Kinder lernen: Bei einem Stromausfall steht fast alles still

Lesedauer: 7 Min
Schwäbische Zeitung
Online-Redakteurin
Theresa Komprecht

Warum unser Alltag ohne Strom unvorstellbar wäre und wie wichtig der richtige Umgang mit Fake News (falschen Nachrichten) im Internet ist, haben Schüler am Mittwochmorgen im Rahmen des Ravensburger Lesefestivals gelernt. Die beiden Lesungen zur Halbzeit der Veranstaltungswoche fanden bei den Technischen Werken Schussental (TWS) und bei Schwäbisch Media in Ravensburg statt.

Das Interesse Andrea Schwendemanns Lesung im Medienhaus war groß, um 9 Uhr platzte der Vortragssaal bereits aus allen Nähten. Das Thema war aber auch besonders aktuell: Die Dritt- und Viertklässler von Grundschulen der näheren Umgebung lernten etwas über Medien, Nachrichten und den richtigen Umgang damit. Die Journalistin und Autorin Schwendemann stellte ihr aktuelles Buch „Filme, Bücher und andere Medien“ vor.

Das Erklärbuch zeigt Kindern zunächst den Unterschied zwischen Medien (Brief, Telefon, E-Mail) und Massenmedien (Fernsehen, Radio, Zeitungen und Zeitschriften) auf. Auch das Internet ist ein Massenmedium, denn es erreicht Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt. Das bedeutet laut Referentin aber auch: „Nachrichten verbreiten sich so schnell wie nie zuvor.“ Und dazu zählen auch Fake News (gefälschte Nachrichten). Darüber wussten die Kinder bereits einiges. Und sie wussten auch, warum besonders im Internet viele gefälschte Nachrichten kursieren: „Man kann übers Internet viel leichter lügen als wenn man mit jemandem spricht“, sagte ein Mädchen. Dem stimmte die Referentin zu und erklärte. „Journalisten arbeiten ein bisschen wie Detektive.“ Ihre Aufgabe sei es, die Wahrheit zu berichten und dabei so unparteiisch zu sein wie ein Schiedsrichter bei einem Fußballturnier.

Kinder sind engagiert dabei

Schwendemann bezog die Kinder immer wieder in ihren Vortrag mit ein, fragte beispielsweise nach ihrer Meinung und ihrem Vorwissen. Die Schüler nahmen dieses Angebot dankend an und waren engagiert bei der Sache. So erfuhren sie auch spielerisch, woran man (getarnte) Werbung erkennt, um nicht darauf hereinzufallen. Die Kinder hatten zum Schluss so viele Fragen, dass die Referentin gar nicht alle beantworten konnte.

Erstklässler der Talschule Weingarten und der Eugen-Bolz-Schule in Mochenwangen hörten am Mittwochmorgen gemeinsam mit Kindern des Kindergarten St. Josef gebannt der Geschichte eines Stromausfalls „Oh Schreck, oh Schreck, der Strom ist weg!“ von Anette Lange und Catharina Westphal zu. Nach dem Vorlesen in der TWS-Aula bekamen sie die Gelegenheit Philipp Perchner, Strommeister der TWS, mit Fragen zu löchern.

Ohne Computer keine Arbeit

Für die Veranstalter beginnt der Morgen ebenfalls mit einem Ausfall – aber nicht mit einem Stromausfall, sondern einem Krankheitsausfall der Autorin Anette Lange. Glücklicherweise springt die Illustratorin Catharina Westphal ein und liest das Kinderbuch vor. Für die meisten Kinder, die Westphal gespannt zuhören, begann der Tag wahrscheinlich so wie der Morgen der Protagonistin Maxi: ganz normal mit Kaffeemaschinenbrummeln und Radiogesang. Doch plötzlich fällt der Strom aus und auf dem Bild im Buch werden alle elektrischen Geräte weiß. Die Kinder sehen deutlich, wie präsent Strom im Alltag ist: Der Föhn geht aus, der Mixstab mixt nicht mehr, die Kasse des Gemüseverkäufers funktioniert nicht und der Eisverkäufer verschenkt sein Eis, weil es ohne Kühlung schmilzt. Da Maxis Eltern nicht zur Arbeit gehen können, weil die Computer im Büro nicht funktionieren und keine Züge fahren, bleiben sie zuhause und grillen mit den Nachbarn auf der Straße, denn auch der Kühlschrank ist ausgefallen.

Im Anschluss an die Geschichte gibt es eine Fragerunde bei Philipp Perchner, dem Experten in Sachen Strom. Er erklärt den Kindern, wie es zu einem Stromausfall kommt, wie Strom erzeugt und transportiert wird und warum man bei einem Gewitter nicht Baden sollte. Die Kinder sind sehr interessiert, und fragen immer weiter „aber was ist, wenn...“. Nachdem ihr Wissensdurst ausreichend gestillt ist, bekommen sie eine Vorleseurkunde und einen Beutel von der TWS. „Das war sehr spannend,“ lautet das abschließende Urteil.

Journalistin erklärt Kindern den Umgang mit Fake News
Im Rahmen des Ravensburger Lesefestivals stellte die Journalistin Andrea Schwendemann Dritt- und Viertklässlern bei Schwäbisch Media ihr neues Buch „Filme, Bücher und andere Medien“ vor. Dabei erklärte sie auch, warm gerade Kinder den richtigen Umgang mit neuen Medien lernen müssen.
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