Kunstmuseum widmet Hermann Waibel eine Retrospektive

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Hermann Waibel, Raumlichtfarbe, 2003, Mischkunststoffe.
Hermann Waibel, Raumlichtfarbe, 2003, Mischkunststoffe. (Foto: Waibel)
Schwäbische Zeitung

Unter dem Titel „Bildlicht“ zeigt das Kunstmuseum Ravensburg erstmalig das Werk von Hermann Waibel in einer umfassenden Retrospektive. Vom 28. April bis 30. September wird das Lebenswerk des aus Ravensburg gebürtigen Künstlers entlang wichtiger Stationen seines Schaffens präsentiert. Die Vernissage am Freitag, 27. April, beginnt um 19 Uhr.

Hermann Waibel wendet sich Ende der 1950er-Jahre parallel zu den Strömungen der Minimal Art und der Konkreten Kunst von der Porträtmalerei und der darstellenden Funktion der Malerei ab. Die gestalterischen Mittel, Farbe, Form, Raum und Bildträger selbst werden zum Gegenstand seiner Werke, heißt es in der Ankündigung des Kunstmuseums. Im Mittelpunkt seiner über 60-jährigen Auseinandersetzung mit den malerischen Mitteln steht das Licht, es wird zu seinem Lebensthema. Bei dem Versuch, die Immaterialität des Lichtes in einer materiellen Form erfahrbar werden zu lassen, experimentiert Waibel mit unterschiedlichsten Bildträgern – von der planen Leinwand über das Relief zur Erweiterung des Bildes als Skulptur bis hin zur Antithese der Zerstörung, gar Verbrennung des Bildes durch Feuer. Durch verschiedene geometrische Formen, Strukturen, Raster, Schichtungen sowie Farbgebungen verschafft er dem Licht ein Spielfeld zur kontinuierlichen Veränderung seiner Lichtobjekte und -instrumente, so der Pressetext weiter. Die an den Phänomenen des Wahrnehmungsspektrums des Lichtes orientierten Arbeiten fordern jeden Besucher auf, sich dem Rätsel seiner Wahrnehmung zu stellen, denn letztlich bleibt alles eine Frage der Perspektive.

Parallel zur Einzelausstellung von Hermann Waibel stellt die Ausstellungsreihe „Projektionen“ von April bis September 2018 im Erdgeschoss des Kunstmuseums nacheinander vier filmische Arbeiten zeitgenössischer Künstler vor. Der Titel des neuen Formats lässt sowohl die technischen Bedingungen des Mediums Film als auch die Beteiligung des Betrachters, seine individuellen Assoziationen und Erinnerungen, anklingen. Beginnend mit dem Film „Here & Elsewhere“ (2002) der amerikanischen Künstlerin Kerry Tribe und nachfolgenden Werken von Jonas Mekas (LTU), Hiwa K (IRQ) sowie Christoph Girardet & Matthias Müller (D) wird das Zusammenspiel von Erinnerung und Identität facettenreich thematisiert.

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