KG-Ringer erobern Platz zwei zurück

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 Timofei Xenidis (rechts) hat mit den KG-Ringern zwei Siege in zwei Tagen gefeiert.
Timofei Xenidis (rechts) hat mit den KG-Ringern zwei Siege in zwei Tagen gefeiert. (Foto: Rolf Schultes)
Heinrich Stärk

Mit zwei Siegen sind die Regionalliga-Ringer der KG Baienfurt-Ravensburg-Vogt am vergangenen Wochenende optimal in die Rückrunde gestartet. Am Freitag gewannen die Oberschwaben beim KSV Tennenbronn mit 23:10 und ließen tags drauf vor heimischem Publikum gegen den TuS Adelhausen ein 26:9 folgen. Wegen der gleichzeitigen Niederlage des KSV Hofstetten gegen die WKG Weitenau-Wieslet (10:15) am Samstag eroberten die KGler zudem die zweite Tabellenposition zurück.

Rein ergebnismäßig hätte es also kaum besser laufen können, wenn da nicht ein Wermutstropfen zu beklagen wäre. In der Partie beim KSV Tennenbronn verletzte sich der in der laufenden Saison erst zum zweiten Mal eingesetzte Alexander Schaich 20 Sekunden vor Schluss bei einem Überwurf derart an der Schulter, dass er bei hoher 10:0-Führung gegen Jonas Schondelmaier aufgeben musste. Weitere Einsätze des Baienfurters für den Rest der Runde scheinen somit mehr als fraglich. Insgesamt aber konnten KG-Trainer Dariusz Jelen und Sportmanager Michael Merk das Positive herausstellen. Und da gab es jede Menge Erfreuliches zu vermelden. Beeindruckt zeigten sich Trainer und Sportmanager vom Auftreten der Mannschaft als Kollektiv. „Man hat gesehen, wie sich jeder voll eingebracht hat und noch den Ticken mehr herausholen wollte. Auch die Unterstützung von außen für den jeweiligen Akteur auf der Matte war super“, äußerten sich Merk und Jelen einhellig.

Schon gegen Tennenbronn fiel auf, dass die KGler den unteren Bereich bis zu den 75 kg-Kategorien dominierten. So setzte Moritz Buck mit einem technischen 17:0 über Julian Götz gleich zu Beginn eine Marke. Timofei Xenidis, der sich am Wochenende mit insgesamt 45 kg Mehrgewicht seiner Gegner auseinandersetzen musste, kämpfte 18 davon am Freitag in Person des Dimitar Kumchev mit 10:7 nieder. Mit 15:6 gegen den starken David Brenn konnte Magomed Makaev seine Freistilvorteile ausspielen. Auch Mirco Lemaic bewies gegen den deutschen Juniorenmeister Maximilian Mond trotz der 8:14-Niederlage Stehvermögen. Weiter ging es mit Lukas Buck, der gegen Mathias Schondelmaier Präsenz zeigte und schon nach eineinhalb Minuten als Schultersieger feststand. Körperlich deutlich definierter im Vergleich zur letzten Saison hatte Christoph Dornfeld gegen den Tennenbronner Leistungsträger Miroslav Geshev dennoch einen schweren Stand und unterlag technisch mit 0:15. Daraufhin brauchte Adrian Wolny gerade eine Minute zum überlegenen 16:1 gegen Robin Moosmann. Nach der Aufgabe Alexander Schaichs hatten die Gäste das restliche Geschehen fest im Griff: Zuerst landete Veleriu Toderean einen Schultersieg gegen Fabian Reiner, dann punktete Kevin Henkel gegen Timo-Marcel Nagel sicher mit 8:2.

Kurzzeitig in Bedrängnis

Der Verlauf der Begegnung am Samstag gegen den TuS Adelhausen war fast ein Spiegelbild des Auftritts tags zuvor. Wieder wurden die Punkte überwiegend im Bereich 57 bis 75 kg gemacht und erneut gab Moritz Buck den Richtungsweiser. Nach offenem Schlagabtausch mit Paul Schmidt kehrte der Baienfurter nur Sekunden vor dem Schlussgong in beherzter Manier einen 3:4-Rückstand in einen 7:4-Punktsieg um. Gegen den athletischen Felix Krafft und dessen Gewichtsvorteil von 27 Kilogramm stemmte sich Timofei Xenides anschließend vergeblich, wenngleich der KGler den auch in der Bundesliga eingesetzten Adelhauser trotz der 6:8-Niederlage kurzzeitig in gefährliche Bedrängnis gebracht hatte. Weil Magomed Makaev seinen Kontrahenten Dovydas Urbanavicius technisch mit 16:1 dominierte und Mirco Lemaic in überlegter Vorgehensweise ein 16:0 gegen Maik Hohler folgen ließ, führten die Gastgeber nach Lukas Bucks Schultersieg über Nick Naumann zur Pause bereits mit 14:1.

„Walde, Walde“-Sprechchöre

Über lange Strecken konnte Christoph Dornfeld den Aktionsrahmen seines Gegners Reinier Perez eingrenzen, doch wenn der Gästeringer durchkam, dann blitzartig. So endete die Partie für Dornfeld doch noch mit einer technischen Niederlage (0:16). Eine durchgehende Aktion am Boden reichte Adrian Wolny, um beim 16:0 gegen Jakob Sailer den vorangegangenen Punktverlust zu egalisieren und beim Stand von nunmehr 18:5 bereits den Gesamterfolg der Gastgeber sicher zu stellen. Die hatten noch nicht genug, doch zuvor kamen erst die Adelhauser zu einem weiteren Einzelerfolg. Seiner Aufgabe als Auffüller zur vollen Mannschaftsstärke nach der Vorrunde gerade entledigt, musste wegen der Verletzung Alexander Schaichs erneut Waldemar Lehn einspringen. Für seine Weise, wie er sich klaglos in diese Rolle fügt, wird er von den heimischen Fans regelmäßig mit „Walde, Walde“-Sprechchören frenetisch gefeiert. So auch diesmal bei der Schulterniederlage gegen Leonard Zavarin.

Das restliche Geschehen war eine Angelegenheit von wenigen Sekunden. Zuerst strich Valeriu Toderean die Punkte mangels Gegner kampflos ein, dann bedeutete der erste Kontakt zwischen Kevin Henkel und Pascal Ruh den Schultersieg für den KGler. Der ohnehin verletzte und zudem über dem Gewichtslimit liegende Adelhauser Mannschaftsführer hatte zum Erreichen der Mindeststärke (neun Akteure, darunter acht im Gewichtslimit) regelgemäß unter Ausführung eines Kampfkontakts antreten müssen, da die Partie sonst mit 0:40 gewertet worden wäre.

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