Kurzer Sturm bringt große Verwüstung

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Über 100 Stundenkilometer erreichten die Böen des Unwetters, dass am Freitag über die Region hinwegfegte. So plötzlich wie es kam, war es dann aber auch wieder vorbei. 
Online-Redakteurin

Sturm, Regen, Hagel, Blitz und Donner: Das Unwetter vom Freitag hatte schwerwiegende Auswirkungen auf den Landkreis Ravensburg, wo unzählige Bäume entwurzelt wurden oder umknickten (die SZ berichtete). Allein im Forstrevier Blitzenreute stürzten etwa 2000 bis 3000 Bäume um. Derzeit ist man dabei, aufzuräumen und die Schäden zu beheben. Doch die Arbeiten sind langwierig.

„Heute Morgen häufen sich die Anrufe von Waldbesitzern, die melden, dass sie Sturmholz haben“, berichtete Andre Kappler, Revierleiter im Forstrevier Blitzenreute, am Montag gegenüber „Regio TV Bodensee“. Sturmholz, damit sind Bäume gemeint, die durch den Sturm umgefallen sind. „Ich selbst bereise momentan die Straßen und Wege und schaue, ob irgendwelche gefährlichen Bäume im Straßenraum stehen, die man entfernen muss.“

Erste Priorität hätten Straßen und Bahnlinien, wo Kappler nach gefährlich liegenden Bäumen Ausschau hält. Es folgen die Waldwege, die freigeräumt werden müssten. Erst danach könne man das übrige Sturmholz aufräumen.

Häufung großer Unwetter

Allein im Forstrevier Blitzenreute, zu dem auch Aulendorf und Wolpertswende gehören, gebe es etwa 2000 bis 3000 Festmeter Sturmholz, schätzt der Revierleiter beim Forstamt Ravensburg. Dies entspreche etwa 2000 bis 3000 Bäumen. Für den Forstexperten aber kein großes Drama: „Das sind etwa 20 Prozent der Menge Holz, die wir pro Jahr schlagen“, erklärt Kappler. Im Nachbarrevier Fronhofen seien fast doppelt so viel Bäume betroffen. Eine genaue Schätzung sei derzeit allerdings schwierig. „Das gesamte Ausmaß zeigt sich erst, wenn die Wege frei sind und man einen besseren Überblick hat.“ Die kommenden Wochen würden beim Forstamt alle Informationen gesammelt. Dann könne man die weiteren Aufräumarbeiten koordinieren.

Kappler schätzt, dass es ein Unwetter dieses Ausmaßes alle drei Jahre in der Gegend gibt: „2009 war ein großer Gewittersturm, der vom Bodensee kam und über Memmingen herzog. 2013 gab es genau hier einen kleinen Hurrican.“ Für die Förstner sei das also nicht so besonders, „allerdings ist es erschreckend, wie häufig so etwas inzwischen auftritt“.

Mit umgestürzten Bäumen hatte auch das Technische Hilfswerk (THW) Ortsverband Weingarten zu kämpfen, unter anderem für die Netze BW (die SZ berichtete). Mehrere Bäume waren durch den Sturm in der Nacht zum Samstag auf die Stromleitung gestürzt. „Im Tageslicht konnte man das Ausmaß erst genau sehen, und daraufhin wurde das THW Weingarten alarmiert“, schrieb der Ortsverband. „Mit insgesamt 16 Einsatzkräften waren wir von 10 bis circa 14.30 Uhr im Einsatz.“ Unter anderem waren 20 große Bäume in der Ravensburger Deisenfangstraße entwurzelt worden. Sie lagen an der Scherzach an der Grenze zu Weingarten in einer Hochspannungsleitung. Auf den Bildern, die das THW aus der Vogelperspektive schoss, wirken die Bäume wie umgefallene Streichhölzer.

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