhard vorbei
Beinahe das 3:0 für den FV: Ravensburg Tim Lauenroth (liegend) trifft an SVK-Torhüter Serkan Ünal und Christoph Burkhard vorbei den Pfosten. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Der SV Kehlen hat durch einen Last-Minute-Treffer von Dominik Blaser einen Punkt bei der U23 des FV Ravensburg entführt. Gegen immer müder wirkende Ravensburger war das 2:2 verdient.

Zu Beginn der Partie stimmte es beim SVK gar nicht: Die Kehlener hatten kaum Zugriff im Mittelfeld und immer wieder Ballverluste, auf die der FV mit schnellem Spiel in die Spitze reagierte. Schon in der 4. Minute war der schnelle Awed Issac Abeselom zum ersten Mal durch und ließ Gästetorhüter Serkan Ünal im Eins-gegen-eins keine Abwehrmöglichkeit. Die folgende „Hast-du-das-gesehen?-Geste“ galt Steffen Wohlfarth – der Trainer des Oberliga-Teams verfolgte die Partie der U23 als Zuschauer.

Wohlfarth hat in der Zweiten einige Kandidaten, die sich für höhere Aufgaben empfehlen. Einer – Arjan Lashani – hatte tags zuvor 20 Minuten in der Oberliga gespielt. Am Sonntag musste Wohlfarth allerdings mitansehen, wie der Mittelfeldmann schon nach einer Viertelstunde verletzt vom Platz musste – es kam Niklas Schnell. Und das zweite Tor: Julian Flock passte in der 16. Minute von der rechten Seite quer durch den Strafraum, dort war Tim Lauenroth eingelaufen und traf über den Innenpfosten zum 2:0.

Die Ravensburger verpassten es danach, aus ihrer starken Anfangsphase mehr als die Zwei-Tore-Führung zu machen. Zu oft liefen die Spieler ins Abseits oder verpassten den richtigen Moment zum Abspiel. Lauenroth traf nach einer halben Stunde sogar noch einmal den Pfosten – zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Kehlener allerdings schon in die Partie hineingearbeitet. Der SVK hat ja durchaus Argumente: Zweikampfstärke, die Übersicht eines David Bernhard, die Power eines Benedikt Böning oder die Qualität im Eins-gegen-Eins eines Jonas Klawitter vorne drin. Kehlen tastete sich ab der 35. Minute immer näher heran ans FV-Tor. Ein Schuss von Böning wurde noch neben das Tor abgelenkt. Beim Versuch von Bernhard in der 40. Minute musste Darius Fitz dann aber schon auf der Linie klären.

Dem FV blieben die schnellen Gegenstöße. In der 48. Minute waren das erste Mal drei Mann allein gegen einen Verteidiger unterwegs, aber Abeselom war zu eigensinnig. In der 58. Minute brannte es zum ersten Mal lichterloh im FV-Strafraum, als Bernhard gleich drei Mann auf sich zog und Klawitters Abschluss gerade noch geblockt wurde. Nur wenig später brachte Kehlens Kapitän Maximilian Riber sein Team dann aber nach einem Freistoß aus kurzer Distanz im Liegen auf 1:2 heran.

Während der FV zusehends abbaute, bekam der SVK durch das Tor die zweite Luft. Trotzdem hatten die Ravensburger noch einmal die ganz große Chance auf das 3:1, als sie erneut drei-gegen-eins vor dem Tor der Gäste standen. Dieses Mal wollte der eingewechselte Robin Hettel mit dem Kopf durch die Wand, anstatt abzuspielen. In der Nachspielzeit konnte Darius Fitz David Bernhard nicht am Abschluss hindern. Luka Borgelott konnte noch parieren – allerdings direkt vor die Füße von Dominik Blaser, der unbedrängt zum 2:2 einschob.

„Wir wussten natürlich, dass die Ravensburger sehr spielstark sind. In den ersten 20 Minuten ist es uns nicht gelungen so dagegenzuhalten, wie wir uns das vorgenommen hatten“, meinte Kehlens Trainer Bernd Reich, der sich für die Schlussphase selbst eingewechselt hatte. Reichs Team steigerte sich zur Freude des Trainers von Minute zu Minute. „Am Ende war der Punkt verdient.“ Ravensburgs Trainer stimmte dem unumwunden zu: „Für uns ist es Zeit, dass jetzt die Winterpause kommt“, meinte Fabian Hummel. „Die Jungs sind platt. Die meisten sind die Intensität im Erwachsenenbereich eben noch nicht gewöhnt.“

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